Bei Rührei und Obstsalat
Erstes Politikerfrühstück des Iserlohner Kinder- und Jugendrates

Bei der Premiere des Politikerfrühstücks des Kinder- und Jugendrates stellte sich Thorsten Schick (li.) den Fragen der Schüler und Schülerinnen. Foto: Goor
  • Bei der Premiere des Politikerfrühstücks des Kinder- und Jugendrates stellte sich Thorsten Schick (li.) den Fragen der Schüler und Schülerinnen. Foto: Goor
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Bestens vorbereitet empfingen am Sonntag die Mitglieder des Kinder- und Jugendrates ihren ersten Gast zum Politikerfrühstück. Sie hatten nicht nur Kaffee und Saft, Brötchen, Rührei und Obstsalat nett angerichtet, sondern sich auch intensiv mit möglichen Gesprächsthemen beschäftigt.

Von Hilde Goor-Schotten

Iserlohn. Die lagen beim CDU-Landtagsabgeordneten und stellvertretendem Bürgermeister Thorsten Schick auf der Hand, ist er doch im Landtag auch Vorsitzender des Ausschusses für Digitalisierung und Innovation.
Und damit hapert es an den Schulen. Das erfuhr Thorsten Schick in den Räumen des städtischen Kinder- und Jugendbüros an der Brüderstraße aus erster Hand. Die einen dürfen Handys im Unterricht benutzen, die anderen nicht. Das WLAN ist oft extrem langsam. Nicht an allen Schulen wird Informatik unterrichtet. Viele Lehrer können mit der neuen Technik nichts anfangen oder haben kein Interesse daran. Von einer umfassenden Digitalisierung sind die Schulen noch weit entfernt, zeigten die Berichte und Fragen der rund 20 Gymnasiasten, Gesamt- und Hauptschüler.
Auch Thorsten Schick konnte ihnen da keine Patentlösung anbieten und bestätigte, dass noch viel getan werden müsse. Er geht davon aus, dass in den nächsten Monaten die Schulen mit schnellem Internet versorgt werden – das Geld von Bund und Land sei dafür da, die Stadt müsse das umsetzen. Digitalisierung dürfe sich auch nicht auf Informatik beschränken, sondern müsse in allen Fächern ein Thema sein. Es gebe leider zu wenig Lehrer und die seien oft überlastet, warb Schick um Verständnis. Er sagte aber auch ganz klar: „Alle Lehrer haben die Verpflichtung, sich weiterzubilden und müssen entsprechend geschult werden.“ Es gehe auf Dauer nicht, dass die Schüler sich da besser auskennen. Die Schulen müssten in den nächsten zwei Jahren überlegen, wie sie die Digitalisierung umsetzen.
Vom Verzicht auf so „überflüssige“ Fächer wie Textil hält Thorsten Schick nicht so viel: „Auch das schult wichtige Fertigkeiten.“ Den von den Jugendlichen geschilderten Stundenausfall insbesondere in den Naturwissenschaften nimmt er sehr ernst. Nicht sehr hilfreich findet er es, wenn Schulen versuchen, diesen Ausfall zu verstecken. Mehr alltagspraktische Themen wie Steuererklärungen, Handyverträge oder Kündigungsschreiben wünschten sich die Jugendlichen für den Unterricht. Da will Schick sich jetzt informieren, wie das in den Lehrplänen geregelt ist und dann einen Brief des Kinder- und Jugendrates an die Ministerin weitergeben. Der Schul-TÜV, die Beurteilung von Förderschülern, Urheberrechte- die zwei eingeplanten Stunden reichten kaum für die Themen, die die Jugendlichen engagiert und sehr konzentriert ansprachen. Ein guter Start für das politische Frühstück, zu dem der KiJuRat bereits weitere Politiker eingeladen hat – und auf Zusagen hofft.

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