Ferrarischnell mit Ökosprit? - E10, der totale Flop

Der neue Ökosprit ist auch Thema beim Ferraritreffen. Allerdings  interessiert hier eher die Frage, nach der Leistungsfähigkeit. Foto: Alexander Bartl/pixelio
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  • Der neue Ökosprit ist auch Thema beim Ferraritreffen. Allerdings interessiert hier eher die Frage, nach der Leistungsfähigkeit. Foto: Alexander Bartl/pixelio
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Zu leistungsschwach, kann das Auto schädigen und bringt nichts für die Umwelt - die meisten Autofahrer haben viele Vorbehalte gegen den neuen Kraftstoff E10. Seit Februar können Autofahrer ihn nun tanken. Doch will ihn überhaupt jemand?

Die Begeisterung für den neuen Kraftstoff ist nicht besonders groß, vor allem weil die Erfahrungswerte fehlen. Im Ferrarizentrum Holzwickede weiß man nicht genau, was man den Kunden sagen soll, da man noch keine Rückmeldung von der Zentrale erhalten habe. „Bis jetzt haben allerdings auch kaum Kunden sich für das Thema interessiert“, teilt Ferrari-Verkaufsassistentin Vanessa Brenne mit.

„Kaum Kunden, die sich fürs Thema interessieren“

Beim Autohaus Jonas hingegen fragen die Kunden schon nach, ob sie E10 für ihre Autos nutzen können. Generell wird der Kraftstoff aber auch von ihnen nicht angenommen. Das Autohaus Schlunz hat für seine Fahrzeuge Freigabelisten von den jeweiligen Herstellern erhalten. „Durch die Informationspolitik der Bundesregierung wurden hauptsächlich Ängste geschürt. Die Leute sind verunsichert“, meint Stephan Mielke vom Autohaus Schlunz. Wenig hilfreich findet er auch, dass manche Hersteller mitteilen, dass alle ihre Autos ab 1990 keine Probleme mit E10 haben, während es bei den Autos anderer Hersteller unübersichtlicher ist.
Siegfried Ausmann, Meister beim Autohaus Jehrke, weißt außerdem darauf hin, dass Autos mit Standheizung nicht E10-tauglich sind. Auch er ist mit der Informationspolitik der Bundesregierung nicht zufrieden. „Der Kunde weiß nicht, wie er sich verhalten soll“, beklagt er. „Die Leute hätten im Vorfeld besser informiert werden sollen. Erst wurde versucht, dies auf die Tankstellen abzuwälzen, jetzt auf die Händler.“
Mit Erfahrungswerten kann kaum jemand dienen. „Wir haben noch keine eigenen Erkenntnisse und können deshalb weder zu- noch abraten“, erklärt Ausmann. Auch die Gemeinschaftsstadtwerke (GSW) Kamen-Bönen-Bergkamen können noch nicht aus eigener Erfahrung sprechen. „Wir lassen gerade unseren Fuhrpark überprüfen“, erklärt Timm Jonas von den GSW. „Außerdem ist für uns auch wichtig, wer im Schadensfall haftet.“
Bei den Stadtwerken Unna setzt man lieber auf andere alternative Energien. „Wir haben unseren Fuhrpark zu 75 Prozent auf Erdgas ungestellt, der Rest fährt mit Diesel“, sagt Jürgen Bockermann. „Wir halten Erdgas für sinvoller, da es billiger und durch geringere Emissionsbelastung besser für die Umwelt ist. E10 verfügt ja nur über zehn Prozent Bioethanol.“
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist außerdem der Ansicht, dass für die Ethanolproduktion zusätzliche Ackerflächen für Weizen, Zuckerrüben oder Mais sind. Dadurch könnten sich die Kohlendioxid-Emissionen sogar erhöhen.

Kreispolizei nutzt den neuen Sprit zum Teil

Die Polizei im Kreis Unna nutzt E10 nur zum Teil. „Unsere Fahrzeugflotte fährt hauptsächlich mit Diesel, aber unsere Motorräder tanken E10“, erklärt Pressesprecher Martin Volkmer. „Das Dezernat für Technik hat uns eine Freigabe erteilt. Über Erfahrungswerte verfügen wir aber noch nicht.“ Ähnlich sieht es bei der Autobahnpolizei aus. „Die meisten Fahrzeuge fahren mit Diesel, für die, die E10-tauglich sind, sollen wir es auch nutzen. Es ist aber noch zu früh für Erfahrungswerte“, erklärt Wolfgang Wieland vom zuständigen Polizeipräsidium Dortmund.

Der neue Ökosprit ist auch Thema beim Ferraritreffen. Allerdings  interessiert hier eher die Frage, nach der Leistungsfähigkeit. Foto: Alexander Bartl/pixelio
ause für den Zapfhahn: E10 wird nicht nachgefragt, also schalten die Tankwarte ab.  Foto: Volkmer
Autor:

Anja Jungvogel aus Stadtspiegel Kamen

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