Vorbild Hoffenheim: Neitzel und Todt weg

Ein gemeinsamer Blick auf vergangene Tage beim VfL an der Castroper Straße: Ex-Trainer Karsten Neitzel (l.) und Ex-Sportvorstand Jens Todt im Stadtarchiv an der Wittener Straße 47.
  • Ein gemeinsamer Blick auf vergangene Tage beim VfL an der Castroper Straße: Ex-Trainer Karsten Neitzel (l.) und Ex-Sportvorstand Jens Todt im Stadtarchiv an der Wittener Straße 47.
  • Foto: Molatta
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Paukenschlag beim VfL Bochum - Neururer kehrt zurück

Mit einer faustdicken Überraschung begann die Woche beim VfL Bochum. Nach dem Debakel gegen Aue und einem Wochenende, das kommunikationstechnisch einen weiteren Offenbarungseid darstellte, zog der VfL am Vormittag die Reißleine und folgte dem Vorbild der TSG Hoffenheim. Trainer Karsten Neitzel und Sportvorstand Jens Todt wurden mit sofortiger Wirkung beurlaubt – nicht ganz unerwartet. Doch die Rückkehr von Peter Neururer an die Castroper Straße ist ein echter Paukenschlag! Damit hatte wohl so gut wie niemand gerechnet.

Wie ist diese Aktion einzuordnen? Ein Festhalten an Neitzel und Todt war spätestens mit der Niederlage gegen Aue schlicht unmöglich geworden. Hätte der Aufsichtsrat das Duo weitermachen lassen, hätte er damit die ihm nachgesagte Handlungsunfähigkeit unter Beweis gestellt.

„Die Ergebnisse der vergangenen Wochen, die derzeitige Tabellensituation und nicht zuletzt der Auftritt der Mannschaft am Freitagabend gegen einen direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt sind die Grundlagen dieser Entscheidung“, begründete Hans-Peter Villis, der Aufsichtsratsvorsitzende des VfL Bochum, die Doppelentlassung auf der Homepage des Vereins.

Jens Todt, der in knapp zwei Jahren beim VfL eine verheerende Transferbilanz zu verantworten hat, hatte noch am Samstag verlauten lassen, dass er die Zukunft von Trainer Karsten Neitzel zunächst offen ließe. Dass er sich auch hierbei täuschte, ist ein weiterer Beleg für seine mangelnde Fähigkeit, gewisse Ereignisse und Entwicklungen richtig einzuordnen. Längst war jedem klar, dass die Entlassung Neitzels mit der Demission Todts einhergehen würde. Nicht nur sportlich war seine Bilanz unterirdisch, auch die Kommunikation, die Todt unterstand, war dort angekommen, wo der Verein in der nächsten Saison schlimmstenfalls spielen wird.

Nach acht Jahren wieder auf der Bochumer Bank

Nun also Peter Neururer. Mal ganz ehrlich, wer hätte damit gerechnet? Hans-Peter Villis: „Mit Peter Neururer als Cheftrainer wollen wir den Klassenerhalt schaffen, der für den Verein von zentraler Bedeutung ist.“ Damit ist alles gesagt. Es geht in den kommenden sechs Spielen um die Existenz des Vereins und um nichts anderes. Alles, was über den 34. Spieltag hinausgeht, spielt erstmal keine Rolle.

Für Peter Neururer spricht, dass er sich mit dem VfL Bochum identifiziert. Als regelmäßiger Gast im Stadion kennt er zudem die Spieler und zumindest die offensichtlichen Probleme. Zweifellos gilt Neururer als Selbstdarsteller, der sich gerne in den Medien präsentiert, was ihm von vielen Fans übel genommen wurde und wird. Doch genauso gilt Neururer als Trainer, der motivieren kann und der die Mentalität im Ruhrgebiet kennt wie kaum ein anderer. Keine schlechten Voraussetzungen für den bevorstehenden Abstiegskampf.

Bleibt nur zu sagen: Herzlich willkommen zurück und viel Erfolg, Peter Neururer!

Alles Gute, Karsten Neitzel!

An dieser Stelle noch einige Worte zu Karsten Neitzel. Der sympathische Sachse übernahm von seinem Vorgänger Andreas Bergmann eine Mannschaft, die zu keinem Zeitpunkt intakt war. Von Jens Todt und dessen Vorgänger Thomas Ernst falsch zusammengestellt, war der Kader nie in der Lage, die Vorstellungen von Neitzel zu realisieren. Karsten Neitzel wäre es zu gönnen gewesen, zu einem günstigeren Zeitpunkt zum VfL zu kommen. Aber so hatte der Fußballlehrer eigentlich keine Chance. Die VfL-Fans, da bin ich mir sicher, wünschen ihm alles Gute für seine Zukunft!

Autor:

Stephan Kottkamp aus Dortmund-Ost

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