KIRCHE in DEUTSCHLAND (3)

Frerks Buch
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Zahlen und Fakten:

Womit ich nun weiter einsteigen möchte, sind die Informationen aus dem Buch „Finanzen und Vermögen der Kirche in Deutschland“ vom Politologen Carsten Frerck.
Über 3 Jahre hat der Schriftsteller recherchiert und alle Beweise und Fakten mühselig zusammengetragen.
Herausgekommen ist dabei, dass die katholische und evangelische Kirche in Deutschland über ein Gesamtvermögen von 1 Billionen Euro verfügt und somit die reichsten Unternehmer der Bundesrepublik sind.
Sie beschäftigen 1,3 Millionen Menschen, wovon 600.000 direkt im Bereich der Kirche arbeiten und im Unternehmensbereich über 130 Mrd. Umsatz machen.
Allein ihr Immobilienvermögen umfasst 6,8 Milliarden Quadratmeter an Grund und Boden, was ungefähr die Hälfte der Fläche von Schleswig-Holstein ausmacht.
Ihr flüssiges Geldvermögen liegt bei 170 Mrd. Euro und der Wert der kirchlichen Gebäude und Grundstücke beträgt 424 Milliarden Euro.
Der Rest ist Kapitalvermögen und ist in 50.000 Wirtschaftsunternehmen und Firmenbeteiligungen aller Art angelegt, die einer jährlichen Wertsteigerung unterliegen.
Dazu zählen, eigene Banken, Versicherungen, Grundbesitz, Aktienkapital, Immobilien, Fondsgesellschaften, Goldvorräte, Hilfs- und Missionswerke, Gastronomie, Touristenbranche
und Bauwirtschaft, Wohnungsbaugesellschaften, Stiftungen, Ordensgemeinschaften, Siedlungswerke, Medienunternehmen, Druckereien, Büchereien, Verlagsketten, Ferienstätten und Hochschulen.
Die Einnahmen aus Kirchensteuern, die einzigartig nur in Deutschland vom Staat eingezogen werden, belaufen sich jährlich auf 17 Mrd. Euro (9 Mrd. bei den Katholiken und 8 Mrd. bei den Protestanten).
Damit decken sie erst einmal 2/3 ihrer Personalkosten für die unteren Bereiche der Mitarbeiter ab, und mit dem Rest ihre laufenden Ausgaben für Seelsorge und Sozialarbeit.
Die größten Einnahmequellen sind allerdings die staatlichen Subventionen in Höhe von 65 Mrd. Euro, die unsere gesamte Bevölkerung zu tragen hat und sich im groben folgendermaßen aufteilen.
Für die Gehälter von Kardinäle, Bischöfe, Erz- und Weihbischöfe, Dom- und Stiftsherren, Oberkirchenräten, Domvikaren und Küster, bischöfliche Sekretäre, Militärbischöfe und Militärpfarrer zahlt die Staatskasse einen Anteil von ca. 500 Millionen Euro.
Allein aus steuerlichen Privilegien, Steuerbefreiung und Absetzbarkeit von Kirchensteuer, entgehen dem Staat Einnahmen von 4,3 Mrd. Euro.
An direkte Subventionen zahlt er 11 Mrd. Euro für z.B. Religionsunterricht, Ausbildung der Theologen, Bibliotheken, Seelsorge und Missionen bei Militär, Polizei, Gefängnissen und Anstalten usw.
Einen erheblichen Beitrag leisten dabei die verarmten Städte, die Entschädigungen für die damalige Zwangsenteignungen der Kirche nach dem Reichsdeputationshauptausschuss von 1803, für die Kirchenländereien, Gütern und Gebäuden und deren Reparaturen und Versicherungskosten zu zahlen haben.

Soziallüge:

Den größten Anteil zahlt allerdings der Staat für die kirchlichen Sozialeinrichtungen in Höhe von 50 Mrd. Euro, die fälschlicher Weise in der Öffentlichkeit der kirchlichen Finanzierung zugerechnet werden.
Dies sind kirchliche Institutionen, wie im weiteren Sinne die Hilfs- und Missionswerke, dann die Bereiche der inneren Mission, für Caritas, Diakonie, Misereor, Adveniat, Brot für die Welt und andere.
Dazu gehören die Alten- und Pflegeheime, die Krankenhäuser und Kindergärten, Kindertagesstätten, Jugendheime und weitere Einrichtungen die unter den kirchlichen Trägern laufen.
Damit finanzieren die Bürger also diese kirchlichen Sozialeinrichtungen überwiegend aus eigener Tasche und widerlegen das fromme Märchen und die Behauptung, dass ohne die finanzierte Sozialarbeit der Kirchen das bundesdeutsche Sozialsystem zusammenbrechen würde.
Ganz im Gegenteil, sie sind nicht nur die Nutznießer dieser staatlichen Geschenke, sondern vermehren dadurch auch ständig ihre eigenen Vermögenswerte.
Denn wenn eine Kirchengemeinde z.B. einen neuen Kindergarten baut, so bezahlt sie selbst nur 1/3 der Kosten und die restlichen 2/3 zahlt der Staat, wobei nicht nur die Kirche der Eigentümer wird, sondern auch das Grundstück später in ihren Besitz übergeht.
In diesem Zusammenhang muss man auch ganz deutlich sagen, dass die Kirche grundsätzlich nicht auf ihr reichlich vorhandenes eigenes Vermögen zurückgreift.
Sondern alle laufenden Kosten werden aus staatlichen Subventionen, aus Spendeneinnahmen und einen Teil der Kirchensteuer finanziert.
Trotzdem hält sich hartnäckig die Mär von der armen Kirche, die für viele Dinge angeblich kein Geld hat.
Für die Finanzierung der öffentlich-sozialen Zwecke gibt die Kirche gerade mal die bescheidene Summe von 8 % aus den Kirchensteuereinnahmen aus, den Rest zahlen Staat, Krankenkassen und private Nutzer.

Kirchenorganisation:

Ansonsten hat die Kirche in Deutschland natürlich einen gewaltigen Organisationsapparat mit über 80.000 Körperschaften zu versorgen. (24,4 Mill. katholische Mitglieder)
Darunter finden wir 7 Erzbistümer und 20 Bistümer, denen immer ein Erzbischof vorsteht.
Jedes Bistum hat mehrere Bischöfe, wobei sich die Gesamtzahl auf 106 beläuft.
Hinzu kommen 6 Kardinäle, davon 2 als Kurienkardinäle in Rom, und der maßgebliche Vorsitzende der Bischofskonferenz ist derzeit Robert Zollitsch.
Unter den 115 Kardinälen die beim Konklave den neuen Papst Franziskus wählten, waren auch die 6 Mitglieder aus der Bundesrepublik vertreten.
Natürlich verschlingt solch ein gewaltiger Kirchenapparat auch einiges an Kosten.
Ein kirchlicher Pastor oder Pfarrer entspricht der Besoldung eines Staatsbeamten im höheren Dienst und der beläuft sich je nachdem zwischen 4.000 und 6.000 Euro.
Die tatsächlichen Bezüge liegen aber durch günstige oder kostenlose Miete und zahlreiche Zulagen und Sonderzahlungen um einiges höher.
Bei den Bischöfen fängt es mit ca. 8.000 Euro an und liegt mit Zulagen und Vergünstigungen (Dienstwagen, Fahrer und Dienstwohnung usw.) zwischen 11.000 und 14.000 Euro bei einem Rentenanspruch von 71,75 Prozent.
Wenn man dann allerdings im Vergleich an die Beschäftigten in den kirchlichen Sozialeinrichtungen denkt, werden diese oft unter Tarif bezahlt, oder gehören dem Billiglohnsektor an.
Noch bescheidener ergeht es den meist weiblichen Mitarbeitern oder Helfern in den Kirchengemeinden, die oft für Gottes Lohn und einen guten Platz im Himmel, ehrenamtlich und unentgeltlich ihre Dienste leisten.
Man muss da natürlich auch gerechterweise unterscheiden, zwischen Vatikan, Kirchführung und den unteren Ebenen, denn ich habe noch keinen in Prunk und Reichtum lebenden Pfarrer oder Pastor gesehen.
Nur wenn diese unermesslich reiche Kirche auch noch die armen Kinder als Sternsinger zum betteln auf die Strasse schickt, finde ich das mehr als empörend.
Da würde es der Kirche doch echt gut zu Gesicht stehen, etwas von ihrem Vermögen an die Menschen zurückzugeben, denen man es vorher genommen hat.
Aber die Kirche war noch nie auf Seiten der Armen und Unterdrückten, sondern immer den Reichen, Besitzenden und Machthabern zugeneigt, weil sie ja auch selbst mit dazu gehören.

Vergebung und Ablenkung:

Jedoch die genialste Geschäftsidee aller Zeiten ist wohl der Schulderlass durch die Beichte,
wo mit etwas Demut und Reue und 3 Vater unser, alle Sünden dieser Welt vergeben werden und man kann ganz lustig wieder von vorne anfangen.
Daher sind wahrscheinlich auch viele Politiker und Wirtschaftsvertreter, die für das Elend dieser Welt mit verantwortlich sind, angeblich sehr fromme Menschen und sitzen bei Medienereignissen brav in den ersten Kirchenbänken, als wenn sie kein Wässerchen trüben könnten.
Ich kenne da allerdings aus der Bibel eine ganz andere Aussage: „Was ihr den geringsten meiner Brüder angetan habt, dass habt ihr mir angetan“.
Daher wäre mir auch die Auferstehung am jüngsten Tag nicht unsympathisch, wo Gott Gericht abhält und alle Menschen Rechenschaft ablegen müssen.
Allerdings möchte ich das viel lieber in nächster Zeit hier auf Erden erleben, damit wir noch eine Chance hätten, uns das Paradies hier auf Erden zu schaffen, anstatt auf das Leben nach dem Tod vertröstet zu werden.
Doch genau das ist aus meiner Sicht das teuflische Ablenkungsmanöver, um den berechtigten Widerstand und den Kampf um ein besseres Leben und eine gerechtere Welt zu verhindern.
Denn die beiden größten Probleme und gefährlichsten Dinge in dieser Hinsicht sind die Massenmedien und die Kirche.
Sie sind die schlimmsten Waffen des herrschenden Systems, denn sie beeinflussen Geist und Seele und die anderen manipulieren Gehirn und Verstand.
Mit dieser geistigen und seelischen Verarmung versucht man die Menschheit davon abzuhalten, sich von Unterdrückung, Ausbeutung, Armut und Unrecht zu befreien.
Unter dem Motto, je ärmer hier auf Erden, umso reicher die Belohnung im Himmel, werden Hoffnung und Träume in die Welt des Glaubens übertragen.
Nicht grundlos hat Karl Marx die Aussage gemacht: „Glauben ist Opium fürs Volk.“
Ich möchte dazu noch ergänzen, doch Wissen ist die Voraussetzung für Veränderungen.
Und Johann Wolfgang von Goethe hat dazu gesagt: „Es ist nicht genug nur zu wissen, man muss es auch anwenden; es ist nicht genug nur zu wollen, man muss es auch tun.“
Wenn es also einen Gott gibt, dann sind diese ganzen Ungerechtigkeiten die wir hier auf Erden vorfinden, nicht von ihm gemacht und auch nicht so gewollt, sondern von uns Menschen eingeführt.
Doch was der Mensch gemacht hat, kann er auch wieder verändern.
Dazu passt genau mein Lieblingsspruch: „Alle sagten das geht nicht. Dann kam einer, der hat das nicht gewusst, und hat`s gemacht.“

Osterbotschaft:

Nichts ist also unmöglich und dass der Ostermontag als Tag der Auferstehung genau auf den 1. April fiel, will ich hier erst gar nicht kommentieren.
Aber auf die Schlagzeile: „Der Papst im Gefängnis“ war meine erste Reaktion, na endlich ein Zeichen Gottes und jemand tut Buße für all die angerichteten Verfehlungen.
Aber leider lag ich völlig falsch, denn es war nur eine symbolische Fußwaschung des Papstes an einigen Gefängnisinsassen, wohl in der Hoffnung, die Schuld der Kirche damit gleichfalls mit abzuwaschen.
Ach Ihr könnt mir mal die Füße küssen dachte ich und widmete mich der genauso aufschlussreichen Aussage von unserem scheinheiligen Bischof Franz-Josef Overbeck zu.
Dieser hatte bei der Karfreitagsprozession vom Kreuzweg der Solidarität gesprochen und vor das falsche Vorgehen in der intransparenten Wirtschafts- und Unternehmenspolitik gewarnt.
Bei den enormen Vermögen und finanziellen Mitteln der Kirche eine sehr interessante Aussage, was nur wiederum beweist, dass diese Leute in ihrer Umgebung alle Spiegel abgehängt haben.
Genauso hervorragend passt da natürlich die Osterbotschaft des Papstes zu Armut und Demut hinein, wo man sich bei der „alten wie neuen Bescheidenheit“ der Kirchenführung nur fragt, für wen sie denn nun eigentlich gedacht ist.
Denn an der unteren Basis werden bereits immer mehr Kirchengemeinden zusammengelegt und weitere Einsparungen getätigt, was für die Bewältigung der eigentlich christlichen Aufgaben und mit echter Nächstenliebe sehr wenig zutun hat.
Außerdem wäre es auch angebracht schon etwas genauer hinzusehen, welchem Welt- und Wertebild die kirchliche Organisation angehört, der man sich zugehörig fühlt.
Da müsste die Kirche von unten auch mal etwas gegen die da oben unternehmen.
Irgendwo in der Bibel steht auch: „An ihren Taten werdet ihr sie erkennen“, und genau danach sollten wir sie auch fair und objektiv beurteilen.

Autor:

Rolf Zydeck aus Bottrop

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