Was Sie hören und was Sie besser lassen sollten

Die amerikanischen Teenager frönen mehr als hierzulande extremen Musikrichtungen, so dass es nicht verwunderlich ist, dass deutsche Bands wie Rammstein auch dort leicht Fuß fassen konnten. Zwei Aushängeschilder der Amerikaner, die auch in Deutschland enorme Erfolge feiern, veröffentlichen diese Tage ihre neuen Werke.

Disturbed sind in Deutschland nur im Untergrundbereich eine große Nummer, haben aber weltweit bereits mehr als 11 Millionen Tonträger an den Mann gebracht. Mit „Asylum“ lassen sie nun ihr nächstes Werk auf die Menschheit los und knüpfen genau da an, wo sie den geneigten Hörer mit den letzten Werken zurück gelassen haben.

Disturbed verbinden klassische Metal Elemente mit Melodie und Rhythmik die man aus dem Alternativerock kennt, gepaart mit mal cleanem Gesang und mal schreienden Wutausbrüchen von David Draiman. Diese Rezeptur verfolgen sie seit der Gründung und hatten mit „Down with the sickness“ – welches auf der limitierten Fassung auch als Liveversion vertreten ist – einen veritablen Indiehit.

„Asylum“ bietet für den Fan nichts Neues, aber die Qualität des Albums und die noch immer vorhandene Energie macht dieses Album trotzdem hörens- und kaufenswert. Songs wie der Titeltrack oder das vetracktere „Another way to die“ dienen als Reinhörtipps und Qualitätsmaßstab für den Longplayer. Einen großen Bogen sollte man aber um die Coverversion des U2 Klassikers „I still haven’t found what I’m looking for“ machen.

Nichts Neues aus dem Hause Disturbed, aber gewohnt gelungene Kost.

Dies würde man auch gerne über die weitaus bekanntere Band Linkin Park und ihr neues Werk „A thousand suns“ sagen. Mit Songs wie „In the end“, „Numb“ oder „Shadow of the day“ spielten sie sich nicht nur in die Herzen von Freunden des durch sie geprägten Nu Metal, sondern erreichten auch die auf Massenkompatibilität achtenden Radiohörer.

Das neue Werk hat mit Rock oder Metal nichts mehr zu tun, sondern bietet zumeist belanglose Popmusik mit zum Teil nervigen Hip Hop Elementen. Nichts ist mehr von der Power der ersten Alben vorhanden. Lediglich die Ballade „Iridescent“ verdient das Prädikat wertvoll. Mit Abstrichen kann man noch die Singleauskopplung „The Catalyst“ und „Burning in the skies“ als gelungen bezeichnen. Der Rest des Albums ist mehr als schwach und beweist einmal mehr, dass der Nu Metal tot ist.

Autor:

Kay Utermark aus Herdecke

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