Den richtigen Beruf finden

Typisch Junge - das hatten die Mädchen der Klasse wie Suen Gözüoglu zu bewerten.
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  • Typisch Junge - das hatten die Mädchen der Klasse wie Suen Gözüoglu zu bewerten.
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Nach dem Schulabschluss finden nicht immer alle Absolventen einen Ausbildungsplatz - viele wissen erst gar nicht, was sie werden wollen. Dass dies nicht so bleibt, dafür möchte die Aktion Mensch sorgen.
Das Projekt „Wunderbar XXL“ soll SchülerInnen der Gesamt-, Haupt- und Realschulen bei der Berufs-und Lebensplanung helfen. Es wurde im April dieses Jahres gestartet und arbeitet mit sechs Essener Schulen zusammen, mit dabei ist auch die Borbecker Hauptschule an der Lohstraße.
Als Träger und Ansprechpartner vor Ort unterstützt die Christliche Arbeiterjugend Essen innerhalb des Projektes die Jugendlichen dabei, sich auf dem Arbeitsmarkt zu orientieren. Unter dem Motto „Fit for Life“ fuhr die 8. Klasse der Hauptschule an der Lohstraße für zwei Tage in das Jugendhaus St. Alfried nach Essen-Kettwig.
Auch wenn die 19 Jugendlichen zunächst dachten, sie machen eine Art Klassenfahrt, wurden sie schnell eines Besseren belehrt. „Das war richtiger Unterricht - und zwar ganztägig“, bestätigt Lehrerin Ursula Stauf. „Dafür gab es abends ein Programm mit Disco und Spielen“, wirft Suen Gözüoglu ein.
Die Schülerinnen und Schüler der Hauptschule mussten sich selbst einschätzen, sich von anderen bewerten lassen und Bewertungen abgeben. Bei Aufgaben wie „was ist typisch Junge, was Mädchen“ kamen ebenso spannende Einschätzungen heraus wie über eigene unbekannte Charaktereigenschaften. So war Silke Riewoll zum Beispiel erstaunt und natürlich auch erfreut darüber, von ihren Mitschülern als „großzügig“ eingeschätzt zu werden. Auch persönliche Interessen standen im Focus der Workshops. Die Schüler hielten auf Plakaten fest, was sie gerne tun und was nicht und sollten sich dann Gedanken über Berufe machen. „Und welche Berufe gibt es so“? „Altenpfleger, Zahnarzthelferin, Stewardess, Dachdecker, Friseur, Tierpfleger, KfZ-Mechaniker, Elektriker, Erzieher, Lehrer, Bäcker, Busfahrer, Regisseur“ kommt es da von allen Schülern wie aus der Pistole geschossen.
„Ein Erfolg der zweitägigen Fahrt“, da ist sich Lehrerin Stauf sicher. Und auch die Schüler geben zu, dass es nicht nur Spaß gemacht hat, sondern dass sie auch etwas mitgenommen haben. „Wir mussten eine Aufgabe lösen“, erzählt Fabian Postrach. „Wir sollten ein rohes Ei so verpacken, dass es bei dem Wurf aus dem Fenster nicht kaputt geht.“ Sein Team baute einen Fallschirm aus Zeitungspapier, das Ei blieb nach dem Fall heil.
Ein weiterer Erfolg: Bis auf zwei Schüler wissen nun alle, wo sie ihr „Schnupperpraktikum“ absolviern werden. Die Zwillinge Saskia und Melissa Uhlig schnuppern etwa in einen KfZ-Betrieb rein, ebenso wie Fabian Postrach und Fabian Paul, Angelina Denda, Silke Riewoll und Vanessa Blatzheim machen ein Praktikum beim Friseur, Suen Gözüoglu, Alexander Glatzer und Michélle Wiegand gehen in den Kindegarten, Daniel Bürger ist bei einem Maler und Lackierer und Pasqual Terjung als Lagerist bei einem großen Logistikunternehmen.
Das Programm soll im kommenden Schuljahr fortgeführt werden. In der 9.Klasse gibt es unter dem Motto „Auftritt Beruf“ theaterpädagogisch unterstützte Projekttage von der CAJ. „Doch wir müssenabwarten,“ so Ursula Stauf. „Denn unsere Schule wird ja nächstes Jahr aufgelöst.“

Autor:

Patricia Koenig-Stach aus Essen-Borbeck

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