100 Tage Impfzentrum des Kreises Recklinghausen
160 ApothekerInnen und PTA haben 140.000 Impfdosen aufbereitet

Konzentriert bei der Arbeit im Impfzentrum des Kreises Recklinghausen: Die pharmazeutischen MitarbeiterInnen bereiten den Impfstoff von BioNTech auf.
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Kreis RE. Am kommenden Dienstag (18. Mai) gibt es das Impfzentrum des Kreises Recklinghausen genau 100 Tage – Grund genug für die dort tätigen ApothekerInnen und PTA, eine Zwischenbilanz zu ziehen. Denn mit Eröffnung des Impfzentrums am 8. Februar ist auch das pharmazeutische Personal an sieben Tagen pro Woche im Einsatz: In der Herzkammer des Impfzentrums haben bislang rund 160 ApothekerInnen und PTA den teils hochsensiblen Corona-Impfstoff für die Verimpfung auf- und vorbereitet.

„Insgesamt haben wir rund 140.000 Impfdosen rekonstituiert und dem medizinischen Team passgenau zur Verfügung gestellt“, erklärt Apothekerin Dorothee Pradel, Pharmazeutische Leiterin im hiesigen Impfzentrum, „und zwar über die unterschiedlichen Impfstoffe hinweg: Ganz gleich ob AstraZeneca oder BioNTech – alle Impfstoffe gehen durch unsere Hände.“ Das pharmazeutische Personal machte die Impfung mit den neu entwickelten mRNA-Impfstoffen von BioNTech und Moderna überhaupt erst möglich, wobei gerade BioNTech den Löwenanteil ausmachte. Gewissermaßen wecken sie das Vakzin aus dessen Winterschlaf: Gekühlt wird der Impfstoff geliefert, bei Raumtemperatur muss er dann unter keimarmen Bedingungen im Hintergrund und ohne Patientenkontakt mit einer genauen Dosis Kochsalzlösung gemischt werden. Die Bereitstellung des Impfstoffs durch pharmazeutisches Personal ist alles andere als trivial. „Mehrfach umgedreht, aber nicht geschüttelt“ lautet frei nach James Bond die Devise. Denn jeder noch so kleine Fehler würde die Wirksamkeit gefährden. Daher gibt es eine exakte Verfahrensanweisung, an die sich die ApothekerInnen und PTA auch im Impfzentrum des Kreises Recklinghausen akribisch halten.

Exakte Verfahrensanweisung

Denn: „Wird der Impfstoff in diesem Zustand auch nur einmal kräftig geschüttelt, muss er verworfen werden“, erläutert Pradel die Brisanz im Umgang mit dem hochsensiblen Impfstoff, der keine Fehler verzeiht und noch dazu weltweit gefragt und daher schwer zu bekommen ist. Ist der Impfstoff aufbereitet, wird das Injektionsfläschchen auf Verunreinigungen geprüft. Anschließend werden aus jedem Fläschchen sechs, wenn möglich auch sieben Spritzen aufgezogen, mit einer Kappe versehen und mit größter Vorsicht dem medizinischen Personal zum Verimpfen übergeben. Auch hier muss man Vorsicht walten lassen: „Schlagen die Spritzen beim Transport in einer Schale aneinander, kann der Impfstoff seine Wirkung verlieren. Daher kommen für den Transport keine einfachen Behälter, sondern speziell angefertigte Schalen aus dem 3D-Drucker zum Einsatz, damit nichts klappert, wackelt oder aneinanderschlagen kann. Hinzu kommt noch eine genaue Dokumentation, da das Vakzin nach Aufbereitung nur zwei Stunden lang verimpft werden darf“, so Pradel.

Genaue Dokumentation

„Wir überlassen hier im Impfzentrum nichts dem Zufall“, sagt Apothekerin Pradel. Schließlich war man hier schon bereits seit Mitte Dezember „impfbereit“. Die exakten Abläufe und die Aufteilung der Arbeitsschritte im heilberuflichen Team von Apothekern und Ärzten wurden vielfach durchgespielt. „Die Zahl der insgesamt rund 160 freiwilligen ApothekerInnen und PTA im Kreis Recklinghausen zeigt die hohe intrinsische Motivation in unserem Beruf. Wir möchten und wir werden auch weiterhin unseren Beitrag leisten, dass wir durch massenhafte Impfungen zu einer Herdenimmunität gelangen und die Corona-Pandemie bewältigen“, sagt Pradel.
Die Pandemiebekämpfung in den Impfzentren ist eine Mammutaufgabe, die zeigt: „In der Krise können wir uns in Deutschland auf die Apotheker und Ärzte verlassen“, so Pradel. „Hier arbeiten pharmazeutisches und medizinisches Personal Hand in Hand, um eine gleichbleibend hohe Qualität und damit auch eine größtmögliche Wirksamkeit des Impfstoffs zu gewährleisten“, erklärt Pradel. „Wir setzen alles daran, dass die Impfungen zum Game-Changer werden. Die sinkenden Zahlen von Höchstbetagten auf den Intensivstation – die Ältesten waren zuerst in den Genuss der Impfung gekommen – sprechen dafür, dass dies gelungen ist.“

Sinkende Zahlen

Zusätzlich zur Arbeit in den Impfzentren sorgen die Apotheken im Kreis Recklinghausen dafür, dass auch die Arztpraxen mit Impfstoff gegen Covid-19 versorgt werden. „Hier werfen wir unsere Erfahrung und Expertise in der Impfstofflogistik und unsere Kontakte zu den Ärzten vor Ort in die Waagschale, damit auch dort die Impfungen auf Hochtouren laufen können“, so Pradel. Und sie stehen auch bereit, falls in einem nächsten Schritt in den Apotheken vor Ort gegen Corona geimpft werden sollte.

Konzentriert bei der Arbeit im Impfzentrum des Kreises Recklinghausen: Die pharmazeutischen MitarbeiterInnen bereiten den Impfstoff von BioNTech auf.
Apothekerin Dorothee Pradel, Pharmazeutische Leiterin im hiesigen Impfzentrum.
Autor:

Michael Menzebach aus Haltern

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