Rettungsaktion mit Hindernissen

"Ich kam mir vor wie ein Terrorist, den man noch mal rechtzeitig aus dem Flugzeug geholt hat, was sicher auch so mancher Passagier gedacht haben muss.“, so Schürmann. Im Hintergrund seine Maschine auf dem Rollfeld.
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  • "Ich kam mir vor wie ein Terrorist, den man noch mal rechtzeitig aus dem Flugzeug geholt hat, was sicher auch so mancher Passagier gedacht haben muss.“, so Schürmann. Im Hintergrund seine Maschine auf dem Rollfeld.
  • Foto: Frank Schürmann
  • hochgeladen von Antje Clara Bücker

Hundefreund Frank Schürmann aus Haltern erlebte als Flugpate für Notfall-Hunde rekordverdächtige Raus-Flüge bei Airline in Portugal.

Haltern/Lissabon. Bunte Hunde stehen redensartlich für besonders originelle Zeitgenossen. Die Mischlinge Miles, Ferdinand, Goldie und Odile sind solche bunten Hunde und sie sorgen nicht nur durch ihr originelles Äußeres, sondern auch wegen ihrer traurigen Vorgeschichten für Gesprächsstoff in Haltern. Ohne Frank Schürmann gäbe es die lebenslustigen Vierbeiner nicht mehr. Sie und zahlreiche andere Hunde wurden und werden regelmäßig von ihm aus Tötungsstationen gerettet und in Deutschland in tierliebe Familien vermittelt. Und das oft buchstäblich in letzter Minute!

Von Portugal nach Deutschland

„Alle Hunde, die wir nach Deutschland holen, sind bereits vermittelt und werden von ihren Besitzern am Flughafen abgeholt. Kein Hund landet im Tierheim. Bei sehr seltenen Problemen gehen die Hunde in private Pflegestellen zurück und werden neu vermittelt. Zudem unterstützt der Verein auch die Tierheime in Deutschland!“, so Frank Schürmann.
Originell (wenn auch im weniger positiven Sinne) ist auch die Geschichte, die Frank Schürmann in diesem Zusammenhang unlängst erlebte: Er steht mit einer Tierschutzorganisation in Lissabon in engem Kontakt und fliegt mehrmals im Jahr dorthin um vermittelte Hunde abzuholen und als Flugpate nach Deutschland zu begleiten. Seine letzte Tour Mitte Oktober verband er zugleich mit der Teilnahme am Rock 'n' Roll Marathon in der portugiesischen Hauptstadt. Bei Temperaturen von über 30° absolvierte er die Strecke mit vielen Steigungen in einer Zeit unter 4,5 Stunden. Für den Rückflug war wieder die Mitnahme einiger „tierischer Notfelle“ geplant. Zu einem ärgerlichem Zwischenfall bei einer solchen Aktion war es bereits wenige Wochen zuvor gekommen. Frank Schürmann hatte schon angeschnallt im Flieger der TAP Portugal gesessen, als der Pilot ihn höchstpersönlich hinaus komplimentierte mit der etwas fadenscheinigen Erklärung, im Frachtraum sei nicht genug Sauerstoff für die Vierbeiner. Völlig unverständlich – bisher hatte es diesbezüglich nie Probleme gegeben. Ausreisepapiere, Genehmigungen etc. waren stets in Ordnung gewesen, die tierische Fracht war lange zuvor gebucht und die Hunde sind einwandfrei durch den Checkin gekommen und sogar bereits verladen worden. Ihm war nichts anderes übrig geblieben als den nächsten Flieger zu nehmen in der Hoffnung, dass es diesmal klappen würde.

Dreimaliger Rausschmiss

Schürmann war davon ausgegangen, dass dieser ungewöhnliche Zwischenfall sicher eine Ausnahme sei. Um so verwunderter war er, als er auf seinem letzten Flug die selben Umstände noch einmal erleben musste. Erneut wurde er vom Pilot mit der gleichen Begründung kurz vor Abflug aus dem Flugzeug geworfen. Die Fluggesellschaft vertröstete ihn auf den nächsten Tag. Da bekanntlich aller guten (und offensichtlich auch aller schlechten) Dinge drei sind, passierte ihm die Misere am darauffolgenden Tag gleich noch einmal! Für alle anderen Passagiere kam es jeweils zu Flugverzögerungen von einer halben Stunde. Unzumutbar für Frank Schürmann und unglaublich stressig für die Tiere! „Die Passagiere waren bereits durch die Verspätung genervt. Ich kam mir vor wie ein Terrorist, den man noch mal rechtzeitig aus dem Flugzeug geholt hat, was sicher auch so mancher Passagier gedacht haben muss.“, so Schürmann. Auch die neuen Besitzer, die die Hunde am Zielflughafen in Düsseldorf in Empfang nehmen wollten, warteten umsonst. Letztendlich gelang es ihm für zwei der Hunde tierliebe Passagiere dieses Fluges ausfindig zu machen, die sich bereiterklärten die kleinwüchsigen Tiere als Handgepäck mitzunehmen. Er selbst und weitere drei Hunde konnten schließlich ausfliegen und wenn auch nicht wie geplant in Düsseldorf sondern in Köln landen. Wie es dazu kommen konnte, dass die Fluggesellschaft für absolut korrekt gebuchte Hunde Plätze in Frachträumen zur Verfügung stellte, in denen es keinen Sauerstoff gibt, blieb unklar. Ein Grund könnte sein, dass die portugiesische Fluggesellschaft TA P eine andere Linie aufgekauft hat. Der Subunternehmer der TAP setzt kleinere Flugzeuge ein, in denen nicht wie bisher eine höhere Zahl an Hunden im Frachtraum transportiert werden dürfe, sondern jeweils nur noch ein Hund im Frachtraum und ein Hund im Handgepäck pro Person. Frank Schürmann wirft der Airline Versagen und Unprofessionalität vor. Laut interner Informationen der Airline wurde das Regelwerk zwischen der aufgekauften Fluggesellschaft und der TAP Portugal noch nicht angepasst, was zu den Problemen führte: Bis zur Verladung lief alles unter den TAP-Regeln ab; jedoch lagen dem Piloten andere Vorschriften vor. „Sowas kann vielleicht einmal passieren, aber nicht dreimal in Folge!“, so Schürmann.

Inzwischen nimmt er den Vorfall aber mit Humor: “Gleich drei mal aus einem Flugzeug geschmissen zu werden – damit bin ich wahrscheinlich Weltranglisten Erster!“ Wirklich abschreckend sind die Vorfälle für ihn aber nicht. Er will auf jeden Fall weitermachen. Die Hunde werden es ihm sicher danken!

Autor:

Antje Clara Bücker aus Haltern

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