Afghanischer Junge im EvK operiert
Dilawar wurde liebevoll betreut

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Das Friedensdorf International fragte an – und schon war der kleine Dilawar im Evangelischen Krankenhaus Hattingen (EvK). Ursprünglich kommt der Elfjährige aus Afghanistan. Er litt an einer schweren Knochenmarkentzündung, die ihm starke Schmerzen bereitet und somit normale Bewegungsabläufe praktisch unmöglich macht. Zuvor eingesetzte Antibiotika hatten wohl auch aufgrund einer Mangelernährung nicht angeschlagen. In Afghanistan hatte er keine Chance. Kostenlose Hilfe kam nun von den Chirurgen im EvK.

Inzwischen waren nämlich schon Teile des Knochens abgestorben. Diese wurden im EvK in vier Operationen, so zum Beispiel ein etwa acht Zentimeter langer Teil des Oberschenkelknochens (sh. Foto), unter der Leitung von PD Dr. Helfried Waleczek, Chefarzt der Klinik für Chirurgie, operativ entfernt., „Ich bin zuversichtlich, dass alles normal verheilen wird, „so der Chefarzt ,“und dass wir mit Hilfe von Antibiotika dem Jungen, auch auf Grund seines jugendlichen Alters, so helfen konnten, dass wahrscheinlich keine Beeinträchtigungen zurückbleiben.“

Erster Ansprechpartner für den kleinen Dilawar ist Fahim Ayami, Arzt in der Inneren Medizin, denn nur er spricht im Haus seine Muttersprache Farsi. Aber natürlich kümmern sich seit Wochen viele - gefühlt fast alle - Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Station und viele „Grüne Damen und Herren“ von der Ökumenischen Krankenhaushilfe (ÖKH) des Hauses um den Jungen. „Gleich bei meiner ersten Begegnung“; so Ursel Bekes, eine der grünen Damen, „klatschte er mehrfach zur Begrüßung ab. Er ist ein sehr offener und immer neugieriger Junge. Wir haben uns dann auch gleich mit Fingergesten vorgestellt. - Das Eis war sofort gebrochen.“

Genauso offen läuft es mit den vielen anderen Betreuern. Anfängliche Skepsis - wie verständige ich mich mit einem Kind, dessen Sprache Farsi ist? – beseitigten die offene Mimik und die Gesten des Jungen. „Inzwischen haben wir viele Spiele gefunden“, so Christa Blümer von der ÖKH, „mit denen er sich, aber auch den Besuchern eine fröhliche Zeit verschafft. Jeden Tag lernt er deutsche Begriffe dazu, will alles beim Namen nennen und fängt auch an, die ersten deutschen Wörter zu schreiben. Es ist einfach eine Freude, ihn zu besuchen und sich mit ihm zu beschäftigen.“

Auch das gesamte Pflegepersonal der Station hat den Kleinen gleich ins Herz geschlossen. „In den Phasen in denen es ihm besser ging,“ so Schwester Jessica Stefan, „haben wir mit ihm Fußball oder ein Angeln gespielt, saßen aber auch an seinem Bett, um ihn zu trösten, wenn es ihm schlecht ging, wie nach seinen Operationen, oder einfach nur, wenn er starkes Heimweh hatte.“ Dilawar habe in dieser Zeit auch Geburtstag gehabt und natürlich haben wir für ihn eine kleine Feier mit Geschenken organisiert. „An seiner Reaktion konnten wir sehen, dass es der erste Geburtstag war, den er in seinem Leben gefeiert hat.“

In diesen Tagen ist er nahezu gesund ins Friedensdorf International entlassen worden, wo rund 250 weitere Kinder leben und wo man auf Spenden angewiesen ist. „Der pfiffige Bengel wird uns fehlen“, stellt Dr. Waleczek fest. Und auch Natalie Broll vom Friedensdorf schließt sich an. „Diese Kinder sind enorm lernfähig und kommen mit ihrer heiteren Art hier bei uns sehr gut zurecht.“

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