Neue Iserlohner Werbegemeinschaft sorgt sich um Attraktivität der Innenstadt

Der Treppenaufgang an der Deutschen Bank präsentiert sich aktuell (nicht nur) nach Ansicht der Werbegemeinschaft nicht unbedingt als attraktives Tor zur Innenstadt. Fotos: Schulte
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"Nur Veranstaltungen zu machen reicht nicht"

Vor fast auf den Tag genau zwei Monaten wurde die neue Iserlohner Werbegemeinschaft mit großer Euphorie aus der Taufe gehoben. Grund genug, einmal zu schauen, was sich seitdem getan hat.

Von Christoph Schulte

Iserlohn. "Momentan sind wir bereits 27 Mitglieder", berichtet Geschäftsführer Marc Tillmann, "dennoch gehen wir weiter von Geschäft zu Geschäft, um zusätzliche von einer Mitgliedschaft zu überzeugen." Dabei zeigten sich die Unternehmer aufgrund der schlechten Erfahrungen mit den Vorgänger-Institutionen häufig sehr skeptisch. "Aber wir sind nach wie vor guter Dinge, dass wir weitere Einzelhändler zur Mitarbeit bewegen können. Je mehr mitmachen, desto stärker ist unsere Position auch gegenüber der Stadtverwaltung und der Politik."Gleichzeitig sei dem Vorstand der neuen Werbegemeinschaft aber auch klar, dass man eindeutig auf Kooperation statt Konfrontation setzen muss. "Am Ende können wir Iserlohn nur gemeinsam nach vorne bringen - also zusammen mit Stadt und Politik."
Deshalb habe man auch schon Gesprächstermine bei den verschiedenen Fraktionen und beim Bürgermeister gehabt, die sich auch durchaus offen für die Ideen der Werbegemeinschaft gegeben hätten. "Am Ende nutzen aber keine Lippenbekenntnisse, sondern nur Taten." Kritisch sehen die Vertreter der Werbegemeinschaft auch die Bürokratie und das zögerliche Handeln von Verwaltung und Politik. "Beim Thema Sauberkeit in der Innenstadt hat man uns zum Beispiel zugesagt, das Thema in die nächste Sitzung des Ausschusses für Bürgerfragen und -beschwerden aufzunehmen. Doch die findet erst im November statt", bemängelt Marc Tillmann.
"Häufig sind es doch bereits die kleinen Dinge, die unsere Innenstadt lebenswerter machen könnten", findet Volker Hellhake, stellvertretender Vorsitzender der Werbegemeinschaft, "das fängt beim in allen Ecken sprießenden Unkraut an, geht über Graffiti-Schmierereien, verdrecktem Pflaster und beklebten Laternenpfählen weiter und reicht bis zum maroden Treppenaufgang an der Deutschen Bank." Und wenn Stadt und Stadtbetrieb beteuern, bereits alles im finanziellen und personellen Rahmen Mögliche zu tun, dann müsse eben auch mal an die Eigenverantwortlichkeit der Anwohner appelliert werden. "Jeder kann doch mal das Unkraut vor seinem Geschäft aus den Fugen kratzen oder herumliegenden Müll aufsammeln. Das bedeutet natürlich nicht, die Stadt aus ihrer grundsätzlichen Verantwortung zu entlassen," betont Hellhake.
"Es geht bei unserem Tun nicht um den Selbstzweck, sondern Denkanstöße zu geben, damit die Menschen möglichst wieder vermehrt in eine attraktivere Iserlohner Innenstadt kommen", ergänzt Marc Tillmann, "und um das zu erreichen, genügen eben nicht ein paar Veranstaltungen." Stattdessen gehört nach Meinung der Werbegemeinschaft ein effektives Leerstandsmanagement genauso dazu wie ein deutlich verbessertes Parkplatz-Leitsystem, das Beheben der Verkehrsproblematik rund um den Marktplatz oder sichtbare Fortschritte bei der immer wieder stockenden Neugestaltung des Schillerplatz-Areals. "In anderen Städten hat die Stadt zum Beispiel einzelne Immobilien angekauft, um wieder bezahlbare Ladenflächen für kleine Einzelhändler zu schaffen", nennt Volker Hellhake ein Beispiel, das man in Iserlohn wenigstens auch einmal diskutieren könnte. "Schließlich stehen die Städte in einem unglaublichen Wettbewerb untereinander und wir müssen aufpassen, dass es uns nicht so ergeht wie bereits vielen anderen Städten in der näheren Umgebung. Hagen ist dort nur ein alarmierendes Beispiel." Denn seiner Meinung nach habe sich die Iserlohner Innenstadt in den vergangenen 10 bis 15 Jahren nicht nach vorne entwickelt, sondern eher verschlechtert. Um dem entgegenzuwirken und das Image der Stadt wieder zu stärken, möchte die neue Werbegemeinschaft ihren Teil beisteuern.

Der Treppenaufgang an der Deutschen Bank präsentiert sich aktuell (nicht nur) nach Ansicht der Werbegemeinschaft nicht unbedingt als attraktives Tor zur Innenstadt. Fotos: Schulte
Ein positives Beispiel für eine in Eigenregie geschaffte Attraktivierung der Innenstadt bietet sich im Quartier Wasserstraße, wo die Einzelhändler durch Anschaffung von großen Pflanzkübeln für mehr Grün gesorgt haben.
Autor:

Christoph Schulte aus Hemer

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