Kolumne: Schloß Lembeck

Schloß Lembeck ist ein Wasserschloß in Dorsten. Die Familie "von Lembeck" läßt sich bis ins Jahre 1177 zurückverfolgen. Das Schloß wird es wohl auch seit diesen Tagen geben.

Vanessa?

Ja, Yvonne?

Mir ist langweilig.

Mir persönlich auch. Machen wir was dagegen.

Eigentlich wird Schloß Lembeck heute nicht mehr genutzt. Oder doch? "Wir wissen von nichts," betont Julian, Spracher der Stadt Dorsten.

Die Anfrage an die Stadtverwaltung kommt nicht von ungefähr. Seit geraumer Zeit gibt es Gerüchte, es hätten sich Untermieter unbefugt in den Räumlichkeiten eingenistet, in den Kellerräumen die allerbeste verfügbare Computerausrüstung installiert und würden von dort aus Cyberattacken auf Stadtverwaltungen, Bezirksregierungen und Länderregierungen führen.

Wer hat wohl ein Interesse daran? Wem nutzen die geheimen gestohlenen Daten - es gab keine Erpressungsversuche, es gab keinerlei Veröffentlichungen. "Wir setzen einen Privatdetektiv auf den Fall an," entscheidet Timotheus Tiberius, der örtliche Bürgermeister.

Es wird allmählich dunkel, das Tageslicht geht zu Ende. Eigentlich könnte ich jetzt nach Hause gehen. Eine Sache möchte ich aber noch kontrollieren: Da vorne bewegt sich etwas. Es sind 2 Frauen. Sie gehen auf das Schloß zu und schließen das Tor auf. Licht machen sie keines, sondern nutzen Taschenlampen. Soweit ich es sehen kann, gehen sie in einen Kellerraum. Eine kleine Tischlampe spendet spärliches weißes Licht; das blaue Licht des Computers beleuchtet den Raum.

Was soll ich tun? Die Antwortwort wird mir unvermittelt abgenommen. Ein kleiner Sturmtrupp stürzt sich auf das Schloß, öffnet geräuschlos die Haustür und kapert den Keller.

Yvonne?

Ja, Vanessa, mein Schatz

Wir haben ein Stellenangebot.

Welches denn?

Wir sollen eine mobile und geheime Spionagetruppe unserer Regierung sein.

Und wie funktioniert das?

Offiziell sind wir eine eigenständige Firma. Die "Wissen & Hören AG". Wir erhalten unsere Aufträge von verschiedenen Ministerien, um nicht als Scheinselbständige zu gelten. Aktuell sollen wir den Wahlkampf in Tadschikistan und Turkmenistan beeinflussen, die Chancen für deutsche Unternehmen in den Komoren, Seychellen und Sao Tomé und Principe ausloten sowie für die Landesregierung die erforderlichen für eine niederrheinisch-niederländische Handelskammer ausloten. Und ich sehe schon dein spöttisches Lächeln: Bei der Euregio Rhein-Iijssel ist die Tinte auf dem Vertrag noch nicht trocken. Wir sollen wirtschaftskriminelle Machenschaften auf niederländischer Seite aufdecken.

Und warum gerade wir?

Wir sind fit in Computersachen. Und Schloß Lembeck liegt so herrlich abgelegen. Da kommt niemand darauf, daß dort ein erfolgreiches Unternehmen liegt.

Autor:

Andreas Rüdig aus Duisburg

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