Gedenken an verunglückte Radfahrende am 18. Mai
Ride of Silence

Beim "Ride of Silence", einer stillen Gedenkfahrt an verunglückte Radfahrende, werden am 18. Mai die vier "Ghostbikes" auf Bochumer Stadtgebiet abgefahren. Das letzte weiß angemalte Fahrrad erinnert an einen Radfahrer, der Anfang des Jahres auf der Dorstener Straße von einem Autofahrer erfasst wurde. | Foto: Jutta Schröder
  • Beim "Ride of Silence", einer stillen Gedenkfahrt an verunglückte Radfahrende, werden am 18. Mai die vier "Ghostbikes" auf Bochumer Stadtgebiet abgefahren. Das letzte weiß angemalte Fahrrad erinnert an einen Radfahrer, der Anfang des Jahres auf der Dorstener Straße von einem Autofahrer erfasst wurde.
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Jeden dritten Mittwoch im Mai findet weltweit ein Gedenktag für Radfahrernde, die auf öffentlich Straßen verletzt wurde oder ums Leben kamen. Auch in Bochum findet ein "Ride of Silence statt:  er startet um 17 Uhr, am Mittwoch, 18. Mai, an der Rathaus-Glocke auf dem Willy-Brandt-Platz. 

In Bochum gibt es vier sogenannte "Ghostbikes": weiß angestrichene Fahrräder, die in Erinnerung an verunglückte Radfahrer aufgestellt wurden. Beim "Ride of Silence" am 18. Mai werden die vier Unglücksorte abgefahren. Dort wird der Verstorbenen gedacht und geprüft, ob die Verkehrssituation zugunsten Radfahrender verbessert wurde, um für die Zukunft ähnliche Unfallabläufe zu vermeiden.

Vom Rathaus aus geht die Gedenkfahrt zunächst nach Langendreer zur Alten Bahnhofstraße, dann nach Gerthe zur Sodinger Straße, als nächstes nach Wattenscheid zur Bahnhofstraße und zuletzt zur Dorstener Straße. Am "Ride of Silcene" können sich alle anteilnehmenden Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer beteiligen.

Vielerorts hohe Risiken für Radfahrende

Im November 2016 wurde das erste "Ghostbike" in Wattenscheid aufgestellt. An der Bahnhofstraße zur Auffahrt der A40 war ein Fahrradfahrer von einem rechts abbiegenden Sattelschlepper überrollt worden. Noch immer ist diese Kreuzung mit Ampelanlage gefährlich für Radfahrende, denn sie überqueren zusammen mit Fußgängern den Zebrastreifen. Es gibt weder einen ausgewiesenen Radweg, noch eine Ampelschaltung mit einem für Radfahrende zeitlich versetzten Signal.

Drei Jahre später verstarb ein Radfahrer auf der Kreuzung Sodinger Straße/Castroper Hellweg – wieder infolge eines Abbiegeunfalls durch ein Kraftfahrzeug. Zwei Jahre später musste ein drittes "Ghostbike" aufgestellt werden: An der Ecke Alte Bahnhofstraße/Elsterstraße war eine Fahrradfahrerin mit einem abbiegenden Transporter kollidiert.

Anfang diesen Jahres erfasste ein Autofahrer einen Radfahrer, der auf der Dorstener Straße auf dem Radweg fuhr. Gemäß Berichterstattung der Polizei hatte der Unfallverursacher einen internistischen Notfall. 

Mehr Sicherheit für Fahrradverkehr gefordert

Es ist auffällig, dass häufig Menschen auf Fahrrädern durch abbiegende Kraftfahrzeuge zu Schaden kommen. Um dies zu vermeiden, könnten verkehrstechnische Optimierungen vorgenommen werden, etwa durch entsprechende Hinweisschilder, durch Markierungen auf der Straße oder eine adäquate Ampelanlage. 

Die Veranstalter sehen die Unfälle als ein Signal für Politik und Verwaltung, um Tempo 30 einzuführen und Radwege besser abzusichern.

Autor:

Patricia Porwol aus Bochum

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