Arbeitssuche leicht gemacht: Berufs- und Studienorientierungstag am THG

Die Arbeistsagentur präsentierte jede Menge Informationen über Berufs- und Studienmöglichkeiten.
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Fast muckmäuschenstill ist es im Computerraum des Theodor-Heuss-Gymnasiums. 25 Schüler der Jahrgansstufe elf tippen hochkonzentriert neue Begriffe in die Suchfunktion auf der Internetseite der Agentur für Arbeit ein. Immer wieder verirrt sich auch eine übermotivierte Zungenspitze zwischen die Lippen und macht deutlich, wie intensiv ihr Besitzer sich in die noch unbekannten Weiten des Arbeitsmarktes vertieft hat. Es ist Zeit für den Berufs- und Studienorientierungstag.

Wohlwollend lässt Abi-Beraterin Inez Schulze Hillert von der Agentur für Arbeit den Blick über die gebeugten Rücken schweifen. Dass leise Getuschel der drei jungen Damen am anderen Ende des Raumes überhört sie geflissentlich. Für Inez Schulze Hillert geht es um mehr als den süßesten Typen der Jahrgangsstufe. Doch für die 16-Jährigen ist der „total süße Typ“ alltägliche Realität.
Da können Fragebögen zur Ermittlung des potenziellen Lieblingsberufes und Tipps und Hinweise zu möglichen Studienfächern nicht mit konkurrieren. Warum auch? Bis zum Abitur ist es für viele der Schüler gedanklich noch richtig lange hin und das Thema Berufswahl ist uncool. Geld klar, das können auch die Jugendlichen immer gebrauchen. Doch dafür arbeiten gehen - bloß nicht, da muss man sich ja anstrengen.
Genau gegen diese immer noch weitverbreitete Ansicht - auch vieler Eltern - argumentieren Inez Schulze Hillert und ihre Kollegin Birgitt Bongers an diesem Tag. Immer wieder. Und mit dem ein oder anderem Erfolgserlebnis. „Es ist doch wie im normalen Schulalltag. Einige sind schon gut informiert und wissen sehr genau, was sie machen wollen und was sie dafür tun müssen. Andere Schüler dagegen tun so, als wenn sie das ganze Thema nichts angeht. Da muss man ruhig bleiben und die Fakten sprechen lassen.“

„Es ist wie im normalen Schulalltag. Einige sind informiert und vorbereitet und andere Schüler wiederum tun so, als wenn sie das ganze Thema nichts angeht.“

Die besagen etwa, dass rund 80 Prozent der Schüler nach dem Abitur ein Studium an einer Universität oder einer Hochschule anstreben. Doch wirklich da landen werden nur rund 60 Prozent und den angestrebten Abschluss auch wirklich erreichen noch mal gut zehn Prozent weniger. Dabei könnten Ines Schulze Hillert und ihre Kollegen vielen Schülern diese Enttäuschung ersparen. Denn viele könnten selber schon frühzeitig feststellen, für welches Studienfach oder welchen Beruf sie geeignet seien. Dafür gibt es etwa den Abi-Powertest auf der entsprechenden Internetseite. Ines Schulze-Hillert stellt ihn vor: „Der Test ist erst im Juli 2012 ins Netz gestellt worden, ist wissenschaftlich auf dem neuesten Stand und hilft vielen Schülern weiter.“
Doch genug der grauen Theorie. Standortwechsel. Rein in die knallharte Praxis eines Assessment-Centers. Saskia Schmidt, Markus Lingen und Azubi Nicolai Etscheid von der Barmer Gesundheitskasse lassen seit gut einer Stunde die angehenden Abiturienten richtig schwitzen. Auf dem Programm stand: sich und vor allem die eigenen Stärken vor einem größeren Publikum präsentieren. Gerade auf dem heißen Stuhl: Sophie. Bis vor wenigen Sekunden noch eine kommunikative, kesse junge Frau. Doch auf den drei Metern von ihrem Sitzplatz bis zur Bühne scheinen sich Tonnen auf ihren Schultern zu platzieren, scheint jeder einstudierte Satz plötzlich in die hintersten Ecken ihres Gehirns zu entschwinden. Die ersten Sekunden vor dem Mikro auf der Bühne werden zu den längsten ihres noch jungen Lebens zu werden. Doch ein aufmunternder Blick von Markus Lingen, noch einmal tief durchgeatmet und aus der verschüchtert wirkenden Bewerberin wird wieder die kesse, kommunikative angehende Abiturientin. Und die macht ihre Sache dann so gut, dass sie Lingen zumindest gerne als Auszubildene eingestellt hätte. Schade, dass es nur gespielt war. Oder?

Die Arbeistsagentur präsentierte jede Menge Informationen über Berufs- und Studienmöglichkeiten.
Ins Thema „Bewerbungen“ führte die Barmer Krankenkasse die Gymnasiasten ein.
Autor:

Sven Krause aus Mülheim an der Ruhr

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