Öffentlichkeitsaktion am Donnerstag in der Thalia-Buchhandlung
Selbstbestimmt verhüten?

Das Netzwerk Hagener Frauengruppen lädt zum Informationstag am Donnerstag in die Thalia-Buchhandlung ein.
  • Das Netzwerk Hagener Frauengruppen lädt zum Informationstag am Donnerstag in die Thalia-Buchhandlung ein.
  • Foto: Stadt Hagen
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Familienplanung ist ein Menschenrecht. Leider können Frauen und Familien mit wenig Geld dieses Menschenrecht oft nicht umsetzen. Daher verhüten Frauen aufgrund finanzieller Notlagen häufig unregelmäßig oder gar nicht. Weil aufgrund des geringen Einkommens Geld fehlt, ist es nicht allen Hagener Frauen möglich, eine empfohlene langfristige Verhütung selbst zu finanzieren. 

Das ist Grund genug für eine Initiative des Netzwerkes der Hagener Frauengruppen und der Hagener Schwangerenberatungsstellen, die in Kooperation mit der Gleichstellungsstelle der Stadt Hagen die Öffentlichkeitsarbeit verstärkt, um auf die Problemlagen dieser Frauen und Familien aufmerksam zu machen. Dazu findet am Donnerstag, 10. Oktober, von 12 bis 18 Uhr eine Informationsveranstaltung zum Thema „Selbstbestimmt verhüten?! - Hagener Frauen brauchen Ihre Unterstützung“ in den Räumen von Thalia Hagen statt. 
Zum Hintergrund dieser Aktion: Auch in Hagen können sich viele Frauen eine sichere langfristige Verhütung nicht leisten. Hohe einmalige Kosten von bis zu 380 Euro für eine Spirale können das Budget von Frauen mit geringem Einkommen deutlich überschreiten. Diese Erfahrungen machen die Beraterinnen in den Schwangerenberatungsstellen immer wieder. Für Hartz IV-Empfängerinnen wird der „Regelbedarf Gesundheitspflege“ für alle medizinischen, pharmazeutischen Erzeugnisse und therapeutischen Mittel mit 16,11 Euro monatlich angesetzt. Das bedeutet, dass dieser gesamte Betrag über zwei Jahre angespart werden müsste, um zum Beispiel eine Hormonspirale zu finanzieren. Gleichzeitig stünde dann über zwei Jahre kein Geld für anderen Bedarf wie Heftpflaster, Salben oder Erkältungsmittel, die selbst bezahlt werden müssen, zur Verfügung. Dies macht deutlich, wie unrealistisch bis unmöglich es für Frauen mit geringem Einkommen ist, ein Langzeitverhütungsmittel zu finanzieren.
In benachbarten Kommunen wie Bochum, Dortmund oder dem gesamten EN-Kreis gibt es aufgrund politischer Beschlüsse öffentliche Gelder, die Frauen und Familien finanziell unterstützen. Dazu wurden sogenannte Verhütungsmittelfonds eingerichtet, aus denen Frauen mit einem geringen Einkommen oder Empfängerinnen von Sozialleistungen langfristige Verhütungsmittel finanziert werden. Dieser Weg wurde in Hagen auch verfolgt - bisher ohne Erfolg. Bisher existiert leider auch keine bundesweite Lösung.
Das Netzwerk Hagener Frauengruppen, ein kommunales Bündnis bestehend aus Beratungsstellen, Vereinen, Kirchengemeinden und konfessionellen Einrichtungen, Parteien sowie der Gleichstellungsstelle der Stadt Hagen, strebt eine Lösung zur Kostenübernahme verschreibungspflichtiger Verhütungsmittel für Frauen an, die Empfängerinnen von Sozialleistungen sind oder nachweislich über ein geringes Einkommen verfügen.
Seit 2007 bemühen sich die Hagener Schwangerschaftsberatungsstellen regelmäßig um eine solche Lösung für die Hagener Bürgerinnen. Als Zwischenlösung wurde 2016 ein aus Spenden finanzierter Verhütungsfonds in der Schwangerenberatungsstelle der AWO eingerichtet. In einem Jahr standen zur Unterstützung 1.300 Euro bereit. 30 Frauen haben nach Unterstützung gefragt, 1.270 Euro wurden zehn Frauen zugesagt. Mit Unterstützung des Netzwerkes Hagener Frauengruppen soll der Verhütungsfonds erweitert werden. Die eingenommenen Gelder werden zu gleichen Anteilen den Klientinnen der Evangelischen Beratungsstelle SichtWeise, donum vitae e.V. und der AWO Schwangerenberatungsstelle zur Verfügung gestellt. Spenden können auf das Konto der AWO Hagen bei der Sparkasse Hagen/Herdecke IBAN: DE 63 4505 0001 0100 0121 40 BIC: WELADE3HXXX unter Angabe des Kennwortes „Verhütungsfonds“ überwiesen werden.

Autor:

Lokalkompass Hagen aus Hagen

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