Waldgebiet in Bergkamen von gefährlicher Krankheit befallen (MIT VIDEO!)
Vorsicht: Ahhhhhhhorn!

Patrick Busse von Wald und Holz NRW lässt niemanden in das befallenen Waldstück. | Foto: Fotos: Nina Sikora
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Das kleine Wäldchen am Ulmenweg ist krank. Die „Rußrindenkrankheit“ hat den dortigen Ahornbestand befallen und ist auch für Menschen gefährlich (wir berichteten).

Von Nina Sikora

 „Das ist kein Spaß!“, betont Patrick Busse von Wald und Holz NRW am Ort des Geschehens nahe der Realschule an der Hochstraße. „Man darf sich dem Gebiet nur in entsprechender Schutzkleidung nähern“, erklärt der Fachmann, während er seine Atemmaske abnimmt.

Schuld ist der heiße Sommer 2018

Etwa 65 Ahornbäume sind in dem kleinen Waldgebiet von der Krankheit befallen. Das ist eine Menge für die kleine Fläche. Begünstigt wurde die Verbreitung, der in dieser Region neuartigen Krankheit, durch den heißen Sommer 2018 und der anhaltend trockenen Witterung in diesem Jahr.

Besonders Ahorn befallen

Die Krankheit ist eigentlich ein Pilz. „Er sieht ein bisschen wie Kaffeesatz an der Rinde aus“, so Busse. Der schwarze, rußartige Belag hinter der Rinde sind die Pilzsporen, die der „Rußrindenkrankheit“ ihren Namen gibt. Befallene Bäum sterben innerhalb relativ kurzer Zeit ab. Insbesondere der Bergahorn ist anfällig für den Pilz, aber auch Spitz-, Silber- und Feldahorn können von der Krankheit befallen werden. „Ob auch noch andere Bäume befallen werden können, da ist man sich noch nicht ganz sicher“, erläutert der Experte vom Regionalforstamt Ruhrgebiet.

Entzündung der Lungenbläschen

Wenn die Rinde der befallen Ahornbäume aufplatzt, wird es auch für den Menschen gefährlich. Das ist bereits bei einigen Bäumen der Fall. „Viele Leute, die damit zum Beispiel im eigenen Garten in Berührung gekommen sind, sind mit Lungenentzündungen in Krankenhaus gelandet“, berichtet der Experte von Wald und Holz NRW. Die Sporen des Pilzes können eine Entzündung der Lungenbläschen hervorrufen – besonders bei vorerkrankten Personen oder intensivem Kontakt. Deshalb ist schnelles Handeln gefragt.

Waldstück abgesperrt

Das kleine Waldstück wurde abgesperrt. Am gestrigen Dienstag, 11. Juni, fällte ein Forstunternehmen unter Schutzausrüstung die befallenen Bäume und brachten sie in eine Verbrennungsanlage. "Wir haben den schulfreien Tag der nahen Realschule und das feuchte Wetter genutzt", begründet Busse den Einsatz am gestrigen Dienstag. So kommen die Schüler nicht zufällig in Kontakt mit den Sporen und die Nässe sorgt dafür, dass diese sich auch nicht so leicht über die Luft ausbreiten können.

„In etwa einem halben Jahr werden wir das Wäldchen wieder untersuchen und schauen, ob der Pilz wirklich weg ist“

Ob die gestrigen Maßnahme allerdings ausreichend sind, das steht noch nicht fest. „In etwa einem halben Jahr werden wir das Wäldchen wieder untersuchen und schauen, ob der Pilz wirklich weg ist“, sagt Forstinspektor Busse. Die Sperrung des Waldgebietes ist bis dahin jedoch aufgehoben. Für den Menschen besteht aktuell zunächst keine Gefahr mehr.


Die Rußrindenkrankheit:

  • Die Entstehung wird begünstigt durch trockenes, heißes Wetter. 
  • Befallen sind vorwiegend Ahornarten, insbesondere der Bergahorn. 
  • Betroffene Bäume sterben innerhalb eines oder mehrerer Jahre ab. 
  • Symptome: Abblättern der Rinde an der Stammbasis, Schleimfluss sowie schwarzer, rußartiger Belag hinter der Rinde und absterbende Krone. 
  • Für den Menschen können die Sporen gefährlich werden und Lungenentzündungen auslösen.
Autor:

Nina Sikora aus Essen

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