Jeder Tag eine Zeitreise in die 80er

Wie im Vorjahr werden auch am Samstag, 23. Oktober, wieder viele Atari-Fans im Bürgerhaus Süd erwartet. | Foto: Foto: ABBUC
  • Wie im Vorjahr werden auch am Samstag, 23. Oktober, wieder viele Atari-Fans im Bürgerhaus Süd erwartet.
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Es ist 1985 und es herrscht Krieg - kalter Computer-Krieg. Da gibt es die Atari-Fanatiker und die Commodore-Fans, jeder hält sein Gerät für das beste. 25 Jahre später weiß man, welches sich durchsetzen wird: Keines! Das sehen die Mitglieder des Hertener ATARI 8bit Computer User Club (ABBUC) natürlich gänzlich anders.
„Mit den Ataris kann man ja sogar im Internet surfen“, berichtete der 60-Jährige dem STADTSPIEGEL schon vor drei Jahren. Jetzt - im Jahr 2010 feiert der Club sein 25-jähriges Bestehen. Ein vermeintlich kurzlebiges Homecomputersystem vom Anfang der 80er Jahre hat nämlich noch immer viele Fans, für die der ABBUC als Club einen Anlaufpunkt bietet.
Mit über 400 Mitgliedern ist der ABBUC der größte ATARI 8bit Computer User Club weltweit. Unter dem Dach des ABBUC befassen sich User mit Hard- und Software für ein Home-Computer-System, das 1978 mit dem Atari 400/800 das Licht der Welt erblickte.
1985 gründeten in Herten, Deutschland, zehn Interessierte den ABBUC. Mit der deutschen Wiedervereinigung stieg der Zustrom stark an und erreichte mit 871 Mitgliedern im Jahr 1991 den Höhepunkt. Zu den Mitgliedern zählen heute Fans und Anwender aus aller Welt.
Unter dem geschickten Management des Clubvorstands, geleitet seit 25 Jahren von Gründungsmitglied Wolfgang Burger als ersten Vorsitzenden, entwickelte sich das, was den ABBUC heute ausmacht: ein Userclub zum Mitmachen.
In einer Welt, in der alle je geschriebenen Programme für den Atari auf einen 512 Megabyte großen USB-Stick passen würden, fragt man sich natürlich, wie die Leidenschaft für den Oldtimer am Köcheln gehalten wird. „Wir veranstalten jedes Jahr Hard- und Software-Wettbewerbe für unsere Mitglieder“, verrät Burger.
So wurde einst ein Gerät zusammengebastelt, das es erlaubt, einen USB-Stick an die alte Atari-Schnittstelle anzuschließen, und diesen als Diskettenlaufwerkersatz zu benutzen. „Diese ständigen Entwicklungen machen die Leidenschaft aus, die uns bis heute verbindet“, sagt Wolfgang Burger.
Der Softwarewettbewerb bringt jedes Jahr neue Höchstleistungen der Programmierkunst ans Licht beziehungsweise auf den Bildschirm, die Spiele und Anwendungsprogramme haben eine Professionalität erreicht, an die in den 80ern niemand geglaubt hätte. Alle teilnehmenden Programme stehen den Mitgliedern vier Wochen zum ausgiebigen Testen zur Verfügung. Auf der Jahreshauptversammlung wird dann der Sieger gewählt und prämiert. Einsendungen kommen aus der ganzen Welt.
Das Clubleben wird beim ABBUC ganz groß geschrieben: Viermal im Jahr erscheint ein gedrucktes Magazin mit 5,25“ Diskette, das die Mitglieder per Post erhalten. Jedes Jahr erscheinen für Mitglieder bis zu zwei Sondermagazine mit großen Programmen, die vom ABBUC lizenziert wurden. Abgerundet wird das Magazinangebot durch eine besondere Jahresgabe in jedem Jahr.
Und sogar eine Atari-Bundesliga gibt es seit langer Zeit: Auf der Homepage des ABBUC treffen sich die User dazu im Online-Chat.
Seit 2003 findet jährlich eine Spielsaison statt, in der nicht nur die Klassiker sondern auch aktuelle Spiele gespielt werden. Zu Beginn der Saison werden Spiele vorgeschlagen und am letzten Mittwoch im Monat dann eins aus der Liste ausgelost und abends um die Wette gespielt - die Highscores werden per Chat ausgetauscht und eine aktuelle Tabelle erstellt. Auf der Jahreshauptversammlung wird dann der Meister mit dem ABBUC-Bundesliga-Pokal geehrt.
Die diesjährige Jahreshauptversammlung findet am Samstag, 23. Oktober, ab 11 Uhr im Bürgerhaus Süd statt. Nach Ende der Vereinsversammlung so etwa ab 13 Uhr steht die Veranstaltung dann auch Besuchern zum Gucken, Staunen und Spielen offen.
Den „Krieg“ gegen Commodore hat Atari damals übrigens gewonnen, lange Jahre nach dem Abgesang auf den C64 und den Amiga wurde der „neumodische“ 16-Bit Atari ST in Musikproduzentenkreisen noch benutzt.
Den Kampf gegen die Zeit haben aber beide Firmen verloren, existieren mittlerweile nur noch als Software-Distributoren, und wechselten mehrfach den Besitzer. ATARI hat sich immerhin vor kurzem auf sein altes Logo und die Herkunft aus dem Videospielbereich zurückbesonnen. Echte Marken sind einfach unvergessen.

Autor:

XY Z aus Sonsbeck

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