Europa trifft sich am THG in Kettwig - Interview mit Austauschlehrern aus Frankreich, Estland, Italien und Griechenland

Die beiden italienischen Lehrerinnen Angela Maria Asario (l.) und  Maria Rita Lo Castro sind mit einigen ihrer Schüler aus Mazara del Vallo zu Gast am THG.
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  • Die beiden italienischen Lehrerinnen Angela Maria Asario (l.) und Maria Rita Lo Castro sind mit einigen ihrer Schüler aus Mazara del Vallo zu Gast am THG.
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Im Rahmen des Euopafrühstücks am Theodor-Heuss-Gymnasium in Kettwig plauderte der Lokalkompass mit den Austauschlehrern Angela Maria Asario und Maria Rita Lo Castro aus Italien, Anneli Tumanski und Enn Lehtpuu aus Estland, Mohammed Oubella und Karine Bodier aus Frankreich und Stavroula Kardasi, Panagiota Kostarelou aus Griechenland.

Mit welchen Ideen von Deutschland, von Schule in Deutschland sind Sie nach Kettwig gekommen?
Angela Maria Asario und Maria Rita Lo Castro: „Wir kamen ohne bestimmte Erwartungen.“
Anneli Tumanski, Enn Lehtpuu: „Da wir bereits mit Deutschland und dem deutschen Schulsystem vertraut sind, wussten wir, was uns erwartet. Die Klassenräume sind gut ausgestattet, die Schüler sind multikulturell und die Lehrer unterrichten gut.“
Mohammed Oubella und Karine Bodier: „Wir wollten zunächst einmal nur beobachten, wie das deutsche Schulsystem ist und was die Unterschiede zu unserem System sind. Außerdem wollten wir die „Deutsche Qualitätsarbeit“ entdecken.“
Stavroula Kardasi, Panagiota Kostarelou: „Wir waren neugierig welche Ausstattung genutzt wird. Wir wussten aber nicht, was wir genaues erwarten könnten, vielleicht mehr Laptops oder interaktive Whiteboards. Wir sind allerdings nicht davon überzeugt, dass moderne Medien unbedingt die Arbeit von Schülern verbessern, aber wir dachten, dass sie hier mehr genutzt werden. Wir hatten außerdem weniger Schüler in den Klassen vermutet. Wir haben außerdem separate Klassenräume für Physik, Kunst und Musik erwartet, was dann auch vorhanden war.“

"Wir waren neugierig, welche Ausstattung ein Gymnasium in Deutschland hat." Stavroula Kardasi

Wie war die Realität?
Angela Maria Asario und Maria Rita Lo Castro: „Die Schule in Kettwig scheint noch traditionell zu sein. Schüler verpassen keinen Unterricht, da Lehrer einen Plan erstellen, was gemacht werden soll, wenn sie nicht anwesend sein können.
Wir haben keine behinderten Schüler sehen können. (Anm. Yeni-Çam, Betreuungslehrerin am THG: Später sprachen wir darüber und es stellte sich heraus, dass in Italien eine ähnliche Inklusion durchgeführt wird, wie hier in Deutschland.) Keine interaktiven Whiteboards. (Anm. Yeni-Çam: Wir haben zwei interaktive Whiteboards, aber da wir nur eine Schulstunde durch das Gebäude gelaufen sind, hatten wir keine Gelegenheit diese zu zeigen.) Die Turnhalle ist toll.“
Anneli Tumanski, Enn Lehtpuu: „Die Schüler sind sehr warmherzig und haben ein gutes Verständnis für die Unterrichtsinhalte und ihre Verantwortung. Die Kommunikation unter den Schülern ist sehr gut. Wir finden das Konzept der Skisportwoche sehr gut, da während dieser Unternehmung so viele Kompetenzen gefördert werden, sei es die soziale oder die interkulturelle Kompetenz. Ebenso wird die Sportlichkeit und die Teamerfahrung gefördert und das alles in der Natur.“
Mohammed Oubella und Karine Bodier: „Wir waren überrascht, dass die Klassen so groß sind und ebenso das Gymnasium für sich. Die Klassen sind sehr gut ausgestattet mit Waschbecken und verschiebbaren Tafeln. Wir fanden es sehr interessant, dass sich Schüler um andere verletzte Schüler im Sanitätsraum kümmern. Es war außerdem sehr überraschend zu erfahren, dass Lehrer kranke Lehrer vertreten müssen. In Frankreich müssen wir abwesende Lehrer nicht vertreten, wenn wir nicht wollen.“
Stavroula Kardasi, Panagiota Kostarelou: „Wir waren von der Turnhalle begeistert. Fantastisch! Wir mögen die Organisation und wie sowohl Lehrer als auch Schüler über eventuelle Änderungen im Tagesablauf informiert werden. Das Konzept des Referendariats ist sehr gut und sehr hilfreich. Es ist eine große Unterstützung sowohl für Lehrer, als auch Schüler.“

"Wir waren überrascht, dass die Klassen so groß sind." Mohammed Oubella

Was sollte Deutschland von Ihrem heimatlichen Schulsystem übernehmen und andersherum?
Angela Maria Asario und Maria Rita Lo Castro: „Die Gehälter in Italien sollten verbessert werden. Außerdem finden wir, dass mehr Pausen (so wie in Deutschland Anm. Yeni-Çam) an Schulen besser sind für Schüler, da sie dann besser arbeiten können.“
Anneli Tumanski, Enn Lehtpuu: „In den Schulen in Estonia ist ICT (Informations- und Kommunikationstechnologie) in den Kernlehrplänen eingebunden und die Lehrer bringen diese Technologie folglich in ihren Unterricht ein.
Mohammed Oubella und Karine Bodier: „Wir wollen die gleichen Tafeln, die gleichen Klassenräume und das gleiche Gehalt.“
Stavroula Kardasi, Panagiota Kostarelou: „Wir haben noch nicht alle Aspekte des deutschen Systems kennengelernt und es gibt noch viel, was wir erfahren möchten.“

Mehr zum Thema:
Noch mehr Informationen, wie Europa am THG in Kettwig gelebt wird, finden Sie hier.

Autor:

Sven Krause aus Mülheim an der Ruhr

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