Mit Schlauch - ohne Baustelle

Über ein Förderband wird der fast 100 Meter lange Liner vom Lkw in den Kanalschacht befördert. Im Kanal angekommen, wird der Schlauch durch eine Winde in seine eigentliche Lage gezogen.
2Bilder
  • Über ein Förderband wird der fast 100 Meter lange Liner vom Lkw in den Kanalschacht befördert. Im Kanal angekommen, wird der Schlauch durch eine Winde in seine eigentliche Lage gezogen.
  • hochgeladen von Ulrich Bangert

Jetzt, da die Entflechtungsstraße fertig ist, wurde mit der Sanierung der Hauptstraße begonnen.

Nach der Fertigstellung der Entflechtungsstraße fließt der Durchgangsverkehr nicht mehr über die Hauptstraße. Die Lebensader der Stadt kann nun neugestaltet werden.
„Vorher muss der Abwasserkanal von der Oberstadt bis zum Kirchplatz saniert werden“, kündigten die Planer in der Verwaltung an. Ein Schreckensszenario, vor allem für die Geschäftsleute, denn Baugruben, Lärm und Dreck halten die Kunden fern.
Nun sind fast Dreiviertel des Kanals wieder hergestellt worden und kaum einer hat es gemerkt. Hier und da gab es kleinere Baugruben, die nach wenigen Tagen wieder verschwanden. Dafür fielen Männer in weißen Overalls auf, die mit Fahrzeugen und großem Gerät anrückten und immer wieder in die Kanalschächte hinabstiegen.
Sie sanierten die Kanäle von innen: mit einem „Schlauch“, der in der Fachsprache „Liner“ heißt. Es handelt sich dabei um einen Glasfaser-Schlauch, getränkt mit Polyesterharzen. Der Schlauch wird im Kanal aufgeblasen, das Material presst sich an die Innenwand und deckt alle Undichtigkeiten ab. „Die Haltbarkeit beträgt mindestens 50 Jahre“, verspricht Michael Röling von BKP Berolina Polyester. Die Firma aus Brandenburg hat jetzt ein besonders langes Teil nach Heiligenhaus geschickt.
Ein 98 Meter langer Liner wurde in der Jahnstraße - zwischen Hauptstraße und Südring - eingezogen. Mitten auf der Kreuzung stand ein Lastwagen, auf dem der zusammengefaltete Liner lag. Die Mitarbeiter der Kanalbaufirma Swietelsky-Faber wuchteten das Ende des Liners auf ein Förderband, um ihn punktgenau in den Kanalschacht einzuführen. „Am Ende des Schachtes wird der Liner mit einem Stahlseil verbunden und langsam durch den Kanal Richtung Hauptstraße gezogen“, beschreibt Peter Wegewitz vom gleichnamigen Ingenieurbüro in Mülheim an der Ruhr, das für die Planung der Arbeiten verantwortlich ist.
„Nachdem der Schlauch mit Druckluft in seine endgültige Postion gebracht ist, wird eine Kette mit UV-Lampen durchgezogen, denn bei diesem Licht härtet das Harz am besten aus. Wenn alles fest ist, fräst ein Roboter die Zugänge zu den Hausanschlüssen aus.“
Die Bewohner der Jahnstraße waren zuvor von der Stadt Heiligenhaus über die Arbeiten informiert worden und mussten sich für einen Tag einschränken: „Der normale Toilettengang ist kein Problem, aber ein Vollbad oder der Waschtag sollten vermieden werden“, so Michael Krahl, der bei der Stadtverwaltung für den Tiefbau zuständig ist.

Über ein Förderband wird der fast 100 Meter lange Liner vom Lkw in den Kanalschacht befördert. Im Kanal angekommen, wird der Schlauch durch eine Winde in seine eigentliche Lage gezogen.
Autor:

Ulrich Bangert aus Heiligenhaus

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.