Wo die "Gute Luise" ein Zuhause fand - 20 Jahre Streuobstwiese / Jubiläums-Veranstaltungen am 20. Mai

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Die Streuobstwiese in Rheinberg wurde seit 20 Jahren gehegt und gepflegt. Das trägt im wahrsten Sinne des Wortes Früchte - und wird am 20. Mai groß gefeiert. Foto: privat

Als 1997 der NABU mit finanzieller Unterstützung der NRW-Stiftung die Streuobstwiese in Rheinberg kaufte, war allen Beteiligten klar, dass nur Nachhaltigkeit zum Erfolg führt. Das beweist sich jetzt - seit 20 Jahren.

Der Urgedanke der Rheinberger NABU-Gruppe bestand darin, diese Wiese als Musterstreuobstwiese der breiten Bevölkerung regelrecht schmackhaft zu machen. Das unvergessliche Obstwiesenfest 97 in Orsoy war nur ein Anfang, um auf die Wertigkeit solch artenreicher Lebensräume aufmerksam zu machen.
28.000 Quadratmeter Fläche wollen beackert, gepflegt und geliebt werden. Der Vergleich von damals zu heute lässt erkennen, dass die gesteckten Ziele von vor über 20 Jahren Stück für Stück realisiert werden konnten.
Ein Meer aus Brennesseln und Disteln konnten durch eine kontinuierliche Beweidung mit Schafen erfolgreich eingedämmt werden. Die kurz gehaltene Wiesenstruktur bietet dem bedrohten Steinkauz genügend Möglichkeit, Beute zu finden. Alle zwei Jahre pflegt der NABU gemeinsam mit der Naturschutzjungend die Weißdornhecke, damit vielen Spaziergängern der Blick in die Wiese erhalten bleibt.
Neben den seinerzeit dringend pflegebedürftigen, alten Obstbäumen fanden mehr als 20 Jungbäume ein neues Zuhause. Alte Kultursorten wie etwa Alexander Lukas, Schneiders Spätknorpel oder die Gute Luise liefern heute leckeres Obst und sind ein wichtiger Ersatz der dem Sturm zum Opfer gefallenen alten Obstbäume. Obstbaumschnittlehrgänge mit Wilfried Ingensiep in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule stehen nach wie vor jedes Jahr auf der Tagesordnung. Vogelstimmen- und Kräuterexkursionen verdeutlichen zudem den interessierten Teilnehmern, wie vielen Tier- und Pflanzenarten der Lebensraum Streuobstwiese ein Zuhause bietet.
Durch die Bewässerung des alten Stadtgrabens 2009 von der Binsheimerstraße bis zur Bendstege konnte auch das alte Kolk, das heute wie damals von einem Kopfweidenkreis eingesäumt ist, wiederbelebt werden.

Bienen, Wildblumen und ein Preis

Vor fünf Jahren fanden erstmals auch die fleißigen Bienchen ein Zuhause in der Streuobstwiese. Durch die engagierte Imkerei „Honig aus Orsoy“ mit Ulrike Reimann und Peter Schöttler ist jetzt auch neben der Obsternte die Honigernte ein wichtiger Bestandteil im Lebensraum Streuobstwiese. Durch das gemeinsame Engagement wurde der Gedanke „Rheinberg blüht auf“ geboren. Beispielhaft wird auf der Obstwiese ab August, mit Unterstützung der Biologischen Station Kreis Wesel, ein erstes Teilstück als blühende Wildblumenwiese angelegt. Weitere Flächen auf Rheinberger Stadtgebiet werden gesucht.
Im Herbst 2015 wurde die Streuobstwiese zum grünen Klassenzimmer für die Gemeinschafts-Grundschule Budberg-Orsoy. Für den regelmäßig stattfindenden Unterricht bei Wind und Wetter mit Erlebnispädagogin Maria Gerlach erhielt die Schule 2016 den Dr. Hermann Klingler-Preis vom NRW NABU-Landesverband. Mit weiterer Unterstützung der Giro-Cent-Spender der Sparkasse am Niederrhein wird ein einzigartiges Insektenhotel zusammen mit der blühenden Wiese das Projekt ergänzen. Dies und vieles mehr wäre alles nicht möglich, würde die Gruppe Rheinberg nicht immer wieder tatkräftige Unterstützung der vielen ehrenamtlichen Helfer und Förderer erfahren.
Am 20. Mai finden anlässlich des Jubiläums zahlreiche Veranstaltungen statt.
Um 9 Uhr gibt es eine Vogelstimmenexkursion, um 12.30 Uhr eine Wiesen-/Kräuterführung. Dafür werden Anmeldungen unter Tel.: 02844/2725 entgegen genommen.
Um 10 Uhr folgt eine Imkerführung für Kinder, um 11.30 Uhr für Erwachsene. Anmeldungen hierfür unter Tel.: 01522/5852517. Ab 11 Uhr können Kinder Insektennisthilfen bauen, um 13 Uhr startet eine offene Imkerführung für interessierte Besucher ohne Anmeldung.
Ab 10 Uhr gibt es am Stand der Biologischen Station Kreis Wesel unter dem Motto "Rheinberg blüht auf" alles Wissenswerte zum Thema artenreiche Wiesen. Vorgestellt werden die vielfältigen und farbenprächtigen Wiesenpflanzen des Niederrheins.

Gesucht: Flächen für Wildblumenwiesen

Wer eine Wiese im Kreis Wesel besitzt, die mindestens eine Flächengröße von 1.500 Quadratmetern aufweist und zweimal im Jahr geschnitten wird, kann mit tatkräftiger und auch „finanzieller“ Hilfe rechnen, um die Wiese durch Einsaaten aufzuwerten. Die landwirtschaftliche Nutzbarkeit der Flächen bleibt erhalten. Flächen im Garten können allerdings nicht berücksichtigt werden. Infos gibt es am Stand oder direkt bei der Biologischen Station im Kreis Wesel bei Sabine Engler unter Tel.: 0281/9625213.
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