Wärme aus Kraft: Herten wird KWK-Modellkommune

„Abfallwärme“ stärker nutzen – NRW fördert 21 Kommunen mit 25 Millionen Euro

Eine Energieanlage, die Strom produziert, erzeugt dabei meist auch Wärme. Bislang ein wenig genutztes „Abfallprodukt“. Schluss damit, findet das Land Nordrhein-Westfalen. Und fördert darum Konzepte von Kommunen, die Energie mittels des Prinzips der „Kraft-Wärme-Kopplung“ - kurz KWK - effizienter nutzen wollen. 25 Millionen Euro stehen 21 Bewerber-Kommunen nun zur Verfügung, auch die Stadt Herten ist gemeinsam mit einigen Partnern dabei.

Die Ideen der Stadt Herten und der beteiligten Hertener Unternehmen sind so interessant, dass man sie genauer unter die Lupe nehmen sollte, findet das Umweltministerium NRW. "Der Ausbau der KWK ist ein wichtiger Baustein für die erfolgreiche Energiewende 'made in NRW'", erklärt Umweltminister Remmel. Dabei stützt er seine Aussage auf eine Studie, nach der NRW mit dem KWK-Ausbau 35 Prozent der CO2-Emissionen und 35 Prozent der Brennstoffe einsparen könnte. Gerade das dichtbesiedelte Nordrhein-Westfalen biete ideale Voraussetzungen für den Ausbau der Fernwärme.

21 Teilnehmer wurden aus 51 Bewerbern ausgewählt

Die Jury hat Herten und 20 weitere Bewerber aus insgesamt 51 Kommunen ausgewählt. Den teilnehmenden Kommunen wird nun die Erstellung eines Feinkonzeptes gefördert. Ein solches Feinkonzept ist notwendig, da Kraft-Wärme-Kopplung zwar sehr energieeffizient ist, aber hohe Anforderungen in Bezug auf die technischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen stellt.

Breites Konzept: Grubengas, Blockheizkraftwerk und Brennstoffzellen

Herten hat sich mit einem breit aufgestellten Konzept beworben, welches die Gegebenheiten vor Ort berücksichtigt und die vorhandenen Kompetenzen einbezieht. So ist zum Beispiel die Nutzung von Grubengas auf den ehemaligen Zechenstandorten angedacht. Das ungenutzte und besonders klimaschädliche Gas soll durch moderne Blockheizkraftwerke Strom und Wärme liefern.

Noch effizienter als Blockheizkraftwerke arbeiten Brennstoffzellen. Auch ihre Einsatzmöglichkeiten werden geprüft, denn auf diesem Fachgebiet ist Herten - dank des Anwenderzentrums h2herten - besonders gut aufgestellt.

Klimaanlagen mit Wärme betreiben?

Last but not least lässt sich durch das Feinkonzept prüfen, ob das St. Elisabeth-Hospital mit Fernwärme auch Kälte erzeugen kann. Das klingt zwar erst mal "schräg", nach einer Studie des Effizienzverbandes für Wärme, Kälte und KWK e.V. ist das aber grundsätzlich möglich. So ließe sich der Energieverbrauch von Klimaanlagen - im Vergleich zu ihren strombetriebenen Gegenstücken - um 30 Prozent verringern.

Auch die AGR und die Stadt Herten wollen ihre zukünftigen Ausrichtungen auf Gemeinsamkeiten prüfen. Hierzu zählt auch der 2012 konkretisierte Ansatz der AGR, verstärkt auf die Produktion von Fernwärme zu setzen.

Feinkonzept muss bis Ende des Jahres stehen

Auf die Stadt und ihre beteiligten Partner AGR, AHG, Hertener Stadtwerke und St. Elisabeth-Hospital kommt nun viel Arbeit zu. Dank der Unterstützung des Landes NRW kann das Klimateam nun bis Ende des Jahres ein Feinkonzept erstellen, das bis zu 90 Prozent gefördert wird. "Ermutigt durch diesen Erfolg wird sich Herten auf der Basis des Feinkonzepts auch für die nächste Etappe bewerben. Dann haben drei Modellkommunen die Chance, die Umsetzung ihres Konzepts fördern zu lassen und den Sonderpreis 'KWK-Innovation' zu erhalten", freut sich Babette Nieder, Beauftragte des Bürgermeisters für Energie und Innovation.

Autor:

Stefanie Hasler aus Herten

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