Schützenfest BSV Gut Ziel: Hartmut Illner neuer Kaiser in Essen-Werden

Impressionen vom Schützenfest des BSV Gut-Ziel in Essen-Heidhausen. Als neuer Kaiser durfte sich nach einem spannenden Wettschießen Hartmut Illner feiern lassen.
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Was am Freitagabend vor Pfingsten bei der Playbackshow des Runden Tisches der Werdener Traditionsvereine temperaturmäßig so gerade noch erträglich war, trieb den Schützen und Besuchern im Festzelt des BSV Gut Ziel und bei den Märschen den Schweiß aus allen Poren. Das war schlichtweg zu viel des Guten – insbesondere den Künstlern und den gekrönten Häuptern auf dem Thron machten hohe Temperaturen und Schwüle arg zu schaffen. Da half auch die Freigabe der „Marscherleichterung“ für die Schützen zum Ablegen der Jacken, Hüte und Handschuhe so gut wie gar nicht. Und auch im Festzelt und beim Festzug schwitzen Besucher und Schützen in einem Maße wie selten zuvor

.

Das gesetzlich vorgeschriebene Rauchverbot im Festzelt führte dazu, dass neben den Rauchern, die zwangsweise das Zelt verließen, auch viele Begleitpersonen im Biergarten vor dem Zelt blieben oder nur zögerlich zurückkamen. Das Ergebnis waren ein nur spärlich gefülltes Zelt, mangelnder Anreiz für Besucher, die ins Zelt blickten, „nichts los“ feststellten und sich wieder trollten. Daraus resultiert eine Besuchermisere, die den Zeltumsatz in den Keller drückten.

Hartmut Illner wird Schützenkaiser beim BSV Gut Ziel

Höhepunkt des Schützenfestes war traditionsgemäß das Königs- bzw. Kaiserschießen und die Krönung am Pfingstmontag. Mit 71 Schüssen beharkten die beiden Aspiranten den Rumpf des Königsvogels, bis er unter dem Jubel der Zuschauer seinen Geist aufgab, sich mit extremer Verzögerung unendlich langsam nach vorne neigte und schließlich fiel – zur Freude des glücklichen Schützen Hartmut Illner, der sich nun Kaiser des BSV GUT ZIEL nennen darf und mit seiner Kaiserin Rita Biernacki für ein Jahr die Werden-Heidhauser Bürgerschützen regieren darf. Die abendliche Umkrönung sowohl des neuen Bogenkönigs Georg Dopp und des Kugelkaisers Hartmut Illner war erneut ein bewegender Moment für alle Beteiligten und die zahlreich erschienenen Gratulanten aus Reihen befreundeter Königshäuser und Vereine. Dass die Krönungszeremonien und die Rede des Schirmherrn Hanslothar Kranz auf Wunsch der durch die Hitze extrem belasteten neuen Regenten zeitlich vorgezogen wurde, erwies sich im Nachhinein als ein reiner Glücksfall.

Knallharte Titel-Kämpfe bei den Bogenschützen

Kurz entschlossen wurde am Samstagmittag bei den Bogenschützen entschieden, die ersten Wettbewerbe ins Freie auf den Vereinsbogenplatz an der „Kötterei“ zu verlegen. Nicht nur wegen der dort günstigeren Witterung, sondern auch, weil dort ohne über das Normalmaß hinausgehende Schießauflagen für das Festzelt geschossen werden konnte. Die größte Überraschung war der erst siebenjährige Henri Pankoke, der allen Erwachsenen ein Schnippchen schlug und sich in überzeugender Manier den linken Flügel des Königsvogels sicherte. Bogenkönig 2014 wurde erstmals der Vereinsvorsitzende Georg Dopp, während bei den Jungschützen Hannah Voswinckel bereits zum zweiten Mal Bogenprinzessin werden konnte.

Kampf der „ jungen Wilden“ beim Kronprinzenschießen

Nicht nur beim Training sind die Nachwuchsschützen des BSV GUT ZIEL eine tolle Truppe – ehrgeizig, trainingsfleißig und kameradschaftlich. All dies legten die drei Kronprinzenaspiranten in ihren Kampf um den Rumpf des Prinzenvogels. Dabei wurde ein taktisches Schießverhalten an den Tag gelegt, über das selbst alte Hasen nur staunen konnten. Und das sage und schreibe 107 Schüsse lang, bis der 17-jährige Jan Gathmann seinem Bruder Kenneth den Rumpf vor der Nase wegschießen konnte und neuer Kronprinz wurde.

Damen zeigen sich Resistent beim Schützenfest des BSV Gut Ziel

Die holde Weiblichkeit wollte nicht auf den Rat des Schießleiters hören
Wegen der entstandenen Zeitprobleme durch das lange Schießen der Kronprinzenaspiranten und um das Abendprogramm nicht in Gefahr zu bringen, sah sich Schießleiter Andreas Paßerah gezwungen, die Trefferfläche gehörig zu verkleinern. Das hinderte die Damen jedoch nicht daran, permanent in die gleichen Bereiche zu schießen und die entscheidenden weißen Restflächen schlichtweg zu ignorieren. Als sich die beiden verantwortlichen Schießaufsichten schon die Haare rauften, fasste sich Vereinssportleiterin Petra Pritsch schließlich ein Herz und schoss punktgenau auf den Fleck und traf. Und siehe da, prompt fiel die Eichenblatttrophäe und der Kampf um den Titel Schützendame des Jahres 2014 war entschieden.

Bewegende Verabschiedung von Hans-Albert I. - Honnacker geht aufs Altenteil

Ein Urgestein der Werden-Heidhauser Schützenwelt wurde am Pfingstsamstag 65 Jahre alt und ging mit einer bewegenden Laudatio, Dank und allen guten Wünschen in den beruflichen Ruhestand: Kaiser Hans-Albert Honnacker. Seine Tochter Silke und der BSV erfüllten ihm anschließend mit launigen Worten seinen lang gehegten Wunsch nach Ernennung zum General-„Hof“-Marschall im privaten Bereich und im Schützenverein. Eine protzige Schärpe ist äußeres Zeichen seiner Verdienste um die Erhaltung von Hof und Terrasse des eigenen Hauses und der Vereinssportanlage an der Velberter Straße.

Naturgewalten zum Abschluss des Schützenfestes des BSV Gut Ziel

Naturgewalten fegten unmittelbar nach der Umkrönung über den Festplatz hinweg
Kaum war der Krönungsabend mit den traditionellen Ständchen der Werdener Spielleute und dem Kaiserwalzer frühzeitig zu Ende gegangen, zeichnete sich am Himmel über Werden durch dunkle Wolken und aufkommende Windböen die beginnende Katastrophe ab. Fast alle Festgäste machten sich schleunigst auf den Heimweg. Nur der harte Kern der Werden-Heidhauser Schützen, Musiktechniker von Sound & Light und das Zeltpersonal waren noch im Zelt, als die Urgewalten der Natur mit orkanartigen Böen, Blitz, Donner und Starkregen über den Festplatz und das Festzelt hereinbrachen. Glücklicherweise hatte der BSV GUT ZIEL zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte ein Festzelt mit massiven Wandelementen,
die den Sturmangriffen bis auf relative geringe Einbrüche in Torbereichen standhielten.

Autor:

Sven Krause aus Mülheim an der Ruhr

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