Container, Fluchtweg und die Glocke

Neues aus der Bezirksvertretung

Ein Bezirksbürgermeister und seine wiedergefundene Glocke, die längst fällige Sanierung des Bahnhofs, der Fluchtweg im Löwental, Streit um einen Container-Standort, die BV-Sitzung hatte viele spannende Themen zu bieten!

Wo sie gewesen war, keiner weiß es. Jedenfalls ist die Glocke von Bezirksbürgermeister Dr. Michael Bonmann als „Zeichen der Amtswürde“ wieder aufgetaucht. Ebenso wie der Landtagswahlkampf, der leider auch vor Werden nicht Halt macht.
Halt machen die S-Bahnen am Werdener Bahnhof, der nun schon seit geraumer Zeit keine Vorzeigestation mehr ist. Deswegen wird die Bahn im Juli und August im Zuge ihrer „Modernisierungsoffensive“ stolze 5,3 Millionen Euro verbauen.
Karl Drews ist Essener Bahnhofsmanager und verkündete die Maßnahmen, die während der Sommerferien den Bahnhof aufwerten sollen. Die Bahnsteige werden auf 96 Zentimeter angehoben, um den Einstieg zu erleichtern, alle Flächen werden gepflastert. Die Zuwegung für in ihrer Mobilität eingeschränkte Reisende hat Priorität, deswegen werden zwei Aufzüge eingebaut. Die Unterführung, zurzeit bestimmt kein Ruhmesblatt der Bahnhofs-Szenerie, soll natürlich ebenfalls saniert werden. Außerdem wird der Tunnel verbreitert, um eben Platz für die Aufzüge zu lassen. Eine von zwei Treppen am Bahnsteig Richtung Düsseldorf wird dafür wegfallen. Das Bahnsteigdach als Wetterschutz muss bleiben, denn die anderswo aufgestellten Wartehäuschen hätten in Werden keinen Platz. Daniel Behmenburg fährt häufig mit der Bahn, fragte: „In Werden regnet‘s seit Jahren durchs Dach. Warum ist das nie repariert worden? Flugs in den Baumarkt, ein wenig Dachpappe drauf, fertig!“ Hier druckste Drews herum: „Das Dach war nicht zu retten. Außerdem hat sich keiner mehr drauf getraut!“ Dann versuchte der Bahnhofmanager, den Politikern die Maßnahme schmackhaft zu machen: „Werden war ursprünglich gar nicht in der Pipeline, sondern Hügel.“

Ersatzbusse

Die Baumaßnahmen finden vom 7. Juli bis 20. August statt. In dieser Zeit fährt zwar keine Bahn, aber Schienenersatzverkehr. Für jede ausgefallene Bahn werden Busse eingesetzt, die alle fünf Minuten zwischen Werden und Kettwig fahren. Zusätzlich gibt es einen Schnellbus, der zwischen Düsseldorf-Unterrath und Essen Hbf pendelt. Die Fahrtzeit wird sich deutlich erhöhen, mit über einer Stunde von Werden bis zum Düsseldorfer Hbf ist schon zu rechnen.

Sportplatz im Löwental

Die Entwicklung der Sportanlage im Löwental stimmte Dr. Bonmann froh, auch wenn er monierte, dass einzelne Politiker mit der Abtrennung eines Fluchtweges schon „hausieren“ gingen. Denn klare Meinung der BV wäre es, keinen Zentimeter der Sportfläche unnötig zu verschenken: „Das Löwental wird unsere Bezirkssportanlage, die ist für Alle da!“ 2013 wird neu entschieden, ob das OpenAir überhaupt noch stattfindet, die in der Tat dringend notwendigen zusätzlichen Parkplätze nicht woanders, etwa auf einer städtischen Fläche am Ruhrpegel, errichtet werden können. Aber die Idee einer namhaften finanziellen Eigenleistung der Werdener Sportler, um die Anlage noch mehr aufzuwerten, findet Bonmanns volle Unterstützung: „Der Sportverbund möchte die Anlage noch verbessern, dieses bürgerliche Engagement gefällt mir sehr gut. Ich rufe dazu auf, sich ideell und auch sportlich an dem tollen Happening des Sponsorenlaufes am 12. Mai zu beteiligen!“ In der Juni-Sitzung möchten die Ortspolitiker von der Verwaltung über die exakten Planungen fürs Löwental informiert werden.

Depotcontainer

Hart ins Gericht gingen die Bezirksvertreter mit der Stellungnahme der Fachverwaltung, die sich gegen eine Verlegung des Depotcontainerstandortes an der Heidhauser Straße aussprach. Angeblich sei die Verkehrsgefährdung durch Sichtbeeinträchtigung nicht vorhanden, Zitat: „Eine Sichtbehinderung durch die Container konnte bei einer Ortsbesichtigung (incl. einer Ausfahrt von der Parkfläche) nicht festgestellt werden. Die Sichtbeeinträchtigung stellte allenfalls das sehr hohe Einfahrt-Schild dar.“ Außerdem würden es die Verträge des dualen Systems nicht erlauben, den Standort um 150 Meter in Richtung Tankstelle zu verlagern: „Das Sammelsystem hat laut Verpackungsverordnung flächendeckend sowie haushaltsnah zu sein.“
Ute König fasste knackig zusammen, was man im Saal von diesem Papier hielt: „Als ich das gelesen habe, fühlte ich mich verarscht! Ich fühle mich nach zwei Ortsterminen und einem klaren Beschluss der BV von der Verwaltung arglistig getäuscht und hintergangen. Hier wird der EBE nach dem Mund geredet.“ Auch Martina Schürmann war sauer: „Die Stadt verschanzt sich hier hinter vertraglichen Regelungen, eine Verlegung von Standorten ist selbstverständlich möglich.“ Auch Peter Maas war außer sich: „Es kann nicht sein, dass unsere Beschlüsse so ignoriert werden.“ Das Gefahrenpotenzial sei sehr wohl enorm, so Stephan Sülzer: „Ich konnte erleben, wie ein LKW die Container entleerte. Es war eine sehr unüberschaubare und gefährliche Verkehrssituation!“ Patrick Widmaier fasste den allgemeinen Unmut zusammen: „Das Entscheidungsrecht liegt bei uns. Die Container werden umgesetzt!“ So kam es auch, bei nur einer Enthaltung machte die BV deutlich, dass sie sich nicht von der Verwaltung düpieren lässt.

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