Sport, Spiel und ganz viel Spaß

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Oda Jürgens sorgt für gute Stimmung mit „Seemann, lass das träumen“. Foto: Henschke
 
Beim Deutschen Sportabzeichen ist Kugelstoßen gefragt. Foto: LSB
 
Fröhliches Improvisationstheater „Romeo und Julia“ beim bunten Abschlussabend. Foto: Henschke
Gelsenkirchen: Stadtspiegel Gelsenkirchen |

Die Gelsenkirchenerin Oda Jürgens leitet eine Familiensportfreizeit im schönen Sauerland

Sommerferien. 14 Tage lang Sport, Spiel und ganz viel Spaß. Nicht an der Nordsee, nicht am Ballermann, nicht in den Alpen. Nein, im Sauerland. Für die Gelsenkirchenerin Oda Jürgens „der ideale Urlaub“.

Wo sich Hase und Igel Gute Nacht sagen, da thront oben auf dem Berg die LSB-Sportschule: Das Sport- und Tagungszentrum in Sundern-Hachen. Durch die Gänge eilen sportlich gekleidete Menschen. Sie sind im besten Alter oder erst zweijährig, manche deutlich über 80 Jahre alt, viele Jugendliche. Überall auffallend gute Laune. In jeder Ecke ein Lächeln, ein kleines Schwätzchen, gerne auch mal eine lieb gemeinte Frotzelei. Das Bildungswerk des Landessportbundes lädt jeden Sommer ins Sauerland, um dort mit insgesamt 130 Teilnehmern einen „Aktivurlaub für die Familienbande“ zu verbringen.

Ins kalte Wasser gesprungen

Immer mittendrin Oda Jürgens aus Buer. Sie ist, aber das hört sie gar nicht gern, die „Chefin“ des Ganzen. Eine höchst engagierte Frau, im Schwimmverein, auch darüber hinaus. Doch über ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten mag sie partout nicht reden. Sie lässt lieber Taten sprechen, geht empathisch und warmherzig auf die Menschen zu, lässt sich aber nicht „die Butter vom Brot nehmen“. Oda Jürgens ist vor acht Jahren selbst als Teilnehmerin ins kalte Wasser gesprungen. Überlegung in der Familie damals: „Wir fahren doch gerne ins Sauerland. Da können wir doch mal aktiven Urlaub in Hachen machen. Die tolle Sportschule mit ihren unendlich vielen Möglichkeiten war uns bekannt von Fortbildungen des Schwimmverbandes.“ Nach einwöchigem Testurlaub war totale Begeisterung angesagt, allerdings: „Heulerei der Kinder im Auto auf der Rückfahrt. Daran hat sich übrigens bis heute nichts geändert. Im zweiten Jahr haben wir natürlich für zwei Wochen gebucht.“ Man muss ein wenig ausholen, um diese besonderen Ferien zu erklären. In der Tat, da reisen Familien an, wobei der Begriff extrem flexibel gehandhabt wird. Die Strukturen sind kunterbunt, das tägliche Angebot ebenfalls. Im Foyer warten Stellwände, dort prangen die Plakate mit dem Programm. Besonderer Kick dieser Freizeit: Jeder kann sich einbringen, darf sein Ding als Kurs anbieten. Immer mittags wird in einer großen Besprechung das Programm für den nächsten Tag festgezurrt. Was hat es nicht alles schon gegeben: Bogenschießen, Kin-Ball, Takeshi’s Castle, Qigong, Bienenwachskerzen drehen, Bobbycar-Rennen, Kinderbewegungsabzeichen, Sportolympiade, Disc-Golf, Doppelkopf, Mountainbike, das „Alternative“ Sportabzeichen mit Schlappenweitkicken und Dauerquasseln, Tischtennis, Sensiparcours, Zumba, Wasserrutsche und vieles mehr.

Morgens Gymnastik, abends Gesang

Parallel zur Familiensause findet eine spöttisch so genannte „Rentner“-Freizeit statt. Heißt hier natürlich irgendwie deutlich peppiger, nämlich „Aktiv und vital 50 plus“. Nach der morgendlichen Gymnastik sind die Muskeln gelockert, der Ferienfreizeitler an sich kann in den sportlichen Tag starten. Vielleicht mit der Walkinggruppe in die sauerländischen Berge? Oder doch lieber Sportabzeichen? Oder in die Muckibude? Man kann auch wandern, Freilfuftsport treiben bis zum Abwinken. Oder ein Abstecher zum nahe gelegen Sorpesee? Der LSB hat dort ein Bootshaus. Ein Sprung ins kühle Nass gefällig? Mit dem Kanu raus fahren? Basteln steht auch auf dem Programm. Abends müssen die ermatteten Helden ihre Streicheleinheiten bekommen. Für die Kleinen wird im Vorlesezimmer mit Märchen und Co das Zubettgehen eingeläutet. Die Mittelgroßen verdrücken sich, wollen unter sich bleiben. Die etwas Älteren und die ganz viel Älteren sind noch in der Sauna oder auf der Kegelbahn. Vielleicht grillen sie auch ein wenig, holen dann Gitarren und Songboks raus und singen lauthals Evergreens. Nie fehlen darf das schmalzige „Seemann, lass das träumen“. Oda Jürgens spielt natürlich mit, gerade beim Lied des Matrosen passt ihr „Schifferklavier“ ideal. Abends pulsiert das Leben vor allem in der Gaststätte „Tenne“ oder auf der dazugehörigen Terrasse. Wirt Willi ist eine Stimmungskanone, aber auch seine Thekenmamsells sind nicht ohne. So klingt ein sportlicher Tag stimmungsvoll aus, rasch in die bequemen Federn, morgen geht es weiter. Vielleicht gehe ich diesmal sogar zum Frühschwimmen?

Der ideale Urlaub

Was macht Hachen so stark? Für Oda Jürgens und ihre sportliche Familie ist die Sache klar: „Wir bewegen uns alle gern, insofern ist das der ideale Urlaub für uns. Da sind die vielen Angebote, sicher mit keinem Angebot anderer Urlaubsorte und Hotels zu vergleichen. Man fühlt sich sofort aufgenommen, fühlt sich sofort zu Hause. Der Service der Schule, das gute Essen. Das Team arbeitet hervorragend zusammen und geht auf fast alle Wünsche ein. Wer mag, kann sich selbst einbringen. Es kommt zu Gesprächen mit anderen Teilnehmern, die ja alle ähnlich ausgerichtet sind. Die Kinder werden gut aufgenommen. Manche müssen sich einen kleinen Ruck geben, aber dann fluppt das. Ob wir eventuell unseren Hauptsommerurlaub mal irgendwann woanders machen? Das steht überhaupt nicht zur Disposition. Als ich gefragt wurde, war es eine Ehre für mich, die Leitung zu übernehmen. Ich hoffe, den hohen Standard halten zu können. Nach meiner ersten Freizeit in Leitungsfunktion sind die Freude und der Spaß ungebrochen. Meine Familie und ich freuen uns wieder riesig auf 2018 und sind traurig, dass es noch so lange dauert.“

Fröhlichkeit bei Alt und Jung

Die traditionelle Abschlussveranstaltung mit Sketchen, Tanz und Gesang ist der Hit - gelungenes Finale einer grandiosen Freizeit. Von großer Fröhlichkeit geprägt, Alt und Jung bieten einen bunten Reigen an Musik, Akrobatik, Tanz. Die Zukunft der Freizeit scheint auf Perspektive gesichert. Für Nachwuchs ist gesorgt, wieder trafen etliche junge Familien mit kleinen Kindern ein, die Eltern wirkten sofort höchst kreativ mit. Alle möchten wiederkommen, noch weitere junge Familien ansprechen und nach Hachen einladen. Auch die von befreundeten Familien mitgeschleppten „Neuen“ waren allesamt begeistert und dürften wiederkommen: Frustriert waren nur diejenigen, die nur eine Woche gebucht hatten. Im nächsten Sommer sind sie dann 14 Tage dabei, das wäre doch gelacht!
Die für Fragen und Buchung zuständige Außenstelle des Bildungswerks NRW beim Mülheimer Sportbund ist unter www.sportbildungswerk-nrw.de/muelheim zu erreichen.
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