Wattenscheid könnte mit Studentenexpress zur Studentenstadt werden

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Studentenexpress (Foto: Minseong Kim, https://commons.wikimedia.org/wiki/User:IMKSv)
 
Freiflächen in Wattenscheid, die ggf. für studentische Wohnprojekte geeignet wären (Foto: GEOportal NRW)
Bochum: August-Bebel-Platz | Was fehlt der Wattenscheider Innenstadt? Junges Publikum, attraktive Geschäfte, die nicht zu Billigketten gehören und mehr spannende Gastronomie. Da waren sich engagierte Wattenscheider Bürger und die STADTGESTALTER einig, die sich am 11.06. zu einem Rundgang durch die Wattenscheider Innenstadt getroffen hatten, um neue Ideen für Wattenscheid zu entwickeln.

Die Voraussetzung für attraktive Geschäfte und weitere spannende Gastronomie, ist mehr junges Publikum in Wattenscheid. Studierende könnten die Innenstadt beleben. In Studentenstädten gibt es eine Vielzahl von Geschäften, Cafés und Restaurationen, deren Angebote sich besonders an Studenten richten, die aber auch alle anderen Einwohner zu schätzen wissen. Für solche Angebote wäre die Wattenscheider Innenstadt eigentlich ein idealer Ort. Hier gibt es genug verfügbare Ladenlokale, eine weitläufige Fußgängerzone, Plätze und Wohnmöglichkeiten in direkter Nähe zur Fußgängerzone. Die Innenstadt hat also das Potential langfristig das urbane Zentrum einer Studentenstadt werden.

Für Studenten muss alles schnell fußläufig erreichbar sein. Studenten ziehen da hin, wo die Wege zwischen Wohnung, Einkaufsbereichen und Freizeitangeboten kurz sind. Die meisten Studenten haben kein Auto oder benutzen es nur wenig. Nur 16% der Studenten fahren die RUB mit dem Auto an (Mobilitätsstudie RUB).

Freie Flächen, um rund um die Wattenscheider Innenstadt Wohnmöglichkeiten für Studenten zu schaffen, gibt es genug (Karte Flächen für studentisches Wohnen). Auf den Flächen könnten Studentenwohnheime entstehen oder Wohngebäude, die auf Studenten zugeschnittene Wohnangebote anbieten wie z.B. Studentenappartments oder Räume für Wohngemeinschaften. Dazu ließen sich ggf. Vermieter motivieren ihre Wohnobjekte nach studentischen Bedürfnissen herzurichten.

Aktuell liegt in Wattenscheid der durchschnittliche Mietpreis für Wohnungen unter 40 qm bei 5,32 Euro/qm, in Bochum bei 7,50 Euro/qm. Betrachtet man nur die Mietpreise ist Wattenscheid für Studenten schon heute sehr attraktiv.

Bisher wohnen aber trotzdem kaum Studenten in Wattenscheid. Die Anfahrtswege zur Ruhr-Universität (RUB), zur Hochschule Bochum oder zur Universität Essen sind zu lang. Unter 30 Minuten ist der Weg mit Bus und Bahn kaum zu schaffen. Aufgrund von Verspätungen und Umsteigen dauert es regelmäßig 40 Minuten und mehr bis die Studenten an den Hochschulen angekommen sind. Verbindungen ohne Umsteigen, gibt es nicht. Attraktiv für Studenten wird Wattenscheid erst, wenn die Universitäten und Hochschulen unter 20 Minuten und ohne Umsteigen zu erreichen sind.

Das ist nur mit einem direkten Expressbus möglich. Der würde die Strecken zur RUB und Universität Essen im Idealfall in 14 Minuten schaffen. Richtig attraktiv wäre der Studentenexpress, wenn dieser aller 10-20 Minuten Wattenscheid mit, RUB, Hochschule Bochum und der Universität Essen ohne Umsteigen verbinden würde. In Wattenscheid müssten, um alle Wohnorte der Studenten anzubinden, 3-4 Haltestellen eingerichtet werden. Sonst sollte der Express ohne weiteren Halt bis zu den Hochschulen durchfahren (Streckenplan Studentenexpress).

Der Bau neuer studentisch genutzer Wohngebäude und die Einrichtung des Studentenexpresses wird nur funktionieren, wenn beides Hand in Hand geht. Es müssen Investoren gefunden werden, die bereits sind auf innenstadtnahen Flächen Wohnungen für Studenten zu errichten oder Bestandgebäude für studentisches Wohnen herzurichten, die gleichzeitig bereit sind den Betrieb des Studentenexpresses zu unterstützen. Für den Anlauf des Betriebes, könnte die Stadt die Einrichtung der Expressbuslinie unterstützen, auf Dauer sollte diese aber kostendeckend von den Vermietern der Benutzer finanziert werden. Würde von den Vermietern 1 Euro der Miete pro qm und Monat für den Betrieb des Expressbuses abgeführt, dann stünden bei Apartments mit einer Größe von 25qm, 25 Euro pro Monat für den Busbetrieb zur Verfügung. Bei 2.000 potentiellen Nutzern kämen so jeden Monat 50.000 Euro zusammen. Damit wäre ein kostendeckender Betrieb der Expresslinie möglich.

Von einer Studentenstadt spricht man wenn mindestens 15% der Einwohner Studenten sind. Das wären bezogen auf Wattenscheid knapp 11.000 Studierende. Aktuell wohnen in der Stadt 1.000 bis 1.500. Bis zu einer Studentenstadt ist es also noch ein langer Weg. Gelänge es auf Dauer 10.000 Studenten als neue Bewohner für Wattenscheid zu gewinnen, ginge es in der Stadt wieder aufwärts. Die Studenten könnten auf die Stadt wie ein Jungbrunnen wirken.

Außer Frage steht, dass es vieler weiterer Maßnahmen bedarf, die Wattenscheider Innenstadt wieder zu beleben und attraktiver zu machen. Auch da haben die STADTGESTALTER noch einige Ideen, die in den nächsten Wochen vorgestellt werden sollen.

Volker Steude
Die STADTGESTALTER - politisch aber parteilos
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9 Kommentare
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Ferdinand Büscher aus Bochum | 20.06.2016 | 09:28  
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Dr. Volker Steude aus Bochum | 20.06.2016 | 12:49  
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Ferdinand Büscher aus Bochum | 20.06.2016 | 13:06  
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Dr. Volker Steude aus Bochum | 20.06.2016 | 13:43  
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Ferdinand Büscher aus Bochum | 20.06.2016 | 14:04  
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Christoph Nitsch aus Bochum | 20.06.2016 | 15:53  
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Ferdinand Büscher aus Bochum | 20.06.2016 | 16:13  
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Dr. Volker Steude aus Bochum | 20.06.2016 | 16:33  
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Ferdinand Büscher aus Bochum | 20.06.2016 | 16:58  
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