Aufklärungsaktion zum Handymissbrauch stößt in Haltern auf wenig Resonanz

"14 Meter Blindflug" hieß die Aktion des Polizeipräsidiums Recklinghausen, die die Beamten  am Modell eindrucksvoll veranschaulichten.
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  • "14 Meter Blindflug" hieß die Aktion des Polizeipräsidiums Recklinghausen, die die Beamten am Modell eindrucksvoll veranschaulichten.
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"14 Meter Blindflug" hieß die Aktion des Polizeipräsidiums Recklinghausen, die die Beamten auf dem Halterner Marktplatz am Donnerstag am Modell eindrucksvoll veranschaulichten und damit auf die Gefahren, die der Handmissbrauch mit sich bringen kann, aufmerksam machten.

Erstaunlich wenig, um nicht zu sagen erschreckend wenig Resonanz fand allerdings diese Präventionsveranstaltung. Zum einen war es wohl dem schlechten Wetter geschuldet, zum anderen aber einer traurigen Gleichgültigkeit gegenüber diesem in unseren Tagen so wichtigem Thema.

Allein schon die 14 m lange Fahrbahnattrappe mit den aufgestellten Pylonen und Pappmaschee-Figuren war schon so auffällig, dass zwar immer wieder vereinzelte Fußgänger stehenblieben und sich ihre eigenen Gedanken zu dieser nachgestellten Straßenszene machten. Von den Beamten auf ihre Handygewohnheiten am Steuer angesprochen, waren allerdings die wenigsten bereit Auskunft zu geben oder den Hinweisen der Polizisten Beachtung zu schenken.

14 Meter Blindflug

Dabei ging es hier keineswegs um Vorwürfe, sondern um Aufklärung. Die Gummibahn zeigte eindrucksvoll die Strecke, die man im Blindflug während einer einzigen Sekunde der Ablenkung zurücklegt. Diese ersten 14 Meter sind aber lediglich der Beginn einer Strecke, die sich nach dem Blindflug vom Bewusstwerden der Situation bis zur einsetzenden Reaktion noch einmal verdoppeln bis sogar verdreifachen kann. Wer sich nun auf der Fahrbahn befindet, für den kann so ein Versuch des Fahrers mit dem Handy zu chatten oder Nachrichten zu schreiben fatale Folgen haben.

Trotz steigender Unfallzahlen ist vielen diese Gefahr aber noch immer nicht bewusst, in die sie sich selbst und andere durch die Benutzung des Handys am Steuer bringen. Immer und jederzeit verfügbar zu sein, die Angst etwas zu verpassen, das Handy stets griffbereit - dies erinnert an ein Suchtverhalten und führt dazu das Handy niemals aus der Hand legen zu können – eben auch nicht im Straßenverkehr! Umfragen haben ergeben, dass ein Großteil aller Nutzer von ihrem Gerät so gut wie niemals weiter als einen Meter entfernt sind und sich sogar unwohl fühlen, wenn sie es nicht in unmittelbarer Nähe wissen.

4 Schritte um Ablenkung zu verhindern

Was aber kann man tun um diese mehr als lästige Angewohnheit wieder loszuwerden? Jörg Teichert, Polizeihauptkomissar des Präsidiums Recklinghausen gibt Interessierten einen Vier-Punkte-Plan an die Hand, der ähnlich ansetzt wie eine Therapie zum Entzug von Süchten:

“An erster Stelle steht die Entwicklung eines Bewusstseins für die Risiken, denen man sich und andere durch fahrlässiges Verhalten aussetzen kann.
Wer allein nicht sein Verhalten ändern kann, sollte sich Unterstützung von anderen holen und offen das Problem ansprechen.
Hilfreich und unerlässlich ist auch das Schaffen von Ritualen. Im Wagen sollte das Handy sich außerhalb der Reichweite des Fahrers befinden. Noch besser: Das Handy vor Beginn der Fahrt aus oder stumm schalten. Nichts kann so wichtig sein wie unfallfrei am Ziel anzukommen!
Auch vom Mitfahrer ist Einsatz gefordert. Wer sich als Beifahrer unwohl fühlt, der ist in der Pflicht seinen Unmut deutlich zum Ausdruck zu bringen und im Zweifelsfall den Wagen zu verlassen.“

Auch dieses Modell aber setzt voraus, dass die Einsicht Hilfe zu benötigen erst einmal vorhanden sein muss. Bis dahin bleibt wohl nach wie vor nur die Androhung empfindlicher Strafen, um Fußgänger und andere Verkehrsteilnehmer vor der Uneinsichtigkeit von Handynutzern zu schützen.

Autor:

Antje Clara Bücker aus Haltern

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