24. Jazztage vom 18. bis 23. Juni
Hilden hat den Groove

Open-Air-Höhepunkt des Festivals ist das Konzert der Formation Seba Kaapstad, die ihr neues Album „Thina“ präsentiert.
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Groove – Künstler wie Miles Davis, Charlie Parker und John Coltrane kannten sein Geheimnis, hatten dieses intuitive Gespür, im richtigen Moment das Richtige zu tun, den richtigen Ton zu spielen. Wenn Musiker gemeinsam im Groove sind, entsteht dieser besondere Moment. Körper und Geist werden eins mit der Musik und den Zuhörern. Dann heißt es: Augen schließen, Vibrations fühlen. Genau das wird auf den 24. Hildener Jazztagen passieren.

„In diesem Jahr ist die halbe Welt bei uns zu Gast“, erklärt Peter Baumgärtner, Jazzdrummer und kreativer Kopf des Festivals. „Es spielen Künstler brasilianischer, chilenischer, kubanischer, libanesischer und südafrikanischer Herkunft. Ihr musikalischer Background ist vielfältig, aber etwas haben sie alle gemeinsam: Sie grooven!“
Dienstag, 18. Juni
Los geht's im Kunstraum Gewerbepark-Süd, Hofstraße 64, mit einer echten Entdeckung: Um 20 Uhr kredenzen Pianist Henrique Gomide aus Brasilien, der chilenische Bassist Jean Louc Cammas und der niederländische Schlagzeuger Antoine Duijkers gemeinsam einen Sommercocktail aus Jazz und Latin, gemischt mit einem gehörigen Schuss afrikanischer Rhythmen. Besonders wichtig ist dem NAU-Trio das gegenseitige Interesse an der Kultur der anderen.
Mittwoch, 19. Juni
Neben hochkarätigen Profis erhalten in Hilden traditionell auch immer talentierte junge Musiker die Gelegenheit, ihr Können zu präsentieren. Die Teilnehmer des Jazzworkshops stellen um 19.15 Uhr im Heinrich-Strangmeier-Saal der Musikschule Hilden, Gerresheimer Straße 20, ihr Programm vor.
Ein außergewöhnliches Klangprojekt erwartet die Zuhörer um 20 Uhr: Zum zehnjährigen Bestehen der Konzertreihe „Klang Art im Skulpturenpark“ entstand in Wuppertal die Idee einer Verbindung von Kammermusik und Jazz-Solisten mit der Vergabe von Auftragskompositionen an die drei Protagonisten des Wuppertaler Jazz Roman Babik, Mathias Haus, Jan Kazda und die Kammerphilharmonie Wuppertal von Werner Dickel. Die Komponisten beziehen sich bei ihren musikalischen Werken auf die Kunst und die Naturerscheinungen des Parks. Der Konzerttitel „Der Wald schaut und hört gespannt zu“ stammt von Bildhauer Tony Cragg, Begründer des Skulpturenparks in Wuppertal.
Donnerstag, 20. Juni
Good Vibrations unter freiem Himmel sind ab 15 Uhr im Wohnstift Haus Horst, Horster Allee 12-22, angesagt. Opening-Act bei „Jazz im Park“ sind Woodhouse feat. Gaby Goldberg unter der musikalischen Leitung des Drummers und Arrangeurs Rolf Drese. Das Septett präsentiert Songs aus dem „Great American Songbook“ in frisch-frechen Interpretationen. Ob Traditional Jazz, Modern Swing, Bossa Nova oder Jazzrock – diese Formation beherrscht sämtliche Spielarten meisterlich.
“Gypsy Jazz Today” lautet das Motto des Pianisten Jermaine Landsberger, der mit seinem Trio und dem dem jungen Violinisten Sandro Roy auftritt. Landsberger gilt als stilprägender Pianist und Avantgardist der europäischen Gypsy-Jazz-Szene, der sein kraftvolles und melodisches Pianospiel mit Elementen der Gypsytradition würzt. Sandro Roy stammt aus einer Sinti-Familie, sein Vater war Jazz-Gitarrist, seine Mutter ist entfernt mit Django Reinhardt verwandt, und sein Großonkel spielte Violine bei den Wiener Symphonikern. Beim Konzert in Hilden sorgt Matthias Gmelin am Schlagzeug für den swingenden Drive, die Bass-Saiten zupft Martin Gjakonovski.
Rockband, Blaskapelle oder Streichquartett – das Vokalorchester NRW ist alles. Um 18.45 Uhr werden Kategorien wie „Free Jazz“ oder „Weltmusik“ in der Reformationskirche, Markt 18, überflüssig, obwohl man sie sicher hier und da durchblitzen hört. Der rote Faden sind die Tiefen, die Weiten, die Intensitäten, aber vor allem die Freiheiten der menschlichen Stimme.
Masaa (arabisch: Abenddämmerung), das spannende Ethno-Jazz-Quartett auf deutschen Konzertbühnen, gibt sich um 20.30 Uhr im Silo der Gottschalksmühle, Mühle 64, die Ehre. Tief empfundene arabische Verse, die der gebürtige Libanese Rabih Lahoud voller Hingabe intoniert, verschmelzen mit zeitgenössischem Jazz. Orient und Okzident gehen eine lyrische Liason ein. Masaa wurde 2017 mit dem „Preis der deutschen Schallplattenkritik“ ausgezeichnet und Rabih Lahoud für den „ECHO Jazz“ in der Sparte "bester nationaler Sänger" nominiert. Seine kongenialen Partner sind Reentko Dirks an der Gitarre, Trompeter Marcus Rust sowie Demian Kappenstein am Schlagzeug.
Freitag, 21. Juni
Im QQ TEC, Forststraße 73, entführt der Ausnahmegitarrist Frank Wingold, Professor für Jazzgitarre an der Musikhochschule in Osnabrück, das Publikum mit seinem Trio um 19.30 Uhr in eine musikalisch hochspannende, mehrdimensionale Parallelwelt. Texturen und fließende Strukturen greifen ineinander, bilden ein schillerndes Ganzes jenseits der festgelegten Instrumenten-Rollen. Gemeinsam mit Star-Drummer Jonas Burgwinkel und dem ebenso gefeierten Bassisten Robert Landfermann bringt der „Saitengelehrte“ diese außergewöhnliche Mischung aus Virtuosität und ästhetischem Einfühlungsvermögen auf die Bühne.
Kraftvoll spritzige Grooves, explosiver Swing, poetische Balladen - Saxofonistin Karolina Strassmayer, Drummer Drori Mondlak, Pianist Rainer Böhm und Bassist Hans Glawischnig rocken ab 21 Uhr mit ihrer Formation Klaro das Haus. Ihr Projekt "Soul Miners" verbindet die Lyrik der europäischen Klassik und Folklore mit der rhythmischen Kraft des amerikanischen Jazz und der harmonischen Rafinesse zeitgenödssischer Musik.
Eine Institution der Jazztage ist die Reihe „Blue Note Special“ im Blue Note, Klotzstraße 22. Ab 22.45 Uhr begegnen sich vier Jazzvirtuosen: Trompeter Ryan Carniaux und Drummer Moritz Baumgärtner jazzen mit dem bekannten Gitarristen Axel Fischbacher und Bassist Stefan Rademacher. Zu später Stunde wird improvisiert und gejammt, was das Zeug hält.
Samstag, 22. Juni
Drei Konzerte der Spitzenklasse erwarten die Besucher der „International Jazznight“ in der Stadthalle am Fritz-Gressard-Platz. Zum Auftakt um 19.30 Uhr betört der kubanische Pianist Ramón Vallé mit unbändiger Spielfreude, mitreißender Rhythmik und gefühlvoller Ausdruckskraft. Der 51-jährige spielt reinen, zeitgenössischen Jazz, seine kubanischen Wurzeln schwingen jedoch immer mit. „Manchmal fühle ich mich wie ein Troubadour, weil ich Geschichten erzähle, ohne Worte zu benutzen“, sagt Valle. Seine Mission: Komplexe Rhythmen in Lebensfreude umsetzen. Bassist Omar Rodriguez Calvo, ebenfalls kubanischer Herkunft, und der niederländische Drummer Jamie Peet begleiten ihn dabei.
Gegen 21 Uhr ist es dann soweit: Vorhang auf für den Schlagzeug-Maestro Wolfgang Haffner. Die Liste der nationalen und internationalen Stars, die mit ihm gearbeitet haben, ist schier endlos: von Mangelsdorff über Klaus Doldinger bis Till Brönner. Auch internationale Stars wie Pat Metheny, Randy und Michael Brecker oder John Abercrombie vertrauten seinem „unbestechlichen Drive und seiner inspirierenden Kreativität“. Ob Jazz, Funk, Pop oder Electro – Haffner beherrscht sämtliche Genres populärer Musik mit einer Leichtigkeit. In Hilden präsentiert er gemeinsam mit dem Vibraphonisten Christopher Dell, Simon Oslender am Piano und Claus Fischer am Bass sein aktuelles Projekt „Kind of Spain“. Traditionelle spanische Musik verbindet sich mit Jazz.
Wenn um 22.30 Uhr im Foyer der Stadthalle der Panda freigelassen wird, vibriert jeder Körper. Neun herausragende Musiker hat Bassist Daniel Hopf um sich versammelt und eine schweißtreibende Mixtur aus Funk, Soul, Jazz und Pop-Fusion angerührt. Fantastische Stimmen, ungezügelte Energie, funkensprühende Solisten und ein Groove, der nur eine Richtung kennt: vorwärts.
Sonntag, 23. Juni
Eine der schönsten Locations der Jazztage, die Grünanlage der Capio-Klinik im Park, Hagelkreuzstraße 37, wird ab 14 Uhr zum Open-air-Wohnzimmer der Musikfans. Pianistin und Sängerin Natalia Kiés eröffnet den Nachmittag mit Kompositionen jenseits gängiger Genre-Schubladen. Da sind die Einflüsse eines Frédéric Chopin ebenso präsent wie die von Sting. Ihre glasklare Stimme und ihr sensibles Pianospiel vereinen sich auf expressive Weise mit den Tiefen des Basses von Gael Petrina und den markanten Rhythmen des Schlagzeugers Simon Scheibel.
Soulful Jazz und energiegeladenen Hardbop vom Feinsten zelebriert um 15.30 Uhr die niederländische Formation Red. Organist Bob Wijnen lässt die Hammond blubbern, Wouter Kühne trommelt die vertracktesten Rythmen, Saxofonist Gideon Tazelaar und die bekannte Trompeterin Ellister van der Molen schicken atemberaubende Soli in den Himmel.
Um 17 Uhr betritt die international gefeierte Formation Seba Kaapstad die Bühne und präsentiert ihr neues Album „Thina“. Die Songs erzählen realistisch und doch optimistisch Geschichten über Liebe und Verlust, also über das Leben. Stories aus dem Leben der Bandmitglieder.
Traditionell klingt das Festival im Wilhelm-Fabry-Museum, Benrather Straße 32a, aus. Um 18.45 Uhr treffen dort zwei Improvisatoren aufeinander: der Hamburger Schlagzeuger Björn Lücker und der Kölner Posaunist Andreas Schickentanz.

Open-Air-Höhepunkt des Festivals ist das Konzert der Formation Seba Kaapstad, die ihr neues Album „Thina“ präsentiert.
Schlagzeug-Maestro Wolfgang Haffner.

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