Kindergräber in Ickern verwüstet: Betroffene Eltern sind entsetzt

Martina Plum ist froh, dass die Gräber wieder hergerichtet sind. Foto: Thiele
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  • hochgeladen von Verena Wengorz

Es war ein Schock, den Melanie Richter, zweite Vorsitzende des Vereins „Sternenkinder“, nun schon zum zweiten Mal erleben musste. Bereits im Januar hatten Unbekannte das Grab ihrer kleinen Tochter Leonie auf dem Ickerner Friedhof verwüstet. Gemeinsam mit ihrem 17 Monate alten Sohn Fynn wollte sie nun am Mittwoch (22. Mai) das Grab besuchen und stellte fest: „Alles war herunter gerissen.“

Ein bisschen sei das Grab ihrer Tochter für sie wie ein Kinderzimmer, erzählt Melanie Richter. „Darauf steht eine Spieluhr. Als Leonie noch gelebt hat, haben wir die Spieluhr abends immer dreimal aufgezogen. Dann ist sie eingeschlafen“, erinnert sich die 30-Jährige. Inzwischen sei es eine Art Ritual geworden, dass jeder, der das Grab besuche, diese Spieluhr dreimal aufziehe. Überhaupt habe sie die Angewohnheit, das Grab regelmäßig umzugestalten, „weil es sich so anfühlt, als würde ich ihr Zimmer aufräumen. Es ist ihr kleiner Garten.“ Wenn dann jemand diese Ordnung mutwillig zerstöre, sei es nicht nur unendlich grausam, es gebe ihr auch das Gefühl, jemand sei in ihre Privaträume eingedrungen.
Auch für den kleinen Fynn sei der Anblick ein Schock gewesen. „Ich habe ihm von Anfang an erklärt, was mit seiner Schwester passiert ist“, so Melanie Richter. „Als er das nun gesehen hat, hat er sofort anfangen zu weinen.“
Entsetzen auch bei Martina Plum, erste „Sternenkinder“- Vereinsvorsitzende und ebenfalls persönlich von dem Vorfall betroffen. Insgesamt drei Gräber wurden in Ickern verwüstet. „Einfach nur erschreckend und pietätlos“, findet Plum. Sie erfuhr von der Zerstörung erst, als Melanie Richter die drei Gräber bereits wieder vollständig hergerichtet hatte.
„Ich konnte nicht anders“, erklärt Richter. „In diesem Moment stand ich so unter Schock, dass mir überhaupt nicht der Gedanke kam, die Polizei zu rufen oder wenigstens vorher ein Foto zu machen. Ich konnte das nicht ertragen, musste sofort wieder Ordnung schaffen.“ Besonders schlimm für sie sei auch der Zeitpunkt: „In ein paar Tagen hat Leonie ihren dritten Todestag.“
Die Anzeige bei der Polizei habe man inzwischen nachgeholt.

Autor:

Verena Wengorz aus Castrop-Rauxel

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