Dialyse im Medical Park Ruhr: Kostenübernahme ist ungeklärt

Im Dialysezentrum des Medical Parks Ruhr wird weiterhin dialysiert. Foto: Thiele
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Vor allem die Frage nach der Kostenübernahme der Dialysebehandlung durch die Krankenkassen steht nun im Raum, nachdem auch im Dialysezentrum des Medical Parks Ruhr weiterhin Blutwäschen durchgeführt werden.

Thomas Vallomtharayil, Geschäftsführer der Vallomed GmbH, hat dafür Ärzte von außerhalb geholt. Denn wie berichtet, haben seine vorherigen Geschäftspartner, Winfried Hetmanczyk und Dr. Klaus Tamm, ihre Behandlungsräume zum 2. Januar vorübergehend nach Datteln verlegt.
„Die ersten Patienten sind jetzt bei uns“, sagt Marianne Heine, die „rechte Hand“ der Nephrologen. Acht seien es bisher, „aber auch Krankenhäuser fragen an.“ In der Praxis geht man man davon aus, dass der Versorgungsauftrag für die Dialysepatienten nach wie vor bei den beiden Ärzten liege. „Wir haben die Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung für die Patientenbehandlung“, erläutert Heine.
Fast alle der 100 betroffenen Patienten lassen sich laut Thomas Vallomtharayils Aussage im Medical Park Ruhr weiter behandeln. Ihnen fühle er sich verpflichtet. „Die beiden Ärzte haben 2012 zum 1. April 2013 den Vertrag gekündigt, dann aber weiter praktiziert. Außerdem haben sie den Patienten nie eine schriftliche Information über den Wechsel nach Datteln zukommen lassen.“ Dies nimmt Vallomtharayil als Grund dafür, den Versorgungsauftrag für sich zu reklamieren. „Wenn die Ärzte wegbleiben, besorgen wir neue“, erklärt er.
Wegen der Kostenübernahme stünden seine Anwälte im Gespräch mit den Krankenkassen und der Kassenärztlichen Vereinigung. „Es wird ein gutes Ende finden. Die Krankenkassen werden nicht sagen, dass sie die Kosten nicht übernehmen“, zeigt sich Vallomtharayil zuversichtlich.
Christopher Schneider, Pressesprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe, merkt allerdings an, dass die von Vallomtharayil eingesetzten Ärzte nicht von den Krankenkassen genehmigt seien. „Die Behandlung kann daher nicht ordnungsgemäß zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen abgerechnet werden“, erläutert Schneider. Seiner Meinung nach müssten die Patienten zumindest darauf hingewiesen werden, dass die Kosten eventuell nicht erstattet würden.
Bei der AOK beispielsweise steht noch nicht fest, wie man die Situation handhaben wird. „Wir sind in Kontakt mit anderen Krankenkassen und führen auch Gespräche mit der Kassenärztlichen Vereinigung“, erklärt Tim Weiß, Pressesprecher der Regionaldirektion Recklinghausen, Bottrop und Gelsenkirchen. Er spricht von einem „vertragslosen Zustand“, weswegen die AOK schnell eine Lösung finden wolle.
Die Ärzte Hetmanczyk und Dr. Tamm bezeichnet Christopher Schneider als von den Krankenkassen legitimiert. Die Kassenärztliche Vereinigung habe ihren im November 2013 gestellten Antrag, vorübergehend in Datteln zu dialysieren, bis zum 31. März genehmigt. „Das haben wir aus Sicherstellungsgründen getan. Die Patienten müssen ja versorgt werden.“
Die Möglichkeit, dass zukünftig sowohl im Medical Park als auch in den geplanten Behandlungsräumen der beiden Ärzte an der Dortmunder Straße Blutwäschen durchgeführt werden, sieht Schneider jedoch nicht. Denn die Anzahl der Dialysepraxen in einem Gebiet richte sich nach der Auslastung der bereits vorhandenen Praxen. „Erst wenn diese überlastet sind, kann eine neue Praxis zugelassen werden“, erläutert Schneider. Da die Praxis der Ärzte Hetmanczyk und Tamm nicht ausgelastet sei, könne man daher gar keine zweite zulassen.
Nun hat sich auch der heimische Bundestagsabgeordnete Frank Schwabe (SPD) in den Fall eingeschaltet. In einem Brief bittet er Karl-Josef Laumann (CDU), den Patientenbeauftragten der Bundesregierung, im Sinne der Patienten tätig zu werden.

Autor:

Vera Demuth aus Stadtspiegel Bochum / Wattenscheid

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