Ein Volk bekommt immer das, was es verdient: Insbesondere Politiker

„Es gibt kein Leid, was sich der Mensch nicht selbst antut“,
sagte meine Oma schon seinerzeit. Und Oma hatte Recht, wie es Leute mit dem Erfahrungsschatz des Alters zumeist haben, denn fast alle Weisheiten bewahrheiten sich früher oder später zumeist in die prophezeite Richtung.

In unserem demokratischen System haben wir die wunderbare Möglichkeit, uns selbst jene Leute zu wählen, die unsere Interessen vertreten. Dies ist in vielen Ländern nicht möglich und stellt für mich eine Gnade dar, die eigentlich viel zu wenig gewürdigt und heutzutage von der Gesellschaft als selbstverständlich angesehen wird.

Nun hat jedes System oder jede Funktion auch eine zweite, weniger gute Seite. In der Politik ist es jedenfalls so, dass im Grunde jeder die Möglichkeit hat, nach oben gespült zu werden kann, der redegewandt ist, sich engagiert und am Besten noch Geld in Massen hat.

In der Konstellation von besten Beziehungen, dem Glück zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein und dem Zufall freiwerdender Stellen kann es dann passieren, dass in einflussreiche Positionen Gestalten aufsteigen, die dort nichts, aber auch gar nichts zu suchen haben. Zum Beispiel ein Wirtschaftsminister und Vizekanzler hat, als gelernter Augenarzt, mit Sicherheit nicht den Durchblick komplizierter, wirtschaftlicher Zusammenhänge, die dieses Amt erforderte. Und dies ist nur ein Beispiel der realen Situation, die dieses demokratische System zulässt.

Auch der Unfähigste und Gierigste kann König werden, wenn er Beziehungen hat und Anderen für ihre Zwecke nützlich ist!! Da gab es mal einen Bundesprä... ...doch das Thema lassen wir besser.

Jedenfalls Fakt ist, dass derjenige, der dem Volk die ungeschminkte Wahrheit sagt, keinerlei oder nur geringe Chancen hat, in eine führende und hochdotierte Position zu kommen. Das Verkünden von ungeliebten Maßnahmen, die dem Einzelnen Nachteile bringen fördert mit Sicherheit weniger die Bereitschaft vom Volk gewählt zu werden, als wenn man den Menschen das Blaue vom Himmel verspricht. Ob man es später hält, ist eine andere Sache. Ist der Ruf erstmal ruiniert, lebt sich´s völlig ungeniert!

Dies ist leider der traurige Ist-Zustand, der uns allzu oft begegnet: Quacksalber, die einem Geschichten erzählen und dabei mit der Ehrlichkeit nicht ganz so ernst nehmen. Widersprüche im gleichen Atemzug oder im darauffolgenden, sind eine Alltäglichkeit, die wir fast lethargisch zur Kenntnis nehmen, ohne dagegen aufzubegehren. Schwätzerpolitik in beispielloser Form, auf die die Leute hereinfallen, obwohl sie genauestens wissen, dass sie mit Fakten konfrontiert werden, die nicht der Wahrheit entsprechen. Dabei ist es geradezu paradox, dass das Volk diese Worte hören will. Wollte es das nicht, würde niemand hinhören, sie tun es aber!

Demokratie: Geradezu ein Land der Erfüllung, ein Dorado für Heuchler und Blender...?

Aber wem will man da etwas vorwerfen...? Wir alle haben sie doch selbst gewählt!!
- Wir sind auf Versprechungen abgefahren, obwohl wir genau wussten, dass wir belogen werden
- Oder wir sind erst gar nicht zur Wahl hingegangen
- Oder wir wählten eine Fraktion, weil wir sie schon immer wählten

Beinahe mit Gleichmut oder aber mit Resignation nehmen wir hin, was uns die Schaumschläger vorsetzen und finden uns mit der Situation ab. „Wir ändern ja doch nichts daran, die da oben machen eh, was sie wollen“, sind meisten der Ausdruck der Entmutigung, die das Volk befallen hat.

Doch muss das wirklich sein...?

So lange wir uns für diese „Schwätzerpolitik“ öffnen und unkritisch die Verheißungen glauben, so lange haben jene Phrasendrescher auch die Freiräume, uns zu blenden.

Und so lange jene, die unvermittelt die Wahrheit sagen von uns Wählern keine Chance bekommen, so lange wird sich an diesem Zustand auch nichts ändern.

Politikverweigerung, Wahlboykott und Desinteresse sind zudem giftige Elemente, die es den Schaumschlägern erst ermöglicht, nach oben gespült zu werden.

Insofern sei nochmals gesagt: Es gibt kein Leid, was wir uns nicht selbst antaten; wir haben genau das bekommen, was wir verdient haben...

Foto: Stefan Bratek, Pixelio

Autor:

Kurt Nickel aus Goch

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