Neupflanzung der Weißen Rose
96-jährige Zeitzeugin erzählt von der "Weißen Rose": Einweihung und Gedenken in Herdecke

Die Anwesenden lauschten auf dem Kampsträter Platz aufmerksam den Worten der Zeitzeugin Prof. Dr. Inge Habig.
  • Die Anwesenden lauschten auf dem Kampsträter Platz aufmerksam den Worten der Zeitzeugin Prof. Dr. Inge Habig.
  • Foto: Stadt Herdecke
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„Alexander Schmorell, Christoph Probst, Willi Graf, Hans Scholl und Sophie Scholl.“ Mit der Aufzählung der Mitglieder der Gruppe „Weiße Rose“, einem Zusammenschluss Münchener Studenten, die sich gemeinsam mit ihrem Professor Kurt Huber gegen das NS-Regime im Zweiten Weltkrieg auflehnten, leitete Bürgermeisterin Dr. Katja Strauss-Köster in die Gedenkfeier anlässlich der Neupflanzung der Weißen Rose in Herdecke ein.

„Wir stehen hier heute zusammen, um an der neu gepflanzten Rose an den Mut der jungen Menschen und die vielen Opfer des Krieges zu denken, aber auch, um uns der Verantwortung und Verpflichtung bewusst zu sein, aus den Ereignissen und aus der Geschichte des Nationalsozialismus gelernt zu haben“, so die Bürgermeisterin.
Corona bedingt konnte nur ein kleiner Kreis von Fraktionsvertretern aus dem Rat der Stadt am Kampsträter Platz in Herdecke zusammen kommen.
Der Vorsitzende des Heimat- und Verkehrsvereins, Christian Münch, erinnerte an die Widerstandsgruppe und ihre Aktivitäten in den Kriegsjahren 1942 und 1943. „Statt wie die Mehrheit der Deutschen zu schweigen, nannten die jungen Menschen mutig die Verbrechen des Hitler-Regimes beim Namen“, so Münch.
„Durch das Pflanzen der Rose an dieser exponierten Lage in der Herdecker Altstadt soll den Widerstandskämpferinnen und -kämpfern gedacht werden“.
Sehr persönliche und bewegende Worte richtete Prof. Dr. Inge Habig an die Anwesenden. „Ich bin tatsächlich Zeitzeugin“, sagt die 96-jährige Herdeckerin, die zu der Zeit auch in München studiert hat und nach eigenen Worten „aus demselben geistigen Umfeld kam“.
Etwas jünger als Sophie Scholl erinnerte sich Habig daran, „ dass auch die Universität durchseucht war von der Nazi-Herrschaft“. Sie schilderte Erlebnisse wie eine Jubiläumsfeier, die von einem Gauleiter des NS auf Grund von Gescharre mit den Füßen der Studentinnen zum Zeichen des Protestes unterbrochen worden ist und anschließend die Studentinnen in einen Raum gesperrt wurden, wo der damalige Münchener Polizeipräsident sie brüllend aufforderte, die Widerständler zu benennen.
„Das war ein überaus gefährliches Pflaster, auf dem auch ich mich bewegt habe“, so Habig. Die Weiße Rose mit dem dazugehörigen Schild aus Cortenstahl soll dauerhaft ein wichtiges Zeichen einer lebendigen und starken Demokratie vor Ort, inmitten der Stadt der Ruhrseen, sein. Es soll dazu beitragen, die Erinnerungen wach zu halten.

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Lokalkompass Hagen aus Hagen

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