Suchtgefahren im Alter – Heisse Diskussionsrunde beim Gocher AWO – Frühstück

Sehr anschauliche Darstellung
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Das erste Montagsfrühstück der AWO Goch in 2014 war schnell vergessen, als

Gerd Engler von der Suchtberatungsstelle der Caritas Kleve

zu seiner Diskussionsrunde antrat.

Thema : Suchtgefahren im Alter.

Nach einem kurzen Überblick über legale und illegale Drogen stellte Gerd Engler die Frage ans Auditorium :

„Sucht im Alter, gibt’s das ?“

Spontan antworteten mehrere Teilnehmer mit einem klaren „ja !“

Und so nahm die Runde richtig Fahrt auf beim Betrachten unterschiedlicher Komponenten des Themas.

Welche Formen von Sucht sind bekannt,
wie entsteht Suchtverhalten,
wo beginnt in diesem Zusammenhang der Begriff „Alter“,
welche Möglichkeiten zur Heilung und Prävention sind möglich

– all das wurde lebhaft diskutiert.

In der Generation 60 + führt sehr häufig ein schwerer Verlust, z.b. des Lebenspartners, in die Suche nach einem

Trostspender

.
Oder beim unvorbereiteten Eintritt aus dem vollen Arbeitsleben ins Rentenalter tritt plötzlich eine

unerwartete Leere

auf, verbunden mit dem Gefühl, nun

nicht mehr gebraucht

zu werden.
Oder auch die familiäre Entwicklung der Kinder und der damit einher gehende

Verlust der Fürsorgepflicht

zieht eine tiefe Einsamkeit nach sich.

Also Sorgen, die nicht mehr bewältigt werden, können Ursachen für ein

Abhängigkeitsverhältnis zu Suchtmitteln

wie z. B. Alkohol werden. Und wenn diese Abhängigkeit dann noch durch Ignorieren oder Scham im nahen Umfeld von Familie und Bekanntenkreis verdeckt wird, schließt sich ein Teufelskreis, aus dem der Abhängige nur schwer oder gar nicht herauskommen kann.

Als weitere Abhängigkeit mit möglichen fatalen Folgen entpuppt sich die Tablettensucht, bei der häufig eine Gefährdung nicht oder aber viel zu spät erkannt wird.

„Tabletten brauche ich doch !“,

eine dabei häufig fatale Fehleinschätzung.
Nämlich dann, wenn die pharmazeutischen Problemlöser länger als unbedingt nötig genommen werden und der Anwender zu spät merkt, daß er sich durch eine zu lange oder immer höhere Dosierung schon in der Suchtfalle befindet oder gar nicht weiß, wie gesundheitsschädlich sein Verhalten ist.

Schlafmittel, Schmerztabletten, Antidepressiva, Nasentropfen – all das kann bei unsachgemäßer Anwendung in die Sucht führen.

Etwas Interessantes zeigte sich dann in dieser Diskussionsrunde ganz
deutlich :

Sehr viele Menschen kennen die Problematik aus dem eigenen persönlichen Umfeld.

Natürlich hatte Gerd Englerauch Lösungsansätze anzubieten, die mögliche Wege aus diesem Dilemma aufzeigen können.

Jeder, der sich mit der Problematik auseinandersetzt, muß wissen, daß der Weg aus der Sucht kein gradliniger
ist, sondern immer verbunden mit möglichen Abstürzen und Wiederaufstehen. Und das heißt, für die betroffene Person
Hilfestellung bieten,
keine Verurteilung.
In der Altenbetreuung kommt es besonders darauf an, das
Pflegepersonal für die Betreuung von Suchtabhängigen speziell zu schulen,
neue Wege zu gehen.
Ganz wichtig ist ebenso die
Einsicht, Sucht als eine seelische Erkrankung zu sehen,
die mit psychotherapeutischer Hilfe behandelt werden kann und nichts mit Geisteskrankheit zu tun hat („Ich bin doch nicht bekloppt!“).

Und ganz wichtig ist auch die Erkenntnis, nicht alles sofort mit den gerade erreichbaren „Helferchen“ zu „betäuben“, sondern das zu geben, was viel hilfreicher sein kann –

Zuwendung

!

Ein herzliches „Dankeschön“ ging zum Abschluss dieser so beeindruckenden Veranstaltung von den Teilnehmern an Gerd Engler, der sich wiederum bei den Teilnehmern für ihre sehr rege Beteiligung bedankte, die zum Erfolg dieser Veranstaltung beigetragen hatte.

Ein großes „Dankeschön“ ging zum Schluß auch von den Ehrenamtlern der AWO an alle – Referent und Besucher des Montagsfrühstücks in der Seniorentagesstätte.

Das nächste AWO Frühstück in Goch gibt’s am 3.2.2014 wieder zur gewohnten Zeit am gewohnten Ort

Autor:

Lothar Dierkes aus Goch

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