Ostern durfte ich endlich meine Strapse ausziehen.....

Zeitreise in die 60 er Jahre

Ostern durften wir Kinder das erste mal nach dem Winter Kniestrümpfe tragen.Ob es kalt oder warm war, wir nervten unsere Mutter so lange, bis sie ja sagte.

Strumpfhosen gab es damals noch nicht. Ich trug im Winter lange kratzige Wollstrümpfe mit Leibchen und Strumpfbändern. Es sah schrecklich aus, besonders dann, wenn mein Kleid ein wenig zu kurz war, und die blöden Strumpfhalter schauten raus. Das war mir immer schrecklich peinlich. Lange Hosen gab es damals noch nicht für Mädchen. Da ich oft auf die Nase fiel, die Kniee kaputt hatte, waren auch ständig Löcher in den Strümpfen. Sie wurden aber wieder gestopft. Strümpfe mit 5 Löchern und dann auch noch mit verschieden Garnen und Farben war keine Seltenheit.

Immer, ob Sommer oder Winter, hatte ich hohe Schohe mit langen Schuhriemen an."Du brauchst Halt für die Füße," hieß es dann.

Im Winter trugen wir Strickmützen, die an der Seite mit einem Bändchen am Kopf zugebunden wurden. Das war dann für alle gleich, Jungen und Mädchen. Diese selbstgestrickten Mützen hatten auch noch "Bommelchens" dran.
Wir mussten ja schön aussehen.

Ich trug damals Zöpfe, stramm nach hinten gekämmt, mit Spängchen und Marmeladengummis zum Halten, ganz praktisch.
Sonntags bekam ich noch zusätzlich Schleifen an den Zöpfen, und eine dicke Schleife ins Haar. Mein Kopf sah aus wie ein Propeller.

Waren die Zöpfe lang genug, konnte meine Mutter daraus"Affenschaukeln" machen. Das sah dann aber noch strenger aus.
An einem Sonntag gab es dann irgendwann für mich die ersten Nylonstrümpfe, natürlich wieder mit Leibchen und Strumpfbändern. Das war mir dann aber egal. Hauptsache ich hatte "Nylons" an.

Meine Kleider und Röcke nähte damals eine Hausschneiderin. Sie kam nach Bedarf alle paar Monate für 2 Tage ins Haus, und ein neues "Sonntagskleid" war auf unserer Singer- Tretnähmaschine fertig.
Da ich so ein Teil mehrere Jahre trug, wurdem am Saum und an den Ärmeln viele Falten reingenäht, und jedes Jahr wurde eine Falte rausgetrennt. Dass das gute Stück dann in der Taille nicht mehr passte und sie nach ober rutschte, war egal.

Um die Kleidung zu schonen, trug ich Schürzen, sogar noch in den ersten beiden Schuljahren. Damals gab es ja noch die gute Sonntagskleidung für den Kirchgang, die Schulkleidung und die "Fast- Lumpen-Kleidung" für nach der Schule draussen zum Spielen. Ständig musste ich mich umziehen.

Meine Kinder lachen sich heute schlapp, wenn wir alte Fotos anschauen, denn diese Zeiten möchten wir nun wirklich nicht wieder haben.

Autor:

Christa Palmen aus Düsseldorf

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