Kostensteigerungen von rund 3,3 Millionen zu Lasten der Stadtkasse
Museumsanbau wird teurer

Es ist irgendwie die Wahl zwischen Pest und Cholera: Der Anbau des Josef Albers Museums Quadrat wird deutlich teurer als geplant. Auf erheblichen Mehrkosten wird die Stadt in jedem Fall sitzen bleiben: Rund 3,3 Millionen Euro stehen auf dem Kassenzettel.

Schuld ist die aktuelle Entwicklung in der Bauindustrie, die zum Zeitpunkt der Ausbauplanungen einfach nicht abzusehen war. Ursprünglich sollte die Investition, die mit 9,6 Millionen Euro veranschlagt war, komplett ohne städtische Mittel auskommen. So sah es der Baubeschluss vom 26. Juni 2018 vor. Im Zuge der Ausschreibungen stellte sich aber heraus, dass für einen Teil der Leistungen gar keine Angebote abgegeben wurden und für andere Leistungen Preise gefordert wurden, die weit über den bisherigen Kalkulationen lagen - bis zu 85 Prozent teurer als gedacht.

Die reale Kostensteigerung des Gesamtprojekts liegt derzeit zwar noch unter 1 Million Euro, rechnet man aber die Kostengrößen aufgrund der Angebote auf das Gesamtprojekt hoch und rechnet zusätzlich eine Sicherheit von 10 Prozent ein, müssten mit einem Plus von circa 3,3 Millionen Euro ausgegangen werden. Diese Mehrkosten wären dann nicht mehr durch Schenkungen und Fördergelder abgedeckt, so dass diese Summe aus dem städtischen Investitionshaushalt gedeckt werden müsste.

Die Verwaltung geht daher mit dem Projekt erneut in die politische Diskussion und schlägt vor, einen neuen Baubeschluss mit modifizierten Finanzierungsregelungen herbei zu führen. Der Beschluss würde dann vorsehen, das Projekt mit städtischen Mitteln, die die Finanzierungslücke schließen würden, fortzuführen. Alle anderen Optionen wären aus Sicht der Verwaltung von wesentlichen Nachteilen für die Stadt und diese würden ebenfalls Kosten zu Lasten des städtischen Haushalts bedeuten. Ein Stopp des Projektes etwa hieß, alle Baumaßnahmen rund um das Museum, wie die Verlegung des Teiches, die Wiederherstellung des Parkgeländes und alle bisherigen Planungsleistungen vom städtischen Haushalt zu bezahlen. Auch hier wäre von rund 3 Millionen Euro auszugehen.

Die Förderzusagen von privaten und staatlichen Stellen in Höhe von 9,6 Millionen Euro stehen. Hierin enthalten ist ein Förderbescheid des Landes Nordrhein-Westfalen in Höhe von 1,75 Millionen Euro, den Regierungspräsidentin Dorothee Feller erst am 31. Mai an die Stadt übergeben hatte. Diese Gelder würde nach Bottrop fließen, aber nur, wenn das Projekt auch tatsächlich realisiert wird. Sie sind zudem an einen Zeitkorridor gebunden. Damit ist es auch nicht möglich, das Bauvorhaben auf spätere Jahre zu schieben und zu warten, bis sich die Verhältnisse auf dem Bausektor wieder normalisiert haben.

Autor:

Judith Schmitz aus Bottrop

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