Kriminalität steigt und Personal wird abgebaut

Heiko Müller, Kreisgruppenvorsitzender der GdP Essen/Mülheim warnt vor der weiteren Belastung der Polizisten. | Foto: Andreas Edelhoff
  • Heiko Müller, Kreisgruppenvorsitzender der GdP Essen/Mülheim warnt vor der weiteren Belastung der Polizisten.
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Essen/Mülheim. „Die Anzahl der Fälle steigt und die der Überstunden auch und das bei immer weniger Personal.“ So könne es aber nicht weitergehen, meint Heiko Müller am Mittwoch nach der Vorstellung der örtlichen Kriminalitätsstatistik. Der Vorsitzende der GdP (Gewerkschaft der Polizei) Kreisgruppe Essen/Mülheim ist nicht erfreut über den Personalabbau in Essen und Mülheim.

„Überstunden, die bis zum 31. Dezember 2014 angefallen sind, dürfen jetzt aufgrund der besonderen Belastung bei der Terrorabwehr, ausnahmsweise in fünf statt in drei Jahren abgebaut werden bevor sie verfallen“, sagt Müller. „Daraus kann man eindeutig den Rückschluss ziehen, dass das Ministerium, angeführt von Herr Minister Jäger, erkannt hat, dass viele Überstunden anfallen und ein Stundenabbau sich sehr schwierig gestaltet beziehungsweise nicht möglich ist.“
Die Zahl der zulässigen Überstunden sei nicht fix. „Kolleginnen und Kollegen ‚schieben‘ teilweise bis zu 600 Überstunden vor sich her“, fährt Müller fort.
In der freien Wirtschaft würde dies zu massiven Proteststürmen führen. Bei der Polizei werde das aber zunehmend Alltag.

Keine Chance, Stunden abzubauen

„Der Stundenabbau beim Einzelnen führt automatisch zum Aufbau von Überstunden bei anderen“, beschreibt Müller die derzeitige Praxis. „Der Beamte hat eigentlich gar keine Chance, von den Überstunden runterzukommen. Wir haben ein eindeutiges Problem im Personalbereich“, betont Müller.
Auch die über 300 zusätzlichen Kräfte im Kampf gegen den Terrorismus nutzten derzeit nichts. „Die neuen Kollegen müssen ja erst einmal ausgebildet werden. Und wer macht die Arbeit in den kommenden drei Jahren?“, fragt Müller rhetorisch.
Also steige der Überstundenberg weiter an. Vor allem bei den Beamten, die neben dem normalen Dienst noch in Hundertschaften oder verschiedenen Alarmzüge integriert sind. „Die Einsätze in diesen Bereichen fallen in der Regel an freien Tagen oder an Wochenenden an. Und dann steigt die Überstundenzahl erneut. Dazu kommt, dass der Alarmzug auch Aus- und Fortbildungsstunden leisten muss, damit die Einsatzfähigkeit gewährleistet bleibt.“

Belastungsgrenze überschritten

Die Belastungsgrenze sei schon überschritten. „Wir nähern uns dem Zustand der völligen Überlastung“, warnt der Kreisgruppenvorsitzende. Gute und professionelle polizeiliche Arbeit sei dann kaum noch zu gewährleisten.

Autor:

Dirk-R. Heuer aus Hilden

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