Schall, Hall, Töne - DAS Akkordeon und der Ferienspatz

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"Nach Schall kommt Hall": Gemeinsames Experimentieren und Improvisieren
 
"Hast Du Töne": Dozent Tobias Dalhof (i.d. Mitte)
Essen: Thomaskirche |

14.08.2014

In diesem Jahr waren es – alleine in den Sommerferien - fast 800 Veranstaltungen, die im Ferienspatz-Programm der Stadt Essen für daheim gebliebene Kinder und Jugendliche angeboten wurden. Die beiden Essener Akkordeon-Orchester DA CAPO RUHR und ALTENESSEN hatten auch diesmal wieder in gemeinsamer Kooperation, und zusammen mit den Dozenten Tobias Dalhof und André Lutter, mehrfach musikalische Kids-Workshops mit „Infotainment-Charakter“ für musikalisch Ungeübte im Alter von 6-14 Jahren konzipiert und angeboten.

Eines von mehreren Themen hieß "Nach Schall kommt Hall" - AKUSTIK ausPROBIEREN.
Mit der eigenen Stimme erzeugen wir Töne und Sprache und formen Klänge, und wie geht das? Ist das jetzt Schall? Und wie breitet der sich aus, direkt, indirekt, mehrfach reflektiert und wie hören wir das? Wie ist das mit unserem menschlichen Gehör, mit unserer Wahrnehmung von Schalleindrücken? Sind wir da begrenzt und welches sind die Grenzen? Es gab viele Fragen und vieles dazu mit kleinen Experimenten zu erkunden. Und immerhin gibt es ja auch inversen Schall und Ultraschall, und die Schallgeschwindigkeit, und den Hall.

Experimentiert und ausprobiert wurde, mal gemeinsam und mal jeder für sich, mit Tönen und Klängen von Stimme und Sprache und Instrumenten, mit unterschiedlicher Ton- und Klangcharakteristik. So konnten alle den "natürlichen und ursprünglichen Schall" als Ton und Klang in verschiedenen "Akustikräumen" und auf unterschiedlichen Schallebenen erkunden, ihn aber ebenso mit unterschiedlichen Mikrofonarten und unterschiedlichen Beschallungsanlagen, von kleinen und grossen Instrumentenverstärkern über eine mobile Beschallungsanlage bis hin zur stationären Beschallungsanlage des Kirchenraums, verändern und verstärken.

Im Gegensatz zu „normaler Raumakustik“ konnten die Kids im Kirchenraum mit seinen hohen Kreuzgewölben einen Nachhall von rund 3 Sekunden messen. Beeindruckender als Akkordeon, Zungenbass, Keyboard, Konzert- oder Westerngitarre, Tenor-Saxophon oder Percussion Instrumente war schließlich auch noch das Schall- und Klangerlebnis einer Kirchenorgel.

Und einig waren sie sich zum Schluss alle darüber: Je länger die Nachhallzeit desto anstrengender wird langes Zuhören. Und? Was noch? Eine Kirchenorgel zu spielen ist ja so viel schwieriger als das Spielen eines „normalen“ Instruments.

Wieder ein anderer Workshop war mit „Hast Du Töne?“ – Akkorde.on MUSIK erTASTEN überschieben.
Diesmal stand das Akkordeon mit seinen musikalischen Talenten im Mittelpunkt. Und wo genau macht das Ding da jetzt die Töne? Um dieser Frage nachzugehen zerlegte Tobias Dalhof zunächst gemeinsam mit den Kids ein Akkordeon und ließ sie so technische Zusammenhänge der Klangerzeugung erkunden. Sogar einige Eltern blickten ihm dabei interessiert über die Schultern.

Und wie muß ich jetzt dieses kleine Paket mit den aneinanderhängenden Metallteilen so auseinander sortieren, damit es wie ein Notenständer aussieht? Schnell fand sich einer der jungen Teilnehmer, der bereit war, den Aufbau eines Notenständers „routiniert“ für die Anderen zu demonstrieren. Nachdem jeder seinen „Notenständerführerschein“ gemacht hatte, galt es jetzt, Musik zu ertasten. Dazu hatte Tobias Dalhof aus seiner eigenen Reihe „Akkordeon GAMES“ für jeden ein Schnupperheft-Exemplar mitgebracht. So konnten die Kids, zusammen mit André Lutter, gemeinsam ihre ersten Versuche zum Musizieren mit dem Akkordeon machen und Ausflüge in die Welt von Rhythmus und Gehör unternehmen.

Jeder erhielt am Ende der Workshops eine Urkunde über seine Teilnahme zusammen mit dem „erfolgreich bestandenen Notenständer-Führerschein“ und konnte außerdem sein persönliches „Akkordeon GAMES“-Schnupperheft mit nach Hause nehmen. Und die Eltern? Sie waren zum Schluß nicht weniger überrascht und begeistert, ein „junges Orchester“ vorzufinden, dessen Kids ohne nennenswerte musikalische Vorbildung kamen, und das nach nur drei Stunden bereits drei kurze Titel harmonisch zusammen spielen konnte.

In gut sechs Wochen beginnen die Herbstferien. Weitere Workshop-Angebote und Termine stehen auch dafür von beiden Orchestern bereits im weiteren Ferienspatz-Programm. Und neue Ideen und Themen für das kommende Jahr sind schon so gut wie fertig.
Andreas Focks
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Hermann Schmidt aus Essen-West | 21.08.2014 | 08:05  
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