Humanity First - Ärzte helfen Verbrennungsopfern
Dr. Karl Schuhmann - Plastischer Chirurg operiert mit dem Interplast Germany e.V. in Indien

3Bilder

Dr. Karl Schuhmann, Chefarzt der Klinik für Plastische/Ästhetische Chirurgie & Handchirurgie am Evangelischen Krankenhaus Hattingen und Inhaber einer Privatpraxis für Plastische/Ästhetische Chirurgie & Handchirurgie in Düsseldorf, operierte im Februar 2020 wieder für zwei Wochen mit der Interplast Sektion Stuttgart/Münster im indischen Vagus Hospital in Bangalore. Wie auch in den letzten Jahren, stellte der Plastische Chirurg seine langjährige Expertise wieder in den Dienst der humanitären Hilfe.
Auf Einladung und in Zusammenarbeit mit der „Friends Welfare Organisation (FWO)“, einer Vereinigung ehrenamtlich tätiger Geschäftsleute im indischen Bangalore, konnte in diesem Jahr das „26. Free Plastic Surgery Camp“ mit Interplast Germany durchgeführt werden. Die Aufgabe der FWO besteht in der Vorbereitung und Durchführung des Camps, angefangen von der Patientenakquisition, der Organisation, der Patientenbetreuung vor Ort und der Planung der Behandlungsmöglichkeiten im örtlichen Krankenhaus. Auch das deutsche Interplast Team wird von der FWO betreut.

„Ohne die tatkräftige Unterstützung der Friends Welfare Organisation vor Ort, die finanzielle Unterstützung des BigShoe e.V. sowie die finanziellen Mittel durch Spenden an den Interplast Germany e.V., wären unsere Einsätze nicht möglich“, so Dr. Karl Schuhmann.
„Der Einsatz war wieder optimal organisiert und das Team hoch professionell. Da macht es Freude zu operieren und man kann sicher sein, dass die Hilfe auch genau an der Stelle ankommt, wo sie dringend benötigt wird.“, so der Mediziner. 

„In diesem Jahr waren wir ein Team aus zwei plastischen Chirurgen, einem Kieferchirurgen, zwei Anästhesisten, einer Allgemeinmedizinerin, einer Assistenzärztin sowie einer Anästhesie-Schwester und einer OP-Schwester.“, erzählt Dr. Schuhmann.

Alle Mediziner nutzten ihre Urlaubstage für diesen Hilfseinsatz im Süden von Indien.

Plastische Chirurgie ist mehr als Schönheitschirurgie

Auch in diesem Jahr konnte die FWO das Vagus Super Speciality Hospital in Bangalore wieder für das Camp gewinnen. Ein Operationssaal mit zwei OP-Tischen sowie eine Krankenstation wurden bereitgestellt. Während der 10 Operationstage konnten 55 Patienten behandelt und 76 Operationen durchgeführt werden. Hauptsächlich hat das Team verbrennungsbedingte Narbenkontrakturen sowie Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalten operiert.

Durch schwere Verbrennungen hervorgerufenen Verletzungen sind in Indien sehr häufig, da die Menschen vielerorts noch auf offenem Feuer kochen. Daher sind leider auch viele Kinder betroffen. Schwere Verbrennungen treten oft auch an den Händen auf. "Durch unsere Handoperationen können wir es einigen Menschen ermöglichen, ihre Hände endlich wieder benutzen zu können", so Dr. Schuhmann.

Von Narbenkontrakturen spricht man, wenn das Narbengewebe im Heilungsverlauf schrumpft und sich verhärtet. Häufig treten Narbenkontrakturen bei großen Verletzungen, Verbrennungen oder Entzündungen auf. Die Narben sind ungleichmäßig und verursachen Probleme, häufig auch Funktionseinschränkungen, wie z.B. verminderte Beweglichkeit einer Extremität. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn die Narben im Bereich eines Gelenkes liegen.

„Viele Menschen in Indien haben starke Verbrennungen erlitten“, so der Plastische Chirurg.

„Durch diese Verbrennungen sind Gliedmaßen aufgrund der Schrumpfung und Vernarbung der Haut nur noch stark eingeschränkt beweglich. Durch eine Verpflanzung von gesunder Haut an die verbrannten Stellen, stellt man die Funktion der Körperteile wieder her. „Bei diesen aufwendigen Operationen handelt es sich nicht um ästhetische Eingriffe, sondern um die Wiederherstellung der Funktion von Körperteilen, um den Patienten weniger Schmerzen und wieder mehr Bewegungsfreiheit zu schenken.“ so der Plastische Chirurg. Schuhmann berichtet weiter: „Einige Patienten konnten wir in diesem Jahr zum zweiten Mal operieren und so eine erhebliche Verbesserung des Zustandes erzielen.“

Seine humanitären Einsätze sind Dr. Schuhmann eine Herzensangelegenheit, für die er sich jährlich Zeit und Urlaub nimmt. „Plastische Chirurgie ist für mich wesentlich mehr als reine Schönheitschirurgie.“, so der Mediziner. Das wird bei seinen Einsätzen in Indien mehr als deutlich. Dort geht es nicht um ästhetische Eingriffe, sondern darum, Menschen, die durch Verbrennungen oder Säureangriffe stark entstellt wurden, extreme Bewegungseinschränkungen und Schmerzen erdulden müssen, zu helfen und wieder neuen Lebensmut zu geben.
Auch für die kommenden Jahre will Dr. Schuhmann sich weiterhin für die humanitäre Hilfe einsetzten.

Autor:

Nicole Hill aus Bochum

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.