Wetterbeobachter Werner Käppner macht das Licht aus

Zum letzten Mal schließt Werner Käppner das Tor zum Klimagarten in der von-Seydlitz-Kaserne Kalkar hinter sich zu. Die Wetterdaten werden künftig nur noch automatisch übermittelt. | Foto: Klaus Sattler
  • Zum letzten Mal schließt Werner Käppner das Tor zum Klimagarten in der von-Seydlitz-Kaserne Kalkar hinter sich zu. Die Wetterdaten werden künftig nur noch automatisch übermittelt.
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Er war einer der Ersten und ist jetzt der Letzte: Regierungshauptsekretär Werner Käppner, Wetterbeobachter bei der Bundeswehr in Kalkar, ist in den Ruhestand versetzt worden und schaltet auch gleich symbolisch das Licht aus in der Beratungsstelle des Geoinformationsdienstes in Kalkar.

Mit Werner Käppner verlässt nicht nur ein Urgestein den Luftwaffenstandort Kalkar / Uedem sondern mit ihm endet auch eine Ära am Niederrhein – die der bemannten Wetterbeobachtung in der von-Seydlitz-Kaserne Kalkar.
Der 63jährige Käppner begann seine Ausbildung zum Wetterbeobachter 1968 an der Ausbildungsstätte des Wehrgeophysikalischen Beratungsdienstes der Bundeswehr in Neustadt / Weinstraße. Am 2. März 1970 trat er seinen Dienst als Wetterbeobachter beim Kommando der 3. Luftwaffendivision in Kalkar an – wenige Monate zuvor, im Sommer 1969 waren die ersten Soldaten in die neu errichtete Luftwaffenkaserne auf dem Kalkarer Beginenberg eingerückt. Seither hat Werner Käppner alle Veränderungen am Standort Kalkar / Uedem erlebt: Die Verlegung der 3. Luftwaffendivision nach Berlin und die Neuaufstellung des Luftwaffenkommandos Nord im Jahre 1994, die vorübergehende Aufgabe der Untertageanlage auf dem Uedemer Paulsberg Mitte der 1990er-Jahre, die gewaltigen Veränderungen in Kalkar und Uedem seit Beginn der 2000er-Jahre bis hin zu den heutigen Strukturen an einem der modernsten Luftwaffenstandorte in Deutschland.
In all diesen Jahren hat Werner Käppner nicht nur die Veränderungen in den deutschen Streitkräften erlebt, sondern auch in seinem unmittelbaren Aufgabenbereich. „Computer“, so Käppner, „die gab es zu Beginn meiner Dienstzeit noch nicht.“ Beobachtungen von Wolkenformationen, Temperaturen und Niederschlagsmengen wurden noch handschriftlich in Formulare eingetragen und dann per Fernschreiber oder telefonisch übermittelt. Heute erledigen Automaten im Klimagarten der von-Seydlitz-Kaserne all diese Aufgaben. Und auch wenn Werner Käppner den Computer mittlerweile für sich selber entdeckt hat, so schaut er doch mit ein wenig Wehmut auf diese Entwicklung.
Am 30. April 2014 wurde Werner Käppner durch den Stellvertreter des Kommandeurs und Chef des Stabes im Zentrum Luftoperationen, Generalmajor Günter Giesa, nach mehr als 45 Dienstjahren verabschiedet und offiziell in den Ruhestand versetzt. Von seinen Kollegen und langjährigen Wegbegleitern bekam er einen „Wetterstein“ als Abschiedsgeschenk – sinnbildlich ein Urgestein eben.

Autor:

Lokalkompass Kleve aus Kleve

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