Clever Starter: "Ausbildungspaten" unterstützen Jugendliche beim Einstieg in den Beruf

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Glücklich bei der Arbeit: Sonja Renneberg hat mit Hilfe eines Ausbildungspaten ihren Traumjob Köchin gefunden.

Die Lehrer haben gestresst, Mathe war der stets unbezwingbare Endgegner und sowieso hat die Schule genervt. Schulabgänger, die sich hier wiederkennen, freuen sich umso mehr, das lange Kapitel „Schulzeit“ endlich abschließen zu können und nach vorne zu blicken. Doch wie geht es dann weiter? Eine Ausbildung machen oder an der Uni einschreiben? Bäcker oder Bänker, was soll aus mir werden?

Mit diesen Fragen nach beruflicher Orientierung sehen sich viele Jugendliche nach dem Ende ihrer Schulzeit konfrontiert. Diejenigen, die einen Ausbildungsplatz suchen oder sich bei der Berufswahl schwer tun, können die Erfahrung und Unterstützung eines „Ausbildungspaten“ in Anspruch nehmen. Beim Projekt der „Ausbildungspatenschaft“ unterstützen und begleiten ehrenamtlich tätige Paten Jugendliche auf dem Weg in den Beruf und darüber hinaus.

Vielfältige 1:1 Betreuung

Die 1:1 Betreuung durch die Paten ist vielfältig. Sie helfen ihrem „Schützling“ bei Bewerbungen, begleiten zur Arbeitsagentur, unterstützen bei der Lehrstellensuche und können bei Unstimmigkeiten im Betrieb als Vermittler fungieren. Sie dem Jugendlichen auch bei der Berufsfindung beratend zur Seite, indem sie mit ihm über seine Stärken und Schwächen, Interessen und Wünsche sprechen.
„Dass ich keine Friseurin werde, hat er auf Anhieb erkannt“, berichtet Sonja Renneberg von der ersten Begegnung mit ihrem Ausbildungspaten. Die 19-jährige Gladbeckerin macht derzeit eine Ausbildung zur Köchin im Restaurant „Casino Zollverein“ in Essen und hat die letzten Jahre ihres erfolgreichen Werdegangs auch ihrem Paten René Pauer zu verdanken. Der Diplom-Kaufmann hat der ehemaligen Gesamtschülerin nicht nur ihren jetzigen Traumberuf „Koch“ empfohlen, sondern auch beim Schreiben von Bewerbungen geholfen, sie in Rollenspielen auf Vorstellungsgespräche vorbereitet und auch sonst immer ein offenes Ohr gehabt. „In meiner ersten Ausbildungsstelle hat es Probleme gegeben“, erzählt Sonja. „Darum hat mich mein Pate in der Absicht bestärkt, zu wechseln. Eine wirklich gute Entscheidung.“
An ihrem neuen Arbeitsplatz fühlt sie sich jetzt umso wohler, den Rat ihres Paten und die Berufswahl hat sie nicht bereut. „Ich bin froh, Köchin geworden zu sein. Ich lerne ständig etwas Neues und koche auch zuhause die Gerichte von der Arbeit nach.“
Ausbildungspate René Pauer habe ihr auf dem Weg engagiert zur Seite gestanden, er sei immer da eingesprungen, wo es die Eltern nicht konnten. „Wie viele andere Jugendliche auch habe ich mit 16 Jahren noch etwas rumgetrödelt. Aber während meine Freunde noch gechillt haben, wusste ich schon, dass ich schnell arbeiten gehen möchte.“ Die Idee, eine Ausbildungspatenschaft einzugehen, hatte ihr ein ehemaliger Lehrer nahegelegt. „Da wurde ich neugierig. Und dachte mir: je mehr Hilfe, desto besser!“ Der „Draht“ zu einem Paten sei eben ein anderer als zu den Eltern.

Lebenserfahrung zählt

„Junge Menschen hören oft doch mehr auf dritte Personen. Die Worte eines Außenstehenden haben ein anderes Gewicht“, weiß Gudrun Gabriel, Vorsitzende des Vereins „AusbildungsPaten“ im Kreis Recklinghausen.
Für eine Patenschaft ist keine besondere Qualifikation nötig, die Paten sollten vielmehr über Lebens-und Berufserfahrung verfügen. Gabriel: „Alle eint der Wunsch, Jugendlichen die Unterstützung zu bieten, die diese in ihrem Umfeld nicht erhalten. Eine gewisse Frustrationstoleranz und Geduld sollten die Ehrenamtler genauso mitbringen wie Kontakt- und Kommunikationsfreude und die Bereitschaft, sich auf eine persönliche Beziehung zu ihrem ‚Patenkind‘ einzulassen.“

Info: Wer wissen möchte, ob in seinem Umfeld ein Ausbildungspaten-Projekt angeboten wird (oder selbst Pate werden möchte), geht auf www.ausbildungspaten-nrw.de. Hier sind unter ‚Links‘ Adressen von Projekten aufgeführt.

Ratgeber-Serie "Clever starter"

=> die komplette Übersicht zum Stand der clever Starter-Serie gibt es jederzeit unter lokalkompass.de/cleverstarter.
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