Der Schock sitzt tief
Beziehungsdrama am Stadtbahnhof endet mit zwei Toten und einem verwaisten Baby

Blumen und Kerzen erinnern am Montag an die Bluttat. Foto: Günther
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  • Blumen und Kerzen erinnern am Montag an die Bluttat. Foto: Günther
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 "Der schreckliche Vorfall am Iserlohner Stadtbahnhof, bei dem am vergangenen Samstag zwei Menschen auf so grausame Weise ihr Leben verloren haben, hat uns alle tief betroffen gemacht", sagt Martin Stolte, Leiter des Ressorts Generationen und Soziales. Der Beigeordnete vertritt zurzeit den im Urlaub befindlichen Bürgermeister. Im Namen der Stadt Iserlohn spricht er den Einsatzkräften Dank und Anerkennung für ihre Arbeit aus, insbesondere aber auch der Zivilcourage der Menschen, die das Geschehen am Stadtbahnhof miterleben mussten.

Was am vergangenen Samstagnachmittag mit der folgenden nüchternen Polizeimeldung "Bei einer Auseinandersetzung am Bahnhof in Iserlohn wurden am heutigen Samstag um 14.20 Uhr ein Mann und eine Frau getötet. Die Polizei konnte den Tatverdächtigen unmittelbar nach der Tat widerstandslos festnehmen. (...)" begann, ist auch zu Wochenanfang noch DAS Gesprächsthema in Iserlohn.

Tatwaffe handelsübliches Küchenmesser

Im Laufe des Wochenendes kamen dann weitere Details der grausigen Bluttat an die Öffentlichkeit. Verübt wurde die Bluttat durch einen 43-jährigen aus dem Kosovo stammenden und in Bergisch-Gladbach lebenden Mann. Bei seinen beiden Opfern handelt es sich um seine von ihm getrennt lebende 32-jährige Ehefrau und ihren 23-jährigen neuen Lebensgefährten. Die beiden Getöteten lebten aktuell in Iserlohn. Nach der Bluttat ließ sich der dringend Tatverdächtige widerstandslos von der alarmierten Polizei festnehmen. Als Tatwaffe stellte die Polizei ein handelsübliches Küchenmesser mit einer 12 Zentimeter langen Klinge sicher.

Zwei Monate altes Baby unversehrt

Im Fahrzeug des weiblichen Opfers befand sich zur Tatzeit ein circa zwei Monate altes Mädchen, bei dem es sich um die Tochter der Toten handelt. Zeugen nahmen das Kind an sich und brachten es in Sicherheit. Nach bisherigem Stand der Ermittlungen ist das 23-jährige Opfer mit hoher Wahrscheinlichkeit der Vater des Kindes. Nachdem das Baby zunächst für medizinische Untersuchungen in ein Krankenhaus gebracht wurde, sei es inzwischen in Abstimmung mit den Verantwortlichen durch das Jugendamt Iserlohn zunächst kurzfristig in einer Bereitschaftspflegestelle untergebracht worden. Dort werde es zunächst in den nächsten Wochen versorgt. "Anschließend wird unter Einbeziehung des zuständigen Familiengerichtes geklärt, was das Beste für das Kind ist", hieß es am Montag aus dem Iserlohner Rathaus.

Polizei fahndet nach Verbreiter eines Opferfotos

Unterdessen fahndet die Iserlohner Polizei nach einem Unbekannten, der nach dem Tötungsdelikt am Iserlohner Stadtbahnhof ein Foto vom männlichen Opfer angefertigt und dieses veröffentlicht hat. Das Foto sei nach Polizeiangaben in sozialen Medien sowie über Messengerdienste verbreitet worden. Die Polizei hat Ermittlungen eingeleitet, die die Identität des Urhebers klären soll. Nutzern, die das Foto erhalten, wird dringend empfohlen, das Foto umgehend zu löschen. Zeugen, die Angaben zur Identität des Urhebers machen können, werden gebeten, sich mit der Polizei Iserlohn unter 02371/9199-0 in Verbindung zu setzen.

Blumen und Kerzen erinnern am Montag an die Bluttat. Foto: Günther
Am Montag markierten einige Kerzen und niedergelegte Blumen den Tatort an Gleis 2 des Iserlohner Stadtbahnhofes. Ein Notfallseelsorger war noch vor Ort, um potenziellen Zeugen und eintreffenden Bekannten der Opfer zur Seite zu stehen. Foto: Günther
Autor:

Christoph Schulte aus Hemer

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