Feuerwehr befreit Kinder
Siebenjährige Mädchen bleiben im Fahrstuhl stecken - Mutter erhebt Vorwürfe

Zwei siebenjährige Mädchen blieben im Fahrstuhl stecken und wurden von der Feuerwehr befreit.
  • Zwei siebenjährige Mädchen blieben im Fahrstuhl stecken und wurden von der Feuerwehr befreit.
  • Foto: Themenfoto Magalski
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Der Schreck war groß: Am Dienstag, 2. April, waren zwei siebenjährige Mädchen im Fahrstuhl eines Hauses der Vonovia-Wohnanlage "Am Bahnhof Tierpark" stecken geblieben und mussten 90 Minuten ausharren, ehe die Feuerwehr sie befreite. Nane Szukalski, Mutter eines Mädchens, erhebt dabei Vorwürfe gegen Vonovia.

Am Vormittag sei der Aufzug gewartet worden, gegen Mittag sei der Fahrstuhl gar nicht mehr gefahren und auch nach mehreren Schadensmeldungen durch Bewohner habe Vonovia nicht reagiert.

Um 16.45 Uhr der Schock: Die Mädchen stiegen in den Aufzug, um zu ihrer Elternwohnung zu gelangen und blieben stecken. Durch panische Schreie der Kinder wurden Eltern und Bewohner aufmerksam und versuchten Hilfe zu holen. "Ein Mann vom technischen Dienst der Vonovia saß vor dem Haus im Auto, konnte oder wollte aber nicht helfen, bei der Servicenummer war über 45 Minuten niemand erreichbar, nur die Feuerwehr eilte sofort herbei", berichtet Nane Szukalski. "Der Schlüssel zum Betriebsraum fehlte und auch Spezialwerkzeug zum Entriegeln der Fahrstuhltür war nirgends zu finden, was den Einsatz erheblich verzögerte."

Nach 90 Minuten konnten die Kinder geschockt befreit werden und wurden von erleichterten Eltern entgegengenommen. "Beim medizinischen Notfall im Aufzug jedoch wäre wahrscheinlich jegliche Hilfe zu spät gekommen", sagt die Mutter. Einen Tag später sei zwar der Aufzug repariert und wieder in Betrieb genommen worden, aber Sicherheitsmängel bestünden immer noch.

Vonovia will sich entschuldigen

Auf Anfrage äußert sich Vonovia wie folgt: "Die Sicherheit unserer Kunden hat für uns oberste Priorität. Wir bedauern sehr, dass die Mädchen stecken geblieben sind. Glücklicherweise sind sie nicht ernsthaft verletzt, sicherlich aber mit sehr großem Schrecken davon gekommen. Das bedauern wir sehr. Wir werden uns nochmal bei der Mutter melden und uns entschuldigen. Wir halten alle gesetzlichen Prüfauflagen selbstverständlich ein, das heißt, jeder Aufzug wird jährlich TÜV geprüft, und die Notrufe aus den Kabinen werden alle zwei Tage automatisch überprüft."

Die erste Schadensmeldung sei um 17.53 Uhr beim Zentralen Kundenservice (ZKS) eingegangen. Da war die Feuerwehr bereits vor Ort. Um 18 Uhr sei ein zweiter Anruf beim ZKS eingegangen.

"Beim Serviceunternehmen Schindler ist kein Notruf aus der Kabine eingegangen und auch keine sonstige Störungsmeldung der Mieter vor Ort. Schindler wurde durch unseren ZKS um 17.53 Uhr das erste Mal informiert. Beim ZKS und auch bei Schindler sind keine Schadensmeldungen vor dem Einschluss der Kinder eingegangen. Auch ein Wartungsauftrag für den Tag können wir nicht bestätigen", teilt Vonovia-Pressesprecherin Bettina Benner mit.

Zur Notbefreiungsthematik erläutert sie: "Schindler ist mit dem Notruf und Personenbefreiung für den Aufzug beauftragt. Einen Notbefreiungsschlüssel hat der zuständige Monteur, erforderliches anlagenspezifisches Werkzeug wird bei Erfordernis im Aufzugsmaschinenraum gelagert. Die Schließung des Raumes ist generell aus Sicherheitsgründen nur für eingewiesene Personen zugelassen. Schindler verfügt über den Schlüssel. Auch die Feuerwehr benötigt keinen regulären Zugang zu Maschinenräumen. Im Notfall ist sie in der Lage die Türen zu öffnen. Wird ein Notruf betätigt, muss Schindler 30 Minuten danach vor Ort sein."

Der beschriebene Handwerker vor Ort, "war wahrscheinlich von einem anderen Gewerk und konnte deshalb leider nicht sofort weiter helfen", vermutet die Pressesprecherin.

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