Polizei stellt Jahresbericht 2018 vor
Kriminalität weiter zurückgegangen

Die statistische Wahrscheinlichkeit, von einer Straftat betroffen zu sein, liegt oft weit niedriger als die Menschen meinen und fühlen. Foto: Kappi
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Die Furcht, Opfer einer Straftat zu werden, ist in den Köpfen vieler Menschen fest verankert. Die statistische Wahrscheinlichkeit, von einer Straftat betroffen zu sein, liegt aber oft weit niedriger als die Menschen meinen und fühlen.

"Die Gesamtzahl der Straftaten in meinem Zuständigkeitsbereich ist bei einer gestiegenen Aufklärungsquote auf den tiefsten Stand seit 38 Jahren gesunken", sagt Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen bei der Vorstellung des Jahresberichts. "Raubtaten, Diebstähle, Straßen- und Gewaltkriminalität sind zurückgegangen. Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist sogar um fast ein Drittel gesunken."
Holger Haufmann, Leiter der Direktion Kriminalität, ergänzt: "Mit vereinten Kräften haben wir durch Ermittlungen, Kontrollen, Präsenz, Präventionstipps und mit Hilfe von zahlreichen Hinweisen aus der Bevölkerung erreicht, dass über 600 Haushalte weniger von Einbrechern heimgesucht wurden."
Die Anzahl der Nichtdeutschen Tatverdächtigen ist im Jahr 2018 rückläufig. Auch dies korrespondiert mit der insgesamt gesunkenen Kriminalitätsbelastung. Der Anteil von Nichtdeutschen an der Gesamtanzahl aller ermittelten Tatverdächtigen bewegt sich mit nun 28,72% etwa auf dem Vorjahresniveau (28,22% im Jahr 2017).
Tötungsdelikte: Im Jahr 2018 wurden vier Menschen durch Gewalttaten getötet, im Vorjahr waren es zwei. Insgesamt wurden 19 Tötungsdelikte statistisch erfasst, in 15 Fällen blieb es glücklicherweise beim Versuch. Alle Taten konnten geklärt werden.
Sexualdelikte: Die Zahl der Sexualdelikte stieg von 566 Taten aus dem Jahr 2017 auf 590 Delikte im Jahr 2018 an. Durch eine Gesetzesänderung wurden seit 2017 auch sexuelle Belästigungen unter den Sexualdelikten erfasst. Viele dieser Delikte flossen früher als Beleidigung in die Statistik ein. Die Aufklärungsquote des Vorjahres konnte auf annähernd 80% gesteigert werden.
Rohheitsdelikte: Die Rohheitsdelikte, zu denen zum Beispiel Raubstraftaten und Körperverletzungsdelikte gehören, sind in 2018 um 183 Taten zurück gegangen. 8.114 Delikte wurden erfasst; hiervon wurden über 87 Prozent aufgeklärt. Somit konnte die hohe Aufklärungsquote des Vorjahres sogar noch leicht gesteigert werden. Die Statistik 2018 führt 402 Raubdelikte auf. Dies ist der niedrigste Stand seit 2004. Es konnten mehr als die Hälfte der Taten aufgeklärt werden. 176 davon waren Delikte des Straßenraubes, das entspricht einem Anteil von circa 44 Prozent an den Raubtaten.
Körperverletzung: Insgesamt wurden über 5.000 Körperverletzungsdelikte im Jahr 2018 erfasst, etwas weniger als im Vorjahr. Die Aufklärungsquote ist mit knapp 88% auf hohem Niveau. In 1.335 Fällen gab es Anzeigen wegen gefährlicher und schwerer Körperverletzungen.
Taschendiebstahl: Mit Tricks und Fingerfertigkeit haben Taschendiebe im Jahr 2018 über 1.000 Mal Beute gemacht. Die Aufklärungsquote bei diesem Delikt liegt trotz eines Anstiegs um 2 Prozentpunkte bei nur 4,62%. Opfer von Taschendieben bemerken die Taten oft zunächst nicht und können später bei der Anzeigenerstattung keine Angaben zu Tatzeit, Tatort und Hergang machen, von einer Täterbeschreibung ganz zu schweigen. Insofern ist es ausgesprochen schwierig, Tatverdächtige zu ermitteln.
Fahrraddiebstähle: Im Jahr 2018 wurden fast 2.500 Fahrräder gestohlen, im Jahr 2009 und 2012 waren es noch ungefähr doppelt so viele. Die Zahl der gestohlenen Fahrräder und die Aufklärungsquote sind ähnlich wie im Jahr vorher.
Wohnungseinbruch: Wie sich schon im Laufe der letzten Monate andeutete, ist die Zahl der Wohnungseinbrüche im Jahr 2018 um fast ein Drittel zurückgegangen. In den letzten 30 Jahren gab es keinen so niedrigen Stand. Fast jeder zweite Einbruch war unvollendet - entweder kamen die Einbrecher nicht herein oder sie haben keine Beute gemacht. Die Aufklärungsquote liegt bei fast 16 Prozent.
Diebstahl an und aus Autos: Bei den Autoaufbrüchen sind die Zahlen im Jahr 2018 auf den niedrigsten Stand seit 14 Jahren gelandet. Trotzdem gab es noch über 3.000 Anzeigen, weil Unbekannte Autos aufgebrochen und entweder Teile ausgebaut oder persönliche Gegenstände der Autonutzer gestohlen haben.
Einbruchkriminalität: Um fast ein Viertel ist die Kriminalität im Bereich der Einbrüche zurückgegangen. Neben Wohnungseinbrüchen werden hier auch Einbrüche in Keller, Diensträume, Gaststätten und Geschäfte gezählt.
Jugendkriminalität: Auch der Zahl der straffällig gewordenen Jugendlichen hat sich verringert. Etwas über 4.000 Tatverdächtige wurden ermittelt, die unter 21 Jahre alt sind.

Die statistische Wahrscheinlichkeit, von einer Straftat betroffen zu sein, liegt oft weit niedriger als die Menschen meinen und fühlen. Foto: Kappi
Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen

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