Dorfladenprojekt Grieth: "Wir haben den Rat nicht überrumpelt"

Rolf Passens, Bert Meijers, Birgit Mosler, Christian  Reintjes, Beate Becker,  Ingmar Kerkhoff vor dem Griether Hanselädchen
  • Rolf Passens, Bert Meijers, Birgit Mosler, Christian Reintjes, Beate Becker, Ingmar Kerkhoff vor dem Griether Hanselädchen
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Erleichterung beim Dorfladenprojekt Grieth: Vor wenigen Tagen hat der Rat der Stadt Kalkar nach einer durchaus lebhaften Debatte einen Zuschuss für das geplante „Hanselädchen“ in Höhe von 5.000 € bewilligt.

Ingmar Kerkhoff erläutert: „Wir sind sehr froh und dankbar über dieses klare Signal der Rückendeckung durch die Stadt, das uns der erhofften Eröffnung noch in diesem Jahr ein deutliches Stück näher bringt. Mir war es aber auch wichtig, in meiner Anfrage an die Stadt darauf hinzuweisen, dass das Hanselädchen samt Café wesentliche Ziele der Stadt Kalkar für Grieth erfüllt, nämlich die Schaffung einer Nahversorgung, die Belebung des Markplatzes und eine Verbesserung der touristischen Infrastruktur. Deshalb stellt der Zuschuss für uns auch eine wichtige Anerkennung für das bisher Geleistete dar, der das ganze Projektteam für die kommenden Monate motiviert.“

Doch wie steht man im Projektteam zu dem Vorwurf, man habe den Rat der Stadt im Vorwahlkampf überrumpelt oder gar Schützenhilfe für die Kandidatur von Birgit Mosler, zugleich Initiatorin des Projektes, leisten wollen? Der Berufssoldat bemüht sich um Fassung: „Solche Vorwürfe irritieren uns doch sehr. Wir sind schließlich keine Wahlkampftruppe sondern ein Zusammenschluss von Bürgerinnen und Bürgern Grieths ganz unterschiedlicher politischer Couleur die gemeinsam etwas für ihren Wohnort erreichen wollen, der Zeithorizont des Projektes reicht doch weit über die Bürgermeisterwahl hinaus. Wir hatten von Anfang an klar gemacht, dass wir uns für das Projekt um öffentliche Mittel bemühen werden, darum bewarben wir uns auch im Frühsommer im Rahmen des LEADER-Programmes– leider erfolglos – um Gelder der EU. Wichtig für eine Anfrage an die Stadt war uns, dass wir zunächst eine ausreichende Kapitalzusage unserer Mitbürger vorweisen konnten, um zu belegen, dass ein Großteil der Griether den Laden möchte und ihn auch nutzen würde, sonst hätte doch kaum Aussicht auf einen Zuschuss bestanden. Und dieser Zeitpunkt war nun gekommen“.

Christian Reintjes ergänzt: „Da der Beschluss des Rates letztlich ohne Gegenstimmen erfolgt ist, sollten wir solche kritischen Stimmen auch nicht überbewerten, kurz vor der Wahl ist die Stimmung einfach angespannt, das ist doch ganz normal. Wichtig ist es, jetzt gemeinsam nach vorne zu schauen und die Ärmel hochzukrempeln.“ Der Kaufmann im Einzelhandel führt aus: „Wir müssen jetzt schnellstmöglich die zugesagten Anteile einziehen, damit es bald mit den Renovierungsarbeiten losgehen kann. Parallel müssen wir die bisherigen Vorabsprachen mit Lieferanten konkretisieren und vertraglich fixieren.“

Wie geht man denn im Team mit möglichen kritischen Stimmen aus der Bevölkerung zum Projekt um? Christian Reintjes überlegt: „Natürlich sehen einige Mitbürger und Nachbarn den Dorfladen kritisch und sagen uns das auch deutlich, teilweise stößt man da mit seiner Überzeugungsarbeit auch an Grenzen. Dabei sind wir uns sicher, dass Grieth aufgrund seiner schönen Lage und des außergewöhnlichen Ortsbildes ein guter Standort für ein Café ist, das ja dann auch den Laden finanziell mitträgt. Auch vom morgendlichen Backwarenverkauf erhoffen wir uns eine sichere Umsatzkomponente. Dazu kommen dann der Paketshop sowie nach und nach noch weitere Dienstleistungen. Hieraus entstehen Wechselwirkungen: Wer ein Paket aufgibt, trinkt vielleicht noch einen Kaffee, wer im Sommer auf dem Marktplatz ein Eis genießt, erledigt vielleicht noch ein paar kleinere Einkäufe, so wollen wir nach und nach zu einem richtigen Ortstreffpunkt für Grieth werden. Ein reiner Lebensmittelverkauf ohne sonstige Dienstleistungen und ohne Cafébetrieb würde sich hingegen nicht rentieren, da sind wir realistisch genug.“ Ingmar Kerkhoff ergänzt: „Eine Garantie für den Erfolg gibt es natürlich nicht. Trotzdem sollte man auch nicht zu ängstlich sein: Wir wollen ja keine Mondrakete bauen, sondern in einer vielversprechenden Lage einen kleinen Laden mit Café eröffnen, bei dem sich das Ausfallrisiko auf annähernd hundert Schultern verteilt, und dessen Gelingen jeder durch seinen eigenen Einkauf unterstützen kann.“

Das Team ist sich einig: Wenn möglichst viele Griether mitziehen und sich einbringen wird das Hanselädchen ein Erfolg! Wer immer auf dem Laufenden sein möchte, kann dem Griether Hanselädchen auf Facebook folgen, eine Homepage ist in Vorbereitung. Und selbstverständlich kann man mit dem Hanselädchenteam auch jederzeit persönlich seine Fragen oder Anregungen besprechen.

Autor:

Lokalkompass Kleve aus Kleve

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