Elektro-Tankstellen sind "made in Lünen"

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E-Mobilität hat Zukunft - vielleicht fährt der schicke junge Mann mal ein Elektro-Fahrzeug? (Foto: Peter Meißner / moment-fotodesign.de)
 
Sahin Hakan ist einer der Mitarbeiter in der Hightech-Produktion der Ladesäulen. (Foto: Magalski)
Kanzlerkandidat Martin Schulz fordert eine verbindliche Quote für Elektroautos in Europa und geht es nach dem Willen der Bundesregierung rollen schon in drei Jahren eine Million E-Fahrzeuge über die Straßen der Republik. Kraftstoff kommt in Zukunft immer öfter aus der Steckdose und die Infrastruktur für die „Mission E“ aus Lünen.

Im Gewerbegebiet an der Wethmarheide in Lünen hat die Zukunft schon lange begonnen, auf einem Firmengelände zwischen Großbäckerei und Geflügelhof. Das Gebäude liegt etwas im Hintergrund, ist kein auffälliger Prachtbau mit viel Glas und Edelstahl - was zählt, sind die inneren Werte. Die EBG-Group hat hier ihren Hauptsitz und vor rund siebzig Jahren als Elektro Bauelemente GmbH gegründet, gibt es mittlerweile vier Unternehmensbereiche spezialisiert auf Elektrotechnik und Kunststofftechnik. Das Wissen aus Elektro-Sparte und Kunststoffverarbeitung vereinten die Experten der Firma und entwickelte vor acht Jahren die erste Ladestation. Die EBG compleo ist der für Elektromobilität zuständige Unternehmensbereich.Vom Ladestation-Prototyp bis heute hat sich viel getan, die EBG compleo bietet ihren Kunden mittlerweile vier verschiedene Grund-Ladestationen von Basic über Highline bis hin zum Schnelllader für den öffentlichen wie privaten Bereich an, je nach den Anforderungen und Wünschen der Nutzer mit weiteren Modifikationen. In Deutschland machte sich der Durchbruch in Sachen Elektromobilität vor rund zwei Jahren bemerkbar – seitdem hat sich die Zahl der Beschäftigten verdoppelt, der Umsatz stieg um das Dreifache. Compleo ist ein wachsendes Unternehmen und ständig auf der Suche nach neuen Mitarbeitern.

Norwegen, Ungarn, Schweden und Irland

Von Lünen machen sich die Ladesäulen auf ihren Weg in die Welt der Elektro-Mobilität. Dänemark, die Niederlande und Irland sind im europäischen Ausland die Spitzenabnehmer, in Irland stammt nach Angaben der EBG-Gruppe ein Großteil der Ladestationen von dem Unternehmen aus Lünen. Weitere Ladestationen in größerer Stückzahl gingen zum Beispiel nach Norwegen, Schweden, Österreich, Ungarn und Belgien, inzwischen sind in ganz Europa mehr als achttausend Ladepunkte von EBG compleo im Einsatz. Zu den Hauptkunden des Unternehmens zählen Stadtwerke. Die Ladestation der Stadtwerke Lünen in der Nähe des Rathauses kommt ebenfalls von der Wethmarheide. Ein Stück Lünen gibt es seit kurzer Zeit auch in Form einer Schnelllader-Säule am Flughafen Frankfurt. Im Auftrag eines großen Logistikunternehmens entstehen darüber hinaus mehr als tausend Ladepunkte an seinen Standorten in ganz Deutschland. Ladesäulen aus dem Hause EBG compleo stehen unter anderem auch in München, Berlin und Hamburg.

Treffen mit Automobil-Herstellern

In Elektrotankstellen steckt eine Menge Computertechnik, mit ihrer Hilfe kommuniziert die Ladesäule mit dem Fahrzeug, etwa über die maximale Ladespannung. Betreiber der Ladepunkte haben über eine Software zudem Echtzeit-Zugriff inklusive vieler technischer Möglichkeiten, wie dem Entriegeln des Steckers über Fernsteuerung oder das Zurücksetzen der Hardware nach einem Fehler. Mitarbeiter aus Lünen waren erst vor wenigen Wochen mit weiteren Ladesäulen-Herstellern bei einem „Testival“ in Frankreich, prüften vor Ort das Zusammenspiel ihrer Produkte mit den verschiedenen Elektro-Modellen der Auto-Hersteller. Treffen dieser Art finden regelmäßig statt und helfen bei der Weiterentwicklung und kontinuierlichen Verbesserung der Compleo-Säulen – alles „made in Lünen an der Lippe“. Elektromobilität wird , da ist man sich im Unternehmen sicher, eines der großen Themen der nächsten Jahre. Compleo ist Latein und bedeutet in einer Übersetzung „vollenden“ – in Lünen ist man bei der Entwicklung von innovativen Produkten für die E-Mobilität mit Sicherheit noch lange nicht am Ende. 

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