Ökumenische Gäste aus der Tschechischen Republik informierten sich in Essen über die Flüchtlingsarbeit

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Die Delegation aus der Tschechischen Republik und ihre Gastgeber im Haus der Evangelischen Kirche. Pressefoto: Kirchenkreis Essen.
Essen: Haus der Evangelischen Kirche |

Bereits seit vielen Jahren unterhält der Kirchenkreis Essen eine ökumenische Partnerschaft mit der Hussitischen Kirche in der Tschechischen Republik. In dieser Woche hat eine neunköpfige Gruppe - darunter Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Ehrenamtliche aus der Hussitischen Kirche, zwei Mitarbeiterinnen der Diakonie in Prag, die zur Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder gehört, und ein Ehrenamtlicher der Apostolischen Kirche Brno, einer pfingstlerischen Freikirche - die Evangelische Kirche in Essen besucht. Hauptthema war die Flüchtlingsarbeit von Kirche und Diakonie und der Auslöser ein Vortrag, den Pfarrerin Dagmar Kunellis im Juni auf der Synode der Hussitischen Kirche gehalten hatte.

Beeindruckendes Gespräch mit Mitarbeitern aus dem Diakoniewerk Essen

Neben dem Besuch der Flüchtlingseinrichtung in der Hülsenbruchstraße stand deshalb auch ein Treffen mit der Leitung der Flüchtlingsberatung des Diakoniewerks Essen in Frohnhausen auf dem Programm; außerdem besuchte die Gruppe ein Flüchtlingsfest auf Zeche Carl, das dort im Rahmen der Interkulturellen Woche 2016 stattfand. Von besonderem Interesse war das Gespräch mit Dirk Berger und Martin Bock aus der Flüchtlingsarbeit des Diakoniewerks. „Dass beide Mitarbeiter mit großem Enthusiasmus und mit viel Freude von ihrer Arbeit berichteten, Konflikte und Probleme nicht aussparten, aber bei alledem den Eindruck vermitteln konnten, dass ihnen die Arbeit mit Flüchtlingen keine Angst macht, hat die Gäste besonders beeindruckt“, berichtet Dagmar Kunellis.

In der Tschechischen Republik stoßen Flüchtlinge auf große Vorbehalte

„Die Diskussion über den Umgang mit Geflüchteten ist in der Tschechichen Republik von übergroßen Vorbehalten, von Angst und sogar Hass geprägt – insbesondere, was muslimische Menschen betrifft.“ Dabei lebten dort nur sehr wenige Muslime, der Anteil an Migranten sei sehr gering. „Es gibt ein paar Hundert Flüchtlinge, die in der Mehrzahl aus der Ukraine oder aus Russland stammen. Die sehr kleinen Kirchen in der Tschechischen Republik versuchen, einen Gegenpol zur gesellschaftlichen Stimmung zu schaffen, indem sie informieren und die Aufklärung über dieses Thema fördern.“

Eine Kirche - trotz verschiedener theologischer Überzeugungen

Persönlich habe es ihr gut gefallen, dass sich für diese Studienreise mehrere, ganz unterschiedliche protestantische Kirchen zusammengeschlossen hätten, sagt Dagmar Kunellis. „Dahinter steht der Gedanke, sich bei großen gesellschaftspolitischen Fragen als ‚eine‘ Kirche zu präsentieren, auch wenn die theologischen Ansätze verschieden sind. Dies könnte auch für unsere Kirchen in Deutschland eine Anregung sein, wenn sie sich in einer Gesellschaft präsentieren, in der sie nicht mehr die Mehrheitsmeinung vertreten.“ Neben dem Schwerpunktthema der Flüchtlingssituation gab es natürlich auch einiges zu sehen – wie zum Beispiel den Stadtteil Margarethenhöhe oder auch die neuen Kirchenfenster in der Kreuzeskirche, die nach Entwürfen von James Rizzi gestaltet wurden.
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