Bundestagsdrucksache warnte bereits vor acht Jahren vor Pandemie
Vorbeugungsmaßnahmen wären möglich gewesen

Durch Internetrecherchen stieß ich im Zusammenhang mit der Pandemie durch Virus Modi-Sars auf eine interessante Bundestagsdrucksache mit der Aktennummer 17/2051 aus 2013 (Quelle: https://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/120/1712051.pdf). 

Schon damals wurde vor einer möglichen Pandemie durch den Virus Modi-SARS gewarnt. Auf Seite 5 steht: Die Risikoanalyse ‚Pandemie durch Virus Modi-SARS‘ wurde unter fachlicher Federführung des Robert Koch-Instituts und Mitwirkung weiterer Bundesbehörden durchgeführt.

Es wird ein mögliches Seuchengeschehen beschrieben, das auf der Verbreitung eines neuartigen Erregers basiert. Hierfür wurde der zwar hypothetische, jedoch mit realistischen Eigenschaften versehene Erreger ‚Modi-SARS‘ zugrunde gelegt. 

Aus der Vergangenheit ist bekannt, dass Erreger mit neuartigen Eigenschaften, die ein schwerwiegendes Seuchenereignis auslösen, plötzlich auftreten können (z. B. SARS-Coronavirus (CoV), H5N1-Influenzavirus, Chikungunya-Virus, HIV). Unter Verwendung vereinfachter Annahmen wurde für dieses Modi-SARS-Virus der hypothetische Verlauf einer Pandemie in Deutschland modelliert, welcher sowohl bundesrelevant als auch plausibel ist.“

Vorausschauend wird auf Seite 57 ausgeführt: „Das Szenario beschreibt eine von Asien ausgehende, weltweite Verbreitung eines hypothetischen neuen Virus, welches den Namen Modi-SARS-Virus erhält … In Ausnahmefällen kann Seuchengeschehen auch auf akzidentelle oder intentionale Freisetzung zurückgehen … Die Inkubationszeit … kann sich aber in einem Zeitraum von zwei bis 14 Tagen bewegen".

Wie bekannt ist, sind Symptome Fieber und trockener Husten, die Mehrzahl der Patienten hat Atemnot. Das Ereignis begann im Februar in Asien, wurde dort erst einige Wochen später in seiner Dimension/Bedeutung erkannt. Der Erreger stammt aus Südostasien, wo der bei Wildtieren vorkommende Erreger über Märkte auf den Menschen übertragen wurde. Das Ereignis trat global auf (hauptsächlich Asien, Nordamerika, Europa), inzwischen hat das Corona-Virus die ganze Welt mit unterschiedlichen Schwerpunkten erreicht. Die Risikoanalyse ‚Pandemie durch Virus Modi-SARS‘ wurde unter fachlicher Federführung des Robert Koch-Instituts und Mitwirkung weiterer Bundesbehörden durchgeführt“ 

Weiter kann man auf Seite 57 lesen: „In Ausnahmefällen kann Seuchengeschehen aber auch auf akzidentelle  oder intentionale Freisetzung zurückgehen, z. B.:

akzidentelle Freisetzung beispielsweise durch einen Laborunfall (wie bei einzelnen Fällen nach der SARS-Pandemie oder die H1N1-Influenza 1977, die sogenannte „Russische Grippe“, die vermutlich Folge einer Laborfreisetzung war (Scholtissek et al., 1978; Zimmer and Burke, 2009)
intentionale Freisetzung im Bereich der Lebensmittelerpressung oder auch mit bioterroristischem Hintergrund (bekanntestes Beispiel sind hier die „Anthrax-Briefe“ in den USA 2001).“

Bereits damals wurden Vorschläge zur Eindämmung der Pandemie gemacht: "Beispielsweise Schulschließungen und Absagen von Großveranstaltungen. Neben diesen Maßnahmen, die nach dem Infektionsschutzgesetz angeordnet werden können, gabt es weitere Empfehlungen, die zum persönlichen Schutz ... beitragen wie die Einhaltung von Hygieneempfehlungen." (S. 62)

Vor allen Dingen wurde auf die medizinische Versorgung hingewiesen: "Arzneimittel, Medizinprodukte, persönliche Schutzausrüstungen und Desinfektionsmittel werden verstärkt nachgefragt. Da Krankenhäuser, Arztpraxen und Behörden in der Regel auf schnelle Nachlieferung angewiesen sind, die Industrie die Nachfrage jedoch nicht mehr vollständig bedienen kann, entstehen Engpässe." (S. 73)

Deutschland wie auch zahlreiche andere Staaten haben nicht auf den schon im April 1999 veröffentlichen Leitfaden der Weltgesundheitsorganisation (WHO) an alle Staaten  „Influenza Pandemic"  reagiert. In ihm werden Vorsorgemaßnahmen gegen künftige Bedrohungen durch Influenza-Pandemien empfohlen. Anstatt ausreichende Schutzausrüstung wie Schutzkleidung, Atemschutzmasken zu produzieren und vorzuhalten, wurden aus Profitgründen die Produktionsschienen ins Ausland, vor allem nach China verlagert. Im Gesundheitswesen allgemein wurde das höchste Gut der Menschheit, nämlich die Gesundheit, fast zu einer Ware degradiert. Krankenhäuser entwickelten sich zu wirtschaftlichen Unternehmen, Personal wurde drastisch reduziert und Betten wurden abgebaut, viele angeblich unrentable Krankenhäuser geschlossen, was die medizinische Versorgung und Betreuung der Patienten, besonders auch in Pflegeeinrichtungen, drastisch verschlechterte. Einen Pflegenotstand sowohl in Krankenhäusern als auch in Pflegeeinrichtungen gibt es lange schon vor dem Ausbruch der aktuellen Corona-Krise und ist hausgemacht! Außerdem wurden durch schlechte Bezahlung des Gesundheitspersonals und die Arbeitsbedingungen diese Berufe unattraktiv. Die Behauptung der Bundesregierung, Pflegepersonal sei auf dem deutschen Arbeitsmarkt nicht mehr zu finden, trifft daher nicht zu. In der jetzigen Situation melden sich viele besonders junge Freiwillige für einen Dienst im Gesundheitswesen!

Man darf auch jetzt nicht darauf vertrauen, dass der deutsche Staatsapparat und schon erst recht nicht Staaten mit Unrechtregimen aus der jetzigen Corona-Pandemie lernen werden. Anstatt Milliarden Euro für Rüstungsgüter zu verschwenden, sollte alles darangesetzt werden, Seuchen (die größten Feinde der Menschheit) erfolgreich zu bekämpfen!

Sofortige Aufstockung des Gesundheitspersonals wie Ärzte, Krankenschwester- und pfleger usw.  sowie der Ausbau der Produktion von hygienischen Artikeln, medizinischen Geräten usw. im Inland! Profitstreben hat hier nichts verloren!

Autor:

Ulrich Achenbach aus Bochum

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