Filmteam macht Zivilcourage-Test in der City

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Die "Komplizen" ringen den Musiker zu Boden, der "Täter" ist schon über alle Berge. (Foto: Magalski)
Matthias spielt Gitarre auf der Lippebrücke, doch Minuten später wird der junge Mann Opfer eines brutalen Überfalls. Zwei Männer ringen den Musiker zu Boden, ein dritter Täter flüchtet mit dem Hut-Geld - zeigen die Menschen in Lünen Zivilcourage?

Ja! Passanten reagieren in wenigen Augenblicken. Ein Ehepaar geht resolut auf die Täter zu, kommt Straßenmusiker Matthias zur Hilfe und auch ein weiterer Mann. Kevin, Niklas und Jamshad, die Darsteller der vermeintlichen Räuber, erklären schnell die Situation. Der Überfall war nur en Schauspiel, ein Test zur Zivilcourage. Linda und Angelo, zwei andere Team-Mitglieder, haben die "Tat" auf Kamera, gefilmt aus einem Versteck in der Nähe und das zweite Team interviewt nun Passanten vor der Kamera zu ihrem Verhalten. Die Attacke wirkt zugegeben sehr echt und aus diesem Grund informierten die Crews vor dem Start alle wichtigen Stellen wie die Polizei und die Stadt Lünen. Der Filmdreh mit Unterstützung der Landesanstalt für Medien in der Fußgängerzone ist Teil eines Projekts für Arbeitsuchende im Multikulturellen Forum. Falk steht den jungen Erwachsenen als Medientrainer und Profi zur Seite. Der Test wird später zu einem zwölf Minuten langen Film geschnitten und läuft Ende Oktober im Bürgerfernsehen NRWision im digitalen Kabel.

"Räuber" haben in Fußgängerzone schlechte Karten

Ortswechsel. Der Brunnen vor der Stadtkirche St. Georg ist dieses Mal der Tatort. Matthias spielt wieder Gitarre, wieder kommen die Räuber, wieder ringen Kevin und Jamshad den Musiker zu Boden und Niklas ergreift mit der Beute die Flucht. "Hey!" Der Schrei von Verkäuferin Barbara aus Lünen schallt laut durch die Fußgängerzone und macht andere Passanten aufmerksam auf die bedrohliche Situation. Gegenwehr schlägt dem "Räuber-Trio" entgegen und wären Kevin, Niklas und Jamshad echte Täter, sie hätten wohl schlechte Chancen. Die Filmcrew zieht die Reißleine. "Angst hatte ich nicht, über mögliche Folgen für mich habe ich nicht nachgedacht, ich wollte dem jungen Mann einfach helfen", sagt Verkäuferin Barbara später im Interview. Die Lünerin steht mit ihrer mutigen Einstellung nicht alleine, zeigt die Bilanz am Ende des Drehtages. Vom Einsatz der Passanten sind die Projekt-Teilnehmer positiv überrascht - Zivilcourage ist für viele Lüner auf alle Fälle kein Fremdwort.

Thema "Zivilcourage" im Lokalkompass:
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