Ölpellets
umweltgerechte Verbrennung auf 1100 Grad nicht in Sicht!

Uniper Kraftwerk in Gelsenkirchen-Scholven
  • Uniper Kraftwerk in Gelsenkirchen-Scholven
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Aus für Ölpellets-Verbrennung? Fehlanzeige!

Am 8. Januar verkündete die WAZ Gelsenkirchen „Verbrennung von Ölpellets soll enden“. Das ging aus einer Antwort der Landesregierung Nordrhein-Westfalen auf eine Anfrage des Grünen-Abgeordneten Norwich Rüße hervor. Wenn man diese Ankündigung von Uniper genauer unter die Lupe nimmt,  entpuppt sie sich als reines Greenwashing!

Von höchster Stelle wird nun unter Berufung auf eine „Verzichtserklärung“ von Uniper so getan, als wären Uniper und die BP als Lieferant dieser Giftpellets plötzlich umweltfreundlich. Wir sollen glauben, dass die Monopolkonzerne ihr Herz für den Umweltschutz und für die Bevölkerung entdeckt haben, die Jahrzehnte lang unter den in die Luft geblasenen krebserregenden Schwermetallen Nickel und Vanadium zu leiden hatten.

Bis zum 1. April werde also die Ölpellet-Verbrennung „vollständig eingestellt“. Ja, super! Wird damit nun endlich der Forderung Folge geleistet, auf der vom überparteilichen Wahlbündnis AUF Gelsenkirchen, dem Aktionsbündnis gegen Ölpelletverbrennung – für saubere Luft beharrt wird? Weit gefehlt. Es handelt sich nur um das Uniper-Kraftwerk in Gelsenkirchen Scholven. Dieses Steinkohlekraftwerk, eine der größten Dreckschleudern Europas, wird in ein Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk umgebaut. Da man die Ölpellets wohl kaum unter das Gas mischen kann, bleibt die BP fürderhin auf ihrem Sondermüll sitzen, den sie, anstatt ihn teuer und umweltschonend zu entsorgen, zu Brennstoff umdeklariert und an die Uniper verkauft hat.

Von wegen „Verzichtserklärung“. Der einzige Grund, warum auf dieses Win-Win-Geschäft zwischen BP und Uniper, an dem sich beide Konzerne auf Kosten der Gesundheit der Menschen maßlos bereichert haben, verzichtet wird, ist die Schließung des Kohlekraftwerks. Das geschieht einerseits aufgrund des wachsenden Drucks der Umweltbewegung, aber nicht ohne die Absicherung, noch höherer Profite durch einen subventionierten Umbau auf eine kleinere Dreckschleuder, denn  auch Gas ist ein fossiler Brennstoff und trägt zur Klimaerwärmung bei. Die Höhe der „Entschädigung“ wird geheim gehalten.

Die entscheidende Frage ist: was passiert künftig mit diesem Sondermüll? Von einem Ende der Ölpellets-Verbrennung, wie von der WAZ suggeriert, kann keine Rede sein. Sie werden unbehelligt von der Shell-Raffinerie in Köln u. a. in der Kokerei in Bottrop verbrannt und auch das Uniper Kraftwerk in Scholven kann sich bis zum letzten Tag auf die vom Umweltministerium NRW bescheinigte Rechtmäßigkeit stützen. Selbst die Staatsanwaltschaft Köln hat sich seinerzeit geweigert, Ermittlungen gegen die Raffinerien aufzunehmen, weil die Beschuldigten zum Zeitpunkt des Einsatzes der Rückstände von deren Umweltgefährlichkeit nichts gewusst hätten?

Diese Ölpellets als giftiger Sondermüll gehören in einer Sondermüllverbrennungsanlage bei mindestens 1100 Grad Celsius verbrannt, da so nur die enthaltenden Giftstoffe wie Schwermetalle neutralisiert werden können. Das ist natürlich nicht billig. Da ist es schon rentabler, den Sondermüll in einem Kohlekraftwerk zu verbrennen, das aber gerade einmal um die 700 °C erreicht und das tödliche Gift in die Luft bläst. Nach mir die Sintflut!

Was passiert in Zunkunft mit den Ölpellets?  Welches Umweltverbrechen plant die die BP für die Zukunft? Sollen die Ölpellets etwa in der Kokerei in Bottrop verbrannt oder in der Zentraldeponie Emscherbruch verklappt werden, wo schon seit 2017 Petrolkoks der Shell vermischt mit anderen Abfällen deponiert werden? Hier ist allerhöchste Wachsamkeit geboten. (siehe auch Quelle www.rf-news.de)

Autor:

Ulrich Achenbach aus Bochum

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