Weihbischof: "Die Lösung liegt in Emmerich"

Nick Hausen, Felicitas Derksen und Janina Heckens (v.l.) überreichten gestern dem Weihbischof Wilfried Theising 2.500 gesammelte Unterschriften für den Verbleib von Pfarrer Karsten Weidisch und Kaplan Christian Olding. Foto: Jörg Terbrüggen
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Es war schon beeindruckend, was Felicitas Derksen da in Händen hielt. 2.500 Menschen hatten auf den Listen unterschrieben und hatten Farbe bekannt. Für Pfarrer Weidisch und Kaplan Olding.

Am 23. Januar hatten sich Mitglieder der veni-Gruppe dazu entschlossen. „Wir wollen Farbe bekennen und uns stark machen für den Erhalt der Tätigkeiten von Pfarrer Karsten Weidisch und Kaplan Christian Olding“ stand auf den Unterschriften-Zetteln. Diese lagen für knapp eine Woche in zahlreichen Geschäften aus. Zusätzlich bestand am 9. Februar noch einmal die Möglichkeit, seinen Namen beim veni-Gottesdienst in der Aldegundiskirche zu notieren.
Leider sind auf unerklärliche Weise 45 Unterschriften abhanden gekommen und nie wieder aufgetaucht. „Wir haben dann Kontakt zum Weihbischof aufgenommen und eine Woche gewartet das Münster antwortet“, erklärte Annelen Maier-Derksen. „2.500 Unterschriften sind schon eine ganze Menge“, strahlte Felicitas Derksen. „Es zeigt, wie viele Leute dahinter stehen.“ Und was erhofft man sich mit dieser Aktion? „Wir wollen damit in Münster noch einmal ein Zeichen setzen“, so Nick Hausen, ebenfalls Mitglied in der veni-Gruppe.
„Wir hoffen das die Unterschriften dazu beitragen, dass Karsten Weidisch hier in Emmerich bleiben kann“, meinte Felicitas Derksen. Sie alle hoffen jetzt endlich mal wieder zur Normalität zurückkehren zu können. „Wir hatten schon Gespräche mit der Schulleitung. Sie meinte, wir sollten uns etwas zurücknehmen und auch an die Schule denken.“ Daher, so Janina Heckens, plane man jetzt auch ein neues Projekt, das sich mit dem Glauben beschäftige.

Müssen gemeinsame Lösung finden

Und dann kam Weihbischof Wilfried Theising. Er war beeindruckt vom Engagement der Schüler und der Zahl der Unterschriften. „Ich finde es sehr gut, dass sich Jugendliche zusammengetan haben, um dafür einzustehen“, so der Weihbischof. Er ging aber auch davon aus, dass das veni-Projekt losgelöst von Kaplan Olding weitergeführt werden könne. „Mit euch schaffen wir das.“ Die Zahl von 2.500 Unterschriften seien bemerkenswert, hätten jetzt aber zunächst keine unmittelbare Bedeutung. „Sie müssen allerdings bei den weiteren Überlegungen mit in Erwägung gezogen werden. Wichtig ist das wahrzunehmen und das Engagement zu würdigen.“ Zurzeit fänden viele Gespräche statt. Es sei eine schwierige Situation, aber das Bistum würde diese nicht aussitzen. „Das regelt sich nicht von selbst. Wir müssen daher eine gemeinsame und für alle Seiten akzeptable Lösung finden. Das gilt vom Bischof über den Pfarrer und die Gemeinde.“ Alle müssten Kompromisse eingehen. „Wir drehen uns hier im Moment im Kreis. Wir müssen einen neuen Schritt machen, denn die Lösung liegt hier in Emmerich, man findet sie auch nur hier.“

Münsterfahrt noch nicht sicher

Das ginge allerdings auch nur über die gewählten Gremien, die den Rückhalt aus den Wahlen hätten. Neues Vertrauen müsse wachsen, auch dem Bistum gegenüber. „Ich weiß allerdings nicht, ob wir das alles hier einmal aufgebröselt bekommen“, so der Weihbischof. Mit nahm er nicht nur die 2.500 Unterschriften sondern auch noch Aufsätze, die Schüler vom Berufskolleg Goch verfasst hatten. Dort sollte auch ein veni-Gottesdienst abgehalten werden.
Annelen Maier-Derksen wandte sich noch einmal persönlich an den Weihbischof. „Wir vermissen Pfarrer Weidisch. Hier ist ein zartes Pflänzchen gewachsen, doch jetzt liegt vieles brach.“ Es sei doch viel Gutes initiiert worden und alle hätten doch ein identisches Ziel. „Wir sind uns in vielen Dingen einig“, erklärte daraufhin der Weihbischof, ehe er sich auch schon wieder verabschiedete. Er müsse heute in Sachen Weidisch noch Gespräche führen.
Ob die aus der Facebook-Gruppe entstandene Idee, am 10. März zur Bischofskonferenz nach Münster zu fahren, wirklich umgesetzt wird, steht noch nicht fest. „Das hat bisher eher privaten Charakter. Wir als Rat der Seelsorgeeinheit haben uns dazu noch nicht positioniert und auch nichts beschlossen“, bemerkte Irmgard Bisseling. Die geplante Kundgebung ist auch noch nicht als solche beim Ordnungsamt der Stadt Münster angemeldet. Bleibt also abzuwarten, ob sie überhaupt zustande kommt.

Autor:

Jörg Terbrüggen aus Emmerich am Rhein

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