Land unter in der "Bärenbande"

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Von der Pressestelle der Stadt Hemer erreichte die Redaktion folgende Pressemeldung von einem enormen Wasserschaden in der Sundwiger KTE "Bärenbande" und der benachbarten Freiherr-vom-Stein-Grundschule:

"Tausende Liter Wasser schossen durch Decken und an Wänden herab. Über drei Etagen. Schockierte Erzieherinnen versuchten mit Flitschen der überschwemmten Lage Herr zu werden. Nein, es war definitiv kein schöner Arbeitstag in der Städtischen Kindertageseinrichtung (KTE) „Bärenbande“ in Sundwig. Vermutlich ist ein Bruch der Feuerlöschleitung in den frühen Morgenstunden (14. Februar) dafür verantwortlich, dass 100 Kindergartenkinder noch vor dem morgendlichen Besuch des Kindergartens gleich wieder nach Hause geschickt werden mussten. Damit aber nicht genug Chaos. Weil die Strom- und Wasserversorgung der benachbarten Freiherr-vom-Stein-Grundschule für die Ursachenforschung gekappt werden mussten, fiel der gesamte Unterricht für alle Klassen aus. Auch die Grundschule hat
es gewaltig erwischt. In zwei Klassenräumen und auf einem Flur stand das Wasser knöchelhoch.
Es war etwa 4.50 Uhr als die Brandmeldeanlage mit einer Störung ausfiel, um kurz vor halb sechs schrillte dann die Alarmanlage. Rohrbruch, das war die erste Vermutung des Hausmeisters, der geistesgegenwärtig sofort sämtliche Versorgungsleitungen unterbrach und die zuständigen Stellen alarmierte. Die Vermutung wurde vom Zentralen Immobilienmanagement (ZIM) geteilt, die Ursache kann aber bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht hundertprozentig bestätigt werden. „Auf dem Dachboden haben wir drei Stellen an der Feuerlöschleitung gefunden, an denen die Isolierung weggesprengt ist“, erklärt der technische
ZIM-Bereichsleiter Karl-Heinz Knobloch, „das kann kein Heizungsrohrbruch sein.“ Die Wassermenge spreche dagegen. Die Feuerlöschleitung, die im Brandfall das Löschwasser über Wandhydranten abgibt, ist zwei Zoll stark, hat einen Druck von sechs Bar. Auch zur Schadenshöhe können noch keine Angaben gemacht werden, denn der Besuch eines Gutachters steht noch an. „Heute Nachmittag oder morgen wird er erwartet“, so Knobloch.
Mit den Folgen haben zur Stunde mehr als 40 Helferinnen und Helfer zu kämpfen. Sichtlich geknickt schöpfen Erzieherinnen Wasser aus jeder erdenklichen Ecke, retten, was noch zu retten ist. Sie schleppen Möbel, Latops, Buntstifte, Bastelutensilien. Und wie immer in solchen Extrem-Situationen spielt der Galgenhumor eine wesentliche Rolle. Eine Erzieherin rettet Brettspiele. Oben auf: „Mensch, ärgere dich nicht!“ Sie wirkt geschlagen, spricht aber das aus, was im Grunde alle denken: „Es hätte schlimmer kommen können.“ Es ist nur ein Sachschaden. Trotzdem hilft in solchen Momenten natürlich jeder Zuspruch. Bürgermeister Michael Esken verschob Termine, um sich selbst ein Bild zu machen. Unmittelbar nachdem ihn ein Anruf erreicht hatte, watete er selbst durch die rostbraune Brühe. Und war erschrocken:
„Das ist heftig. Es ist aber gut zu sehen, dass alle an einem Strang ziehen und sich gegenseitig unterstützen, um Schlimmeres zu verhindern.“ Er griff zum Handy und orderte bei der Feuerwehr kurzfristig heiße Gulaschsuppe und Tee für die durchnässt ackernden „Ersthelferinnen und –helfer“.
Von den bei dieser Witterung schwerfälligen Aufräumarbeiten bekommen die Kindergartenund Grundschulkinder nicht viel mit. Sie sind ja bereits zu Hause. Die Eltern der Kinder der städtischen Kindertageseinrichtung „Bärenbande“ werden auch gebeten, soweit es eben geht ihre Kinder für den Rest der Woche zu Hause zu behalten. An der Berliner Straße geht nämlich
gar nichts mehr. Eine Notbetreuungsgruppe soll bei der Kindertageseinrichtung „Die Rasselbande“ an der Kuhbornstraße eingerichtet werden. Dort sollen auch die 55 Kinder aus der U3-Betreuung ab kommendem Montag untergebracht werden. Dank der Unterstützung der Freien Evangelischen Gemeinde können die übrigen 45 Kinder, die Drei- bis Sechsjährigen, in deren Räumen an der Zeppelinstraße 15 untergebracht werden. Eltern, die sich direkt über die Betreuung ihres Kindes informieren möchten, erhalten unter Tel. 02372/73594 (KTE „Rasselbande“) entsprechende Informationen. Schulfrei haben morgen, 15. Februar, die Schülerinnen und Schüler der Freiherr-vom-Stein-Grundschule. Ob und wie der Schulbetrieb am Donnerstag wieder gestartet werden kann, kann erst morgen mitgeteilt werden. Hierzu werden Eltern gebeten, auf Hinweise in den Rundfunkund
Printmedien sowie auf der städtischen Homepage www.hemer.de zu achten. Ebenso sollen sie über die jeweiligen Klassenpflegschaftsvorsitzenden informiert werden."

Autor:

Christoph Schulte aus Hemer

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