Kumpel für AUF Bottrop
So geht Vivawest mit Arbeiterfamilien um

Schon Ende November 2022 berichtete die WAZ, dass in Bottrop unter anderem in der Passstraße Zechenhäuser abgerissen werden sollen, um einem sogenannten Quartier zu weichen.
Den derzeitigen Mietern der Zechenhäuser ist die Pistole auf die Brust gesetzt worden – ihnen wurde einfach zum 30.6.2023 gekündigt. Vivawest hat die Grundstücke einschließlich der Hinterhöfe und Gärten schon weiterverkauft bis auf ein etwa 870 Quadratmeter großes Gelände, dass sie selber nutzen will, um ein Mehrfamilienhaus mit 12 Wohneinheiten dort zu bauen. Deshalb müssten die alten Zechenhäuser abgerissen werden. Denn erst der Abriss macht den Weg frei, um an die von ihnen so begehrten Grünflächen zu kommen.
Die derzeitigen Mieter sind damit überhaupt nicht einverstanden. Sie haben teilweise beim Einzug in die Zechenhäuser lebenslanges Wohnrecht zugesichert und sogar das Vorkaufsrecht eingeräumt bekommen. Davon will Vivawest jetzt nichts mehr wissen. Sie behaupten, dass es diese Zusagen und Sonderrechte nicht gäbe. Um ihr Vorgehen zu unterstreichen, wird zudem behauptet, dass die Zechenhäuser in einem maroden Zustand wären – feucht und zerfallen. Das ist eine dreiste Lüge. Im Gegenteil haben die Mieter in liebevoller, teils kostenintensiver Eigenarbeit die Wohnungen renoviert. In den großen Gärten wurde viel investiert, nicht nur, um sich selbst nach der Arbeit zu erholen, sondern um Bienen, Insekten, Vögeln usw. eine neue Heimat zu geben.
Die Mieter wollen nicht raus. Da ist der Bergbaurentner, der schon Jahrzehnte dort wohnt. Da ist die türkische Familien, deren Kinder schon Albträume haben, weil sie sich dort so wohl fühlen und Angst vor einem Wegzug haben. Da ist die kämpferische Bergmannswitwe.
Alle bisherigen Angebote von Ersatzwohnungen durch Vivawest entsprechen nicht der Wohnqualität der Zechenhäuser mit ihren Gärten. Den derzeitigen Mietern geht es auch gar nicht nur um den Erhalt der Zechenhäuser für sich. Sie wenden sich grundsätzlich gegen den Abriss, weil es ihnen auch um den Erhalt der Bergarbeiterkultur und den Zusammenhalt in der Bergbaustadt Bottrop geht. Und das ist völlig richtig so. Der geplante Abriss der Zechenhäuser reiht sich ein in die gesamte Politik der verbrannten Erde der Ruhrkohle AG und ihren Folgeunternehmen. Vernichtung der Arbeitsplätze, Giftmüll unter Tage, Deputatklau und jetzt noch das Verhökern der Zechenhäuser. Nach der Stilllegung der Zechen soll alles, was den Menschen im Ruhrgebiet so wichtig ist, niedergemacht werden. Das wollen und dürfen wir nicht zulassen und suchen den Zusammenschluss der Nachbarschaft, um den Machenschaften der Vivawest die Stirn zu bieten. Kumpel für AUF wird an der Sache dranbleiben.

Autor:

Michael Pillibeit aus Bottrop

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